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    Ria Ginster gab regelmäßig in England Konzerte und war dort erfolgreich. Hier ein Konzertprogramm für einen Liederabend in der Londoner Wigmore Hall am 7. Februar. Der Begleiter war George Reeves. Eine Jahreszahl ist nicht angegeben, aber da die bei der Schallplattenwerbung angegeben Aufnahmen alle aus dem Jahr 1933 stammen und der 7.II.1934 ein Mittwoch war, muss es sich um das Jahr 1934 handeln, in dem das Konzert stattfand. Dafür spricht auch, dass Richard Strauss 1864 geboren wurde und das Programm eine Voranzeige für ein Konzert am 13.Februar enthält, dass in Anwesenheit des Komponisten zur Feier seines 70. Geburtstages stattfand. Ria Ginster sang dort 4 Orchesterlieder von Strauss.

    In ihrem Liederabend vom 7.II.1934 sang sie fünf Gruppen von Liedern: Zwei italienische Arien, dann Lieder von Schubert, Brahms, Debussy und Hugo Wolf.

    Portrait von Ria Ginster (Seite 4 im Programm)


    Ria Ginster Wigmore Hall 7.II.1934, Piano George Reeves



    1. Teil: Altitalienische Arien






    2. Teil: Schubert -Lieder



    Eingeschobene Werbeanzeige von His Masters Voice

    2. Teil der Werbeanzeige


    Dritte Gruppe: Brahms-Lieder

    4. Gruppe: Debussy

    5. Gruppe: Lieder von Hugo Wolf

    Handschriftlich eingetragene Zugaben: Er ist's (Wolf) und Ständchen (welches?) von Brahms



    Vorankündigung Orchesterkonzert Queen's Hall am 13.II.1934


    Ein paar Informationen über den Dirigenten Sidney Beer (1899-1971) finden sich hier:


    Das Titelblatt des Programmheftes






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    Hier ist das Programm eines Konzerts zugunsten jüdischer Flüchtlinge und Pogrom-Opfer am 27. Mai 1919 in der Berliner Philharmonie. Mitgewirkt hat das Berliner Philharmonische Orchester unter der Leitung von Leo Kopf. Als Solisten agierten Emmi Leisner (Alt), George Bertram (Klavier) und Walter Fischer (Orgel).


    Ebenfalls angekündigt war Heinrich Schlusnus, der aber kurzfristig absagen musste. Die Notizen des Konzertbesuchers auf dem Programm besagen, dass einiges am Programm geändert wurde. Nach der Ouvertüre "Im Frühling" von Carl Goldmark wurde das Präludium und Doppelfuge für Orgel und Orchester von von F. Mandelstam gespielt. Die zuvor geplante Arie "Es ist genug" aus Elias fiel aus. Dann sang Emmi Leisner die Arie der Andromache aus Achilleus von Max Bruch. Der Text dazu ist auf der zweiten Seite abgedruckt.



    Nach der Pause spielte Georg Bertram das erste Klavierkonzert von Liszt. Das anschließend geplante Schubert- Lied "Die Allmacht" fiel ebenfalls aus. Stattdessen sang Emmi Leisner mit Orchesterbegleitung das Lied "Feldeinsamkeit" von Brahms und dann das "Ständchen" des gleichen Komponisten (Der Mond steht über dem Berge) zweimal. Die als Abschluss geplante "Hebräische Rhapsodie" von B. Zolotareff fiel anscheinend ebenfalls aus, da der Konzertbesucher den Titel durchgestrichen hat. Vielleicht aber hat er sie nur nicht mehr miterlebt, denn er schrieb darunter "weggegangen".






    Hier noch einige Angaben zu den Mitwirkenden:




    Leisner, Emmy, Alt, * 8.8.1885 Flensburg, † 12.1.1958 Flensburg; sie sprang mit 16 Jahren in ihrer Heimatstadt Flensburg bei einem Konzert für eine indisponierte Sängerin ein. Sie studierte dann in Berlin bei Helene Breest und wurde dort durch den berühmten Chordirigenten Hugo Rüdel entdeckt. 1911 gab sie in Berlin ihre ersten Konzerte und Liederabende, die sogleich eine ungewöhnliche Beachtung fanden. Sie sang darauf in Konzerten mit dem Leipziger Thomanerchor unter Karl Straube und hatte ursprünglich vor, eine reine Konzertkarriere zu entwickeln. Man überredete sie jedoch 1912 bei den berühmten Aufführungen unter Jacques-Dalcroze in Hellerau bei Dresden die Titelpartie im »Orpheus« von Gluck zu übernehmen, die sie 1912 mit sensationellem Erfolg zum Vortrag brachte. Darauf schlug sie nun auch eine große Bühnenkarriere ein. An der Berliner Hofoper sang sie 1913 als Antrittsrolle die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und wurde danach als Amneris in »Aida« bewundert. Zu den weiteren Partien, die sie an diesem Haus sang, gehörten die Carmen, die Azucena im »Troubadour«, die Nancy in Flotows »Martha« und Aufgaben aus dem Wagner-Repertoire. Sie war 1913-21 an der Berliner Hofoper (seit 1918 Staatsoper Berlin) engagiert und gehörte 1923-25 dem Deutschen Opernhaus Berlin an. Hier wirkte sie 1923 in der Uraufführung der Oper »Holofernes« von E.N. von Reznicek mit. Bei den Festspielen von Bayreuth sang sie 1925 die Erda im Nibelungenring. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit stand jedoch während ihrer gesamten Karriere ihre Konzerttätigkeit. Sie galt als eine der größten Liedersängerinnen ihrer Generation, dazu war sie eine bedeutende Bach- und Händel-Interpretin. Ihre Konzerte und Liederabende waren jahrelang Höhepunkte im deutschen wie im internationalen Musikleben. Noch 1951 trat sie in ihren Liederabenden vor das Publikum. Seit 1939 lebte sie in Kampen auf Sylt, nachdem sie mehrere Professuren an Musikhochschulen, die man ihr antrug, ausgeschlagen hatte. – Tiefe, hochmusikalische Altstimme, deren dunkler Bronzeton ebenso geschätzt wurde wie die Stilsicherheit und Ausdrucksfülle ihres Vortrages.

    Schallplattenaufnahmen auf Pathé (wohl ihre ältesten Aufnahmen, vor 1914 entstanden), Odeon, Polydor (akustisch wie elektrisch gefertigte Aufnahmen), HMV (seit 1914; 1932 nochmals die Szene der Fricka aus der »Walküre«, während des Zweiten Weltkrieges Lieder unter dem Etikett von HMV-Electrola), DGG (Siemens Spezial); unveröffentlichte Edison- Platten.

    [Nachtrag] Leisner, Emmy; wahrscheinlich fand ihr Operndebüt bereits 1911 am Hoftheater von Weimar als Erda im »Siegfried« statt. 1922-23 war sie an der Großen Volksoper in Berlin engagiert. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1925 die Erda, die Waltraute und die 1. Norn im Nibelungenring. Sie gab bereits 1911 und 1912 (dann auch wieder 1921) Konzerte in Wien, 1922 in Oslo, 1928 an der Mailänder Scala, 1931 in Den Haag, 1931 und 1932 in London, 1939 in Florenz und Bologna (Hohe Messe von J.S. Bach), 1940 in Kopenhagen, 1919, 1921, 1930 und 1936 in Stockholm. 1913 nahm sie an einer großen Italien-Tournee (zusammen mit Georg A. Walter und A. van Eweyck) teil, bei der es zu Aufführungen der Matthäuspassion von J.S. Bach, u.a.in Mailand, Turin und Bologna, kam.

    [Lexikon: Leisner, Emmy. Großes Sängerlexikon, S. 14132
    (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 2038 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Georg Bertram (1882 oder 84 - 1941), Pianist und Lehrer am Stern'schen Konservatorium in Berlin.

    Leo Kopf, geb. am 17. Mai 1888 in Torgowicz, Russland/heute: Polen/Ukraine?, gest. 1953 in den USA, Dirigent, Komponist, Harmoniumspieler, Mitbegründer des Jüdischen Kulturbundes. Näheres zu seiner Biographie werde ich später mitteilen - ich habe gerade ein Buch bestellt, in dem ausführlich auf seine Biographie eingegangen wird.

    Walter Fischer,  (1872-1931), Organist in Berlin: 1900-1910  Garnisonskirche, 1910-1917 Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, 1917-1931 Berliner Dom. Er machte in den 20er-Jahren Aufnahmen auf Grammophon. 

    Hier noch ein Artikel von W. Hastung aus:

    Die Stimme. Zentralblatt für Stimm- und Tonbildung, Gesangunterricht und Stimmhygiene. 25. Jahrgang. 1931.Heft 10/11. S.280:


    Domorganist Prof. Walter Fischer verstorben
    Einer unserer größten Orgelmeister, Domorganist Prof. Walter Fischer, ist im Alter von 59 Jahren in einem Sanatorium im Harz, wo sein seit langer Zeit durch Krankheit und Überanstrengung geschwächter Körper Stärkung suchte, an einem Magengeschwür verstorben, Walter Fischer ist aus dem Volksschullehrerstande hervorgegangen. 1894—1896 besuchte er das Königl. Akademische Institut für Kirchenmusik zu Berlin und studierte bei Robert Radecke und Karl Thiel, später bei Heinrich Reimann. 1900 wurde er Organist an der Berliner Neuen evangelischen Garnisonkirche und begründete hier seinen Ruf durch Aufführung der damals noch wenig bekannten und beachteten Orgelwerke Max Regers. Nach dem Tode Heinrich Reimanns wurde Fischer als Organist an die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche berufen. Hier begannen seine regelmäßigen Konzerte mit namhaften Solisten, in deren Mittelpunkte die „Leitsterne" Bach und Reger standen. Als durch Bernhard Irrgangs Tod die Domorganistenstelle frei wurde, wählte die Domgemeinde Walter Fischer zu seinem Nachfolger. Seine Orgelkonzerte, die nach und nach größte Bedeutung für das Musikleben erlangten, wurden hier fortgesetzt. Gleichzeitig mit seiner Berufung an die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde Walter Fischer auch Lehrer für das Orgelspiel an der Staatl. Hochschule für Musik.

    Am Dienstag, 21. Juli, fand in Wilmersdorf unter größter Beteiligung seines Freundes- und Schülerkreises, sowie von Vertretern der Musikwelt, in schlichter Feier die Einäscherung des großen Künstlers statt, der mit seiner Einfachheit und Bescheidenheit ein offen«, freundliches Wesen verband. Eindrucksvolle Dankesworte sprachen am Sarge Domprediger Richter und Prof. Dr. Schünemann als stellvertretender Direktor der Akad. Hochschule für Musik. Sein Freund, der bekannte Wagner-Maler Paul Buchhorn zu Holen, gab dem Verstorbenen schweigend drei Rosen mit auf den Weg in den ewigen Orient. Die Ehrenwache am Sarge stellten die Chargierten des Akademischen Vereins Organum, dessen A. H. Walter Fischer gewesen ist. R. i. p., lieber Freund und Studiengenosse!











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    Die Salzburger Festspiele wurden 1921 gegründet. 1922 wurden vier Mozart-Opern in exemplarischen Vorstellungen aufgeführt und begründeten den guten, später legendären Ruf der Salzburger Festspiele. 1923 konnte nur eine Theateraufführung finanziert werden; 1924 fielen die Festspiele ganz aus. 1925 wurde das Festspielhaus (um-)gebaut. Dadurch bekamen die Festspiele ihre ersten Spielort. In der Saison 1925 wurde neben der "Hochzeit des Figaro" und "Don Giovanni" als erste Nicht-Mozart-Oper der Don Pasquale von Donizetti gegeben. Davon handelt dieses Programmheft.


    Das Bild zum "Weltheater Mirakel" ziert das Titelbild des Programmheftes. Es handelte sich um eine Max Reinhardt-Produktion Leider kann ich keine näheren Hinweise zum Inhalt dieses Theaterstücks geben.

    Don Pasquale Salzburger Festspiele 1925


    Der eingeheftete Programmzettel vom 26.VIII. 1925 zeigt, dass das Programmheft von der Aufführung der Oper "Don Pasquale" von Donizetti stammt. Die Besetzung der Hauptrollen war hochkarätig. Die Künstler stammten meistenteils von der Wiener und Münchner Oper. Richard Mayr sang den Don Pasquale, Hermann Wiedemann den Malatesta. Stars der Aufführung waren sicherlich Karl Erb und Maria Ivoguen, die damals noch verheiratet waren. Bruno Walter dirigierte Chor und Orchester der Wiener Staatsoper.


    Spielplan der Salzburger Festspiele 1925

    Der Spielplan der gesamten Festspiele war ebenfalls im Programmheft abgedruckt. Franz Schalk dirigierte "Figaros Hochzeit" (vermutlich ebenfalls mit Erb und Ivoguen). Die Sängerin Lotte Schöne gab ein Kammerkonzert, und Karl Muck dirigierte "Don Giovanni". Ferner gab es das "Mirakel" (Schauspiel) und Orchesterkonzerte


    In einem "Announcement for America" wurde angekündigt, dass die Produktion von "Das Mirakel" danach auf Tournee nach Amerika gehen würde.


    Weitere Werbeanzeigen haben etwas mit dem Bau des Festspielhauses zu tun, der ein Umbau war und anscheinend in sehr kurzer Zeit vonstatten ging.


    Im folgenden zur Vollständigkeit noch die weiteren Werbeanzeigen des Programmheftes. Anklicken der Bilder zeigt diese vergrößert an.








    Rückseite des Programmheftes

    Leider gibt es keine Aufnahmen der Aufführung vom 26.VIII. 1925. Karl Erb und Maria Ivoguen nahmen das Duett aus Don Pasquale jedoch 1917 für Odeon auf, so dass sich mit etwas Phantasie ein kleiner Eindruck von dem, was damals gespielt wurde, erhaschen lässt. Die Schallplatte ist nicht so selten wie andere Platten aus dieser Zeit, was vermuten lässt, dass sie recht gut verkauft wurde. Karl Erb und Maria Ivoguen waren lange ein "Traumpaar der Oper", und ihre Scheidung (im April 1931)  ging durch alle Zeitungen.




    (Click the orange button to listen to the recording.)

    Maria Ivoguen und Karl Erb

    PS. Liedaufnahmen von Karl Erb finden sich hier:
    http://recordplayer78.blogspot.de/2012/10/karl-erb-1877-1958-singt-lieder.html

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    In einer Sammlung wie meiner Bibliothek zur Opern- und Theatergeschichte findet sich doch immer noch mehr, als man auf den ersten Blick hin glaubt, und es tauchen dann auch wieder Bücher auf, von denen man gar nicht mehr wusste, dass man sie hat! Bei meiner Suche, etwas mehr über das "Welttheater" und das "Mirakel" herauszufinden, fiel mir ein Buch über die Salzburger Festspiele in die Hand. Es handelt sich um das "Salzburger Festspielbuch" von Wolfgang Schneditz, erscheinen in 3. Auflage 1958.









    Es enthält auch ein einziges (kleines) Foto zu dem Thema:





    Zur weiterführenden Information zitiere ich hier ein Kapitel (von Seite 100 bis 105) aus dem genannten Buch:



    RELIGIÖSE  WEIHESPIELE


    Die ins Volk eindringende Wirkung seines „Jedermann", die er 1920 in so hohem und be­glückendem Maße erleben und mitansehen durfte, spornte den Dichter an, für das Jahr 1922 eine der großen religiös-symbolischen Dichtungen des Spaniers Calderon zum Ausgang und Anlaß für eine eigenständig geformte, auf das Salzburger Milieu abgestimmte, dramatische Dichtung zu nehmen. Es entstand das „Salzburger große Welt­theater".


    Das ungeheure und unerwartete Erleben der „Jedermann"-Vergegenwärtigung und Verewigung durch Max Reinhardt hatte Hofmannsthal thea­tralische Impulse verliehen, wie er sie in dieser Art vordem noch nicht in sich empfunden hatte. Seine starke und von tiefstem Verständnis be­wegte Vorliebe für die Welt des Barock ließ ihn diese religiöse Dichtung, die das „Welttheater" darstellt, gestalten, und zwar aus einer Gottbezogenheit heraus, die seiner, vor allem dem Künstlerischen entspringenden religiösen Vor­stellungswelt und Verinnerlichung entsprach.


    1925 äußerte er sich in dem damaligen Salz­burger Festspielalmanach: „Die so erfahrene Be­lobung und Ermutigung, auf die halbvergessene volkstümliche Form mit geziemender Freiheit zurückzugreifen, die Erlaubnis sodann, ausnahms­weise in einer katholischen Kirche das Spielgerüst aufschlagen zu dürfen, worin viel Ehre und große Verantwortung lag, führten zu dem zweiten Ver­such, jenem alten traditionellen Stoff: das Welttheater', auf welchem die Menschen vor Gott ihr Lebensspiel aufführen, einen neuen Gehalt zu geben, worin Zeitgemäßes zum Ausdruck käme, ohne von dem volksmäßigen, in sinnfälligen Bil­dern sich auswirkenden Stil abzugehen. Dem so entstandenen Spiel für immer den Namen des ‚Salzburger Welttheaters' zu geben, war eine Regung der Dankbarkeit für das durch ein Zu­sammentreten unschätzbarer Umstände hier er­fahrene Gute." Das Neue, Große war Reinhardts Idee der Aufführung dieses religiösen Spieles vor dem Hochaltar der von Fischer von Erlach er­bauten Kollegienkirche. Hier geschah, was man wiederum nie vorher gesehen hatte: das Himm­lische schien mit dem Irdischen kirchenraum-behütet innige Einheit eingegangen zu sein. Das Geschehen selbst war einfach, die symbolischen Figuren des Königs und des Bauern, des Reichen und des Bettlers, der Schönheit und der Weisheit, der Frau Welt und des Todes spielten ihr ewiges Spiel weltlicher Eitelkeit, menschlichen Vergehens und göttlicher Entrückung — doch blieb diesem »Welttheater" Hofmannsthals, obwohl es sich scheinbar so schlicht und klar und großlinig darstellte ein nur annähernder Erfolg, wie er dem „Jedermann" beschieden war, versagt, weshalb man dieses Weihespiel, das denen zwar, die es sahen, unvergeßlich blieb, nur noch einmal aufgriff. Große schauspielerische Leistungen vollbrachten darin Else Wohlgemut, Louis Rainer, Raoul Aslan, Wilhelm Dieterle, Alexander Moissi und Anna Bahr-Mildenburg. Die Musik stammte wie bei „Jedermann" von Einar Nilson.


    Sehr zeitgebunden und nicht von der dichte­rischen Größe Hofmannsthals überstrahlt, aber doch von starker Bühnenwirksamkeit, bot sich 1925 die zweiaktige Pantomime „Das Mirakel" von Karl Vollmoeller dar — eine etwas phan­tastische Geschichte, Legende halb, halb Ballade, in der Atmosphäre mittelalterlicher Klosterstrenge spielend. Es war bestimmt das größte Experiment der Salzburger Festspiele, ein Experiment aber, dessen Erfolg die regieliche Leitung Max Reinhardts neuerdings gewährleistete. Der durch seine Oper „Hänsel und Gretel" weltberühmte Kompo­nist Engelbert Humperdinck hatte märchenschöne Weisen dem seltsamen, übersteigerten und nicht aus Empfindung religiösen Weihespiel unterlegt. Als Sensation, und das beweist die nicht innerliche Weihe der Pantomime am krassesten, wurde die Mitwirkung der bildhaft-schönen englischen Schau­spielerin Diana Manners, recte Lady Diana Cooper, empfunden, welche die Madonna gab und aus einem eigens für sie konstruierten Mantel, in dem sie volle dreiviertel Stunden ohne leiseste Regung zu verharren hatte, in wunderbarer Weise heraus­stieg und sich der gefallenen Nonne annahm, die auch von einer Engländerin dargestellt wurde. Grandios geführte Massenszenen im Sinn der mittelalterlichen Ekstase, ein prunkvoller szeni­scher Rahmen, eine Reihe großer Schauspieler ließen diese Sensation zum vollen und schlagenden Tageserfolg der Salzburger Festspiele werden. Die Nonne wurde abwechselnd von Ellen Terry und Rosamond Pinchot dargestellt; andere, bedeutende Mitspieler waren Anna Bahr-Mildenburg, Wilhelm Dieterle, Oskar Homolka, Louis Rainer und Her­mann Thimig. Das Bühnenbild hatte Eduard Hütter entworfen.



    „Mirakel" und noch einmal das große „Salz­burger Welttheater" wurden in diesem Jahr zum erstenmal in dem vorläufig durch Regierungsober­baurat Hildmann und Regierungsrat Hütter um­gebauten Saal der Reitschule im Gebäude des ehemaligen fürsterzbischöflichen Hofmarstalls auf­geführt, dem heutigen Festspielhaus. Waren diese beiden Stücke mehr oder minder religiös tief an­gelegt und in dieser Strebung nicht zu ganzer, reinster Wirkung gelangt, so hatte bei ihnen ein gewisses l'art pour l'art die Oberhand, tiefer, großer bei Hofmannsthal, seichter, effektbezogener bei Vollmoeller, so kam im gleichen Jahr eine Dichtung durch Max Reinhardt im Rahmen der Festspiele zur Aufführung, die mit reiner und schlichter Menschlichkeit mächtig an die Herzen aller rührte, die groß war und unvergleichlich und die auch heute, wo immer sie auftaucht, genau so zum Herzen zuspricht, es aufrührt und erschüttert, aber nirgends auf eine Wirkung abzielt. Es war Max Mells „Apostelspiel".


    Alle Spiele Max Mells, die in glücklicher Art das alte, auch heute noch auf dem Lande fort­lebende Volksspiel der Form nach wieder auf­nahmen und es mit geistiger wie dichterischer Symbolkraft in schlichten Gestalten erfüllten, tragen als Grundgedanken die Vernichtung des Bösen, des Finsteren durch die reine Gläubig­keit eines Menschen, der dadurch ohne äußeren Aufwand die finsteren Mächte ins Licht erlöst. In wunderbarer Weise ist das dem steirischen Dichter Max Mell zum erstenmal in seinem „Apostelspiel", später in seinem im Burgtheater aufgeführten „Schutzengelspiel", dem „Nachfolge Christi-Spiel" und schließlich im „Spiel von den deutschen Ahnen" gelungen. Diese Dichtungen sind zeitlos. Es bindet sie kein Stil, kein Sensationsgelüst, keine Zeitbedingtheit an Jahr und Tag. Der sichere Spürsinn Max Reinhardts hatte das erkannt und eine Aufführung zustande gebracht, die mit großen Schauspielern Vollendetes in ergreifender Schlichtheit erreichte. Das Bauernmädchen Magdalena (Helene Thimig) wird in einsamer Hütte mit einem uralten Großvater von zwei herum­strolchenden Soldaten heimgesucht, die Mord und Raub beabsichtigen. Die beiden Gauner, die sich für ihr Vorhaben, die Naivität des kindlichen Mädchens ausnützend, als die Apostel Petrus und Paulus ausgeben, brechen nach und nach, über­strahlt und besiegt von der religiösen Größe Magdalenas, in sich zusammen, stehen von ihrem furchtbaren Vorhaben ab und gehen, ihre Rollen nun in anderer als der beabsichtigten Weise zu Ende spielend und das Mädchen in seinem schönen Glauben belassend, gewandelt von hinnen. Der Großvater war damals Hermann Thimig. Die falschen Apostel gaben Karl Goetz und Oskar Homolka. Die Wiederaufnahme dieses innigsten aller modernen Weihespiele, denn ein solches ist es durchaus, würde den Festspielplan auch heute bereichern.

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    Das Programmheft der Staatsoper Unter den Linden stammt von einer Aufführung der Oper "Rigoletto" vom 26.Mai 1924. Die Hauptdarsteller sind Heinrich Schlusnus als Rigoletto und Alexander Kirchner als Herzog. Die Gilda wird von Fried(e)l Böhm gesungen. Sie wurde 1891 geboren und debütierte 1915/16 in München. Die Gilda war eine ihrer Paraderollen. 1933 musste sie als Jüdin Deutschland verlassen und emigrierte 1938 von Österreich nach Ankara, wo sie lange am Konservatorium unterrichtete. Mit Herbert Janssen, der erst 1922 debütierte und damals noch meist kleinere Rollen sang, ist der Graf von Monterone aus heutiger Sicht prominent besetzt.




    Im Programmheft sind einige Sängerportraits abgebildet. Die Abbildungen zeigen auch Sänger, die nicht in der Vorstellung mitsangen, sondern in anderen Produktionen aus der gleichen Zeit mitwirkten. Leider ist von Friedel Böhm, die nur als Gast mitwirkte und kein Mitglied des Ensembles war, kein Foto dabei.


    Herbert Janssen als Wolfram in Tannhäuser

    Max von Schillings, Opernintendant der Staatsoper Berlin von 1919 bis 1925

    Ethel Parker-Hansa als Olympia in Hoffmanns Erzählungen

    Frida Leider als Leonore in Fidelio

    Waldemar Henke als David in Meistersinger

    Theodor Scheidl als Scarpia in Tosca

    Gertrud Bindernagel als Elisabeth in Tannhäuser

    Fritz Soot (Tenor)

    Björn Talén als Cavaradossi

    Margarethe Arndt-Ober als Ortrud in Lohengrin

    Benno Ziegler als Figaro im Barbier von Sevilla

    Genia Guszalewicz als Mignon

    Barbara Kemp als Carmen

    Das Programmheft enthält auch einen Artikel zur Geschichte der Oper von Dr. Hans Lebede. Er war Musikwissenschaftler und Dramaturg an der Staatsoper.



    Artikel Hans Lebede Teil 1


    Artikel Hans Lebede Teil 2


    Artikel Hans Lebede Teil 3

    Artikel Hans Lebede Teil 4
    Hier noch einmal der mittlere Einleger mit dem Besetzungsplan in groß:

    Berlin, Montag den 26.Mai 1924


    Vorschau auf die Woche vom 27. Mai 1924 bis 2. Juni 1924





    In dem Programmheft, das recht umfangreich ist, befindet sich viel Werbung, die ich hier nicht ganz  vollständig wiedergebe. Für Musiksammler interessant sind die Fülle von Reklame für Schallplatten und Wiedergabegeräte.


    Reklame für Parlophon


    Reklame für Vox (1)



    Reklame für Vox (2)



    Reklame für Vox (3)


    Grammophon Spezialhaus Berlin

    Reklame für Homocord-Schallplatten

    Schallplattenspieler mit Elektroantrieb (aber damals noch akustischem Tonabnehmer)


    Beil & Voss Schallplattengeschäfte



    Auf einem Einlegezettel: Werbung der Grammophon







    Rückseite des Einlegezettels mit Dirigentenportraits




    Hier noch einige weitere Werbung aus dem Heft:

    Jaques Samuel & Co,, Juweliere
    Hiller Restaurants im Mercedes-Palast.
    Im Tanzpalast: Eric Borchard mit seiner Atlantic-Jazzband

    Freimann & Kreiser, Innenarchitekten

    Weinstuben Mitscher, Französische Straße 17/18

    Alte Meister zu verkaufen: Bilder von berühmten Malern


    Ernst Philippbaar, Polstermöbel


    Rückseite des Programmhefts. Werbung für Bad Elster (Vogtland, Sachsen)






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    Salomon Jadassohn (13.VIII.1831 - 1.II.1902) war ein Komponist, über den wir heute nicht mehr viel wissen. Es schrieb (mindestens) vier Symphonien und zwei Klavierkonzerte, ferner eine Reihe musiktheoretischer Werke.

    Näheres findet sich bei Wikipedia:  http://de.wikipedia.org/wiki/Salomon_Jadassohn.


    Salomon Jadassohn (1831 - 1902)


    Spemans Goldenes Buch der Musik schreibt dazu:


    Text über Jadassohn aus Spemann 1900 
    Text Teil 2 über Jadassohn aus Spemann 1900



    Unverzichtbare Quelle: Spemanns Goldenes Buch der Musik von 1900



    Hier ist das Textheft zu einem Werk mit Namen "Johannistag" op. 134. Es erschien 1897 bei Breitkopf und Härtel und ist "für dreistimmigen Frauenchor und Soli mit Begleitung des Pianoforte". Natürlich wissen wir nicht, wie das Werk klingt, aber es ist vielleicht reizvoll, den pathetischen Text zu lesen und sich vorzustellen, was man "verpasst" hat, wenn man das Werk nicht kennt. Mir macht es jedenfalls immer wieder großen Spaß, in Textheften von vergessenen Werken zu blättern.

    (Ein Klick auf das Bild vergrößert dieses.)














    Die Handlung: Einer armen Mutter mit ihrem Kind wird am Johannistag eine Schatzhöhle geöffnet. Sie darf aber nur EIN Stück mitnehmen. Als sie viele Schätze zusammenrafft, wird ihr das Kind entzogen, die Höhle schliesst sich wieder, die gerafften Schätze aber folgen ihr. Sie läuterte sich und verschenkt ihren Reichtum. Ein Jahr später (2.Teil) öffnet sich die Höhle wieder und ihr Kind wird ihr zurückgegeben.



    Salomon Jadassohn in jungen Jahren













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    Wieder ein Rigoletto und wieder mit Heinrich Schlusnus, aber die Zeiten haben sich geändert. Vorne auf dem Programm findet sich an zentraler Stelle das Hakenkreuz, und die jüdischen Sänger im Programm und jüdischen Geschäfte in den Werbeanzeigen sind verschwunden. Im April 1938, kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges, befand sich Deutschlands auf Höhepunkt der Begeisterung über sich selbst und der Überschätzung seiner Kräfte und Möglichkeiten. Der Optimismus in der Kultur war vermeintlich ungebrochen, und selbstverständlich sangen in der Reichshauptstadt Berlin die besten Kräfte, die sich finden ließen.



    Besetzungsliste Rigoletto 28.IV.1938


    An diesem Abend sangen Heinrich Schlusnus, Helge Rosvaenge und Maria Cebotari. In der gleichen Woche wurden auch Die Verkaufte Braut, Fidelio, Traviata, Siegfried und Götterdämmerung gegeben. Bilder und Artikel, die sich auf diese Vorstellungen beziehen, finden sich ebenfalls im Programmheft. Hier ist die zweite Seite des mittleren Einlegers mit dem Programm der Woche sowie einer Ankündigung der Erstaufführung der Oper "Ingwelde" von Max von Schillings.



    Programm der Staatsoper vom 29. April bis 5. bzw. 14. Mai 1938



    Das Programmheft enthält je einen kurzen Artikel über die Opern Rigoletto, Troubadour und zwei über La Traviata. (Zum Vergrössern anklicken.)



    Artikel über Rigoletto

    Die Entstehung des Troubadour 1

    Die Entstehung des Troubadour 2
    Die Entstehung des Troubadour 3 und La Traviata




    Artikel La Traviata 2 sowie Szenenbild aus La Traviata mit  Rosvaenge und Schlusnus
    Traviata 3 und "Das Urbild der Kameliendame"
    Das Urbild der Kameliendame 2







    Das Urbild der Kameliendame 3

    Der mittlere Einleger mit der Besetzungsliste enthielt auch die Darstellung der Handlung der Oper.









    Zuletzt noch einige Seiten mit Fotos von Darstellern. Ich habe die Fotos nicht ausgeschnitten und die Werbung auf den Seiten gelassen. Da die Fotos nicht komprimiert bzw. datenreduziert sind, sollte sich jeder, der das Foto einzeln haben möchte, sich dieses ohne Schwierigkeiten selbst herunterladen und zurechtschneiden können. Dass die Seiten manchmal etwas schief angelegt sind, bitte ich zu entschuldigen.

    Josef von Manowarda

    Margarete Klose und Rudolf Bockelmann als Fricka und Wanderer

    Max Lorenz als Siegfried und Franz Völker als Siegmund

    Karl August Neumann und Hilde Scheppan

    Szenenbild aus Massenets Manon, Inszenierung Charles Moor als Gast

    Maria Müller als Elsa

    Franziska von Dobay und Fritz Wolff als Schmied von Marienburg

    Szenenbild aus Siegfried Wagners "Der Schmied von Marienburg"

    Jaro Prohaska als Hans Sachs und Heinrich Schlusnus als Peter I. in Zar und Zimmermann


    Zum Schluss noch etwas Werbung von der hinteren Umschlagseite:


    AEG Rundfunkgeräte



    Mercedes Benz (hinterer Umschlagdeckel)





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    Riccardo Zandonai - Altersbildnis



    Der Komponist Riccardo Zandonai (1883 -1944) hat einige Opern hinterlassen, von denen "Francesca da Rimini" zumindestens vom Namen her bekannt ist, wenn auch die meisten sicherlich nicht eine einzige Arie daraus nennen können. Er war ein Schüler von Mascagni und ist heute kaum noch bekannt. In Italien war er in den 30er-Jahren recht populär. Seine Oper "La Farsa amorosa" wurde 1933 in Rom uraufgeführt.
    Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde in Deutschland die kulturelle Luft dünner. Jüdische Komponisten durften sowieso nicht mehr gespielt werden, und auch Komponisten aus dem "verfeindeten Ausland" gerieten unter den Bannstrahl des Regimes. Insgesamt wurden diplomatische Freundschaften und Kriegsallianzen auch in der Kulturpolitik vollzogen. Das führte dazu, dass eine zeitlang nach dem Nichtangriffspakt mit Russland, den Deutschland nicht lange nach seinem Abschluss brach, einige russische Künstler oder Schlager mit "russischem Inhalt" in Deutschland aufgenommen wurden (ich besaß einmal eine grüne Grammophon-Platte von ca. 1939 mit dem Titel "Olga, Tochter der Wolga" - leider habe ich sie nicht mehr). Später waren nur noch Italien und Japan als Verbündete geblieben, wobei Japan kulturell anscheinend zu fremd war, um im deutschen Kulturleben Spuren zu hinterlassen. So war Italien der Hauptaustauschpartner für kulturelle Güter, und besonders auf dem Gebiet der Oper wurde den Italienern traditionell eine Vorrangstellung zugebilligt. Im Jahre 1941 erlebte so die Oper "La Farsa amorosa" an der Berliner Staatsoper ihre deutsche Uraufführung. Es war der Versuch einer Wiederbelebung des Buffo-Genres - ein Kontrast zum Wagnerschen Ernst und sicher zur Ablenkung von dem die Menschen immer mehr in Mitleidenschaft ziehendem Kriegsgeschehen gedacht. Die Oper wurde auf  deutsch gesungen. Leider kann ich kein genaues Datum der Uraufführung angeben, da kein Einlegezettel mit der Besetzungsliste erhalten ist. Aus den Vorankündigungen auf der Seite 8 des Programmheftes (Bildteil nicht mitgezählt) für Januar 1942 lässt sich ableiten, dass es nahe dem Jahresende 1941 gewesen sein muss. Die Besetzung selbst geht aus dem Bildteil des Programmes hervor:

    Maria Cebotari als Lucia
    Peter Anders als Renzo
    Else Tegethoff als Mercedes
    Willi Domgraf-Fassbender als Podesta
    Eugen Fuchs als Spingarda
    Erich Zimmermann als Frulla
    Gustav Rödin als Giacomino
    Irmgard Armgart als Orsola.

    Die Handlung der Oper bezieht sich auf die Novelle "Der Dreispitz" von Don Pedro de Alarcon. Auf diesen Stoff beziehen sich ebenfalls Manuel de Falla in seinem "Dreispitz" und Hugo Wolf in seiner Oper "Der Corregidor". (Von letzterer gibt es aus Kriegszeiten einen Rundfunkmitschnitt von 1944 unter Karl Elmendorff mit Karl Erb und Margarete Teschemacher.)



    La Farsa Amorosa - Titelblatt des Programmheftes 1941

    Eine biografische Skizze mit Opernverzeichnis von Zandonai:




    Zur zugrunde liegenden Novelle:






    Der Bildteil:

    Aus der Spielgemeinschaft "La Farsa amorosa" 1

    Aus der Spielgemeinschaft "La Farsa amorosa" 2

    Aus der Spielgemeinschaft "La Farsa amorosa" 3


    Auf der letzten Seite der Hinweis auf weitere Veranstaltungen: Ankündigung der Erstaufführung von "Carmina Burana" unter Karajan mit Tiana Lemnitz und Willi Domgraf-Fassbänder. Weiterhin: 4.Sinfoniekonzert in der Philharmonie mit Beethovens Missa Solemnis unter Karajan am 18. und 19. Januar 1942 mit Walther Ludwig, Margarete Klose, Tilla Briem und Fred Drissen.
    Für Februar 1942 wird eine Neuinszenierung der "Salome" mit Maria Cebotari unter Clemens Krauss angekündigt.


     Hier noch eine Werbung von der hinteren Umschlagseite.
     




    Centro internazionale di studi Riccardo Zandonai








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    Ich gebe nun zwei Programmhefte der Wiener Oper wieder. Leider fehlt beiden das, was den Sammler am meisten interessiert: der Einlegezettel mit der Angabe der speziellen Vorstellung, zu der das Heft verkauft wurde und worauf die auftretenden Künstler angegeben sind. Die Hefte enthalten aber im ersten Fall einige interessante Artikel über zwei beliebte Sänger und in beiden Fällen mehrere seltene Fotos von aktuellen Vorstellungen der Wiener Oper aus der Zeit um 1930.

    Hier das erste Heft. Es stammt aus dem Jahr 1928  und enthält Bilder aus der Vorstellung der Oper "Jonny spielt auf" von Ernst Krenek. Diese Oper hatte in Wien am 31.XII.1927 Premiere und wurde bis April 1931 insgesamt 31 mal gegeben. Das Heft enthält zwei Artikel über die Sänger Leo Slezak und Hans Duhan. Die genaue Zuordnung zum Jahr 1928 ist ein wenig Detektivarbeit: im Slezak-Artikel wird das Buch "Der Wortbruch" erwähnt, das "letztes Jahr" erschien. Bei Wikipedia kann man nachlesen, dass das Buch 1927 erschien.


    Titelblatt Heft 1

    Artikel Leo Slezak

    Slezak-Artikel 2, Foto mit Wanda Achsel als Anita in "Jonny spielt auf"

    Slezak-Artikel 3

    Artikel Leo Slezak Ende - Artikel über Hans Duhan

    Artikel Hans Duhan 2

    Artikel Hans Duhan 3

    Rückseite des Heftes


    Das zweite Heft, das ich hier vorstelle, stammt aufgrund verschiedener Fotos von Werken, die im Jahr 1930 in Wien gegeben wurden, wohl auch aus diesem Jahr (zweite Jahreshälfte 1930).


    Titelblatt Heft 2

    Vorne im Heft: Ein Foto von Alfred Piccaver

    Das Heft enthält einen Artikel zur Oper "Schwanda, der Dudelsackpfeifer" von Jaromir Weinberger. Die Premiere dieser Oper in Wien war am 16.X.1930. Die Oper wurde in den folgenden vier Jahren insgesamt 34mal gegeben. Im Jahr 1931 war sie unter den zeitgenössischen Werken das Hauptstück im Repertoire der Wiener Oper.



    Der Dudelsackpfeifer Schwanda, von Paul Stefan

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 2, Foto aus "Jonny spielt auf"

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 3, Foto aus "Jonny spielt auf" (Schlußszene)

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 4

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 5

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 6, Foto aus "Der eiserne Heiland"

    "Der eiserne Heiland" ist eine Oper von Max von Oberleitner, die im Jahr 1916 Premiere hatte und in Wien am 16.VI.1930 aufgeführt wurde. Danach wurde sie im Jahr 1930 noch drei mal gegeben und dann noch zweimal im Jahr 1934.

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda (Schluss)



    Es folgt noch ein Artikel von Friedrich Rosenthal zum Thema "Der Musiker im Drama". Es handlet sich um den Abdruck des letzten von mehreren Teilen, die ich leider nicht kenne. Interessanter als der Artikel sind die eingestreuten Fotos:


    Foto aus "Cosi fan tutte"


    Foto aus "Angiolina"

    "Angiolina" ist eine Oper von Antonio Salieri. Sie wurde im Redoutensaal der Oper gegeben. Man kann sie sich als eine Art Kammeroper vorstellen. Die offiziellen Spielpläne der Wiener Oper geben keine Auskünfte darüber, wann diese Oper gegeben wurde.

    Foto aus "Der Taugenichts in Wien"

    "Der Taugenichts in Wien" ist ein Ballett von Franz Salmhofer (1900-1975). Es wurde 1930 uraufgeführt. Genauere Daten sind nicht zu ermitteln.


    Ende des Artikels "Der Musiker im Drama"

    Zuletzte noch zwei Sängerfotos aus dem Programmheft.


    Adele Kern

    Gunnar Graarud



    (Für ergänzende Hinweise bin ich immer dankbar.)

    PS. Die Oper "Jonny spielt auf" findet man zum kostenlosen Download hier:
    http://radiomelasudas-beaumarchais.blogspot.de/2012/10/ernst-krenek-jonny-spielt-auf.html



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    Leo Slezak, Karte aus dem "Ross"-Verlag. Sie stammt vermutlich aus einem Film und datiert von ca. 1930



    Im Jahr 1928 wurde überall der 100.Todestag von Franz Schubert feiererlich begangen. Am 27.Januar 1928 gab Leo Slezak im Großen Musikvereins-Saal einen reinen Schubert-Abend. Wieder begleitet ihn Otto Schulhof.



    Leo Slezak Schubert-Abend 27.I.28 - Programm



    Leo Slezak Schubert-Abend 27.I.28 -2.Seite



    Leo Slezak Schubert-Abend 27.I.28 -Seite 3


    Leo Slezak Schubert-Abend 27.I.28 - Seite 4

    Auch diesmal hat der damalige Konzertbesucher wieder handschriftlich die Zugaben notiert. So gab es neben den 12 Liedern folgende Zugaben:

    Ständchen (Leise flehen meine Lieder)
    Im Abendrot
    Trockene Blumen

    Wiederholt, d.h. im Laufe des Konzertes 2x gesungen wurden folgende Lieder:

    Der Jüngling an der Quelle
    Geheimes
    Nacht und Träume.

    Dem Programm lag Werbung für die Bücher von Slezak mit einer Karikatur von Walter Trier bei.





    1928 gab Leo Slezak mindestens ein weiteres Konzert Im Musikverein, nämlich am 13. Nov. 1928. Er sang den Zyklus "An die ferne Geliebte" von Beethoven und vier Hugo Wolf-Lieder. Den dritten Teil gestaltete, wie im November 1927, der Pianist Marco Goldin mit drei Stücken von Chopin, Moritz Rosenthal und Franz Liszt. Das mittlere Stück, "Papillons" von Rosenthal, wurde wiederholt.

    Danach folgten noch zwei Vortragsgruppen mit Leo Slezak. Zuerst sang er "Tom der Reimer" von Loewe und drei Strauss-Lieder. Zuletzt kamen drei Arien zum Vortrag, nämlich das Schlummerlied aus "Die Stumme von Portici" von Auber, die Blumenarie aus Carmen sowie sein "alter Hit" Amor ti vieta aus Fedora.

    Der Zugabenteil war wieder sehr reichhaltig. Bereits nach dem zweiten Teil mit Wolf-Liedern gab es "Er ist's" und "Der Jüngling an der Quelle" von Schubert als Zugabe, nachdem er vorher schon "Verschwiegene Liebe" wiederholt hatte. Im vierten Teil sang er "Freundliche Vision" 2x und "Ach weh mir unglückhaften Manne" von Strauss am Ende des Vortragsblocks.

    Am Schluß des Konzertes kam es zu einem Zugabenteil mit fünf Titeln:

    Othellos Tod (Slezak gastierte 1928 sehr erfolgreich als Othello an der Berliner Staatsoper)
    Traum durch die Dämmerung (Strauss)
    Ständchen (Brahms)
    Sechse, siebene oder acht (Brüll)
    Vergiss mein nicht (Komponist unbekannt)


    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928



    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928 Seite 3

    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928, Seite 4

    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928, Seite 5

    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928, Seite 6


    Die Vorankündigungen für andere Konzerte der Konzertdirektion Rudolf Kugel standen diesmal auf Seite 2 des Programms. Angekündigt werden u.a. Klavierabende von Sergei Rachmaninoff und Youra Güller, der Geiger Albert Spalding und ein Schallplatten-Konzert mit Columbia-Musikplatten.




    Die zweite Seite des Konzertprogramms vom 13.XI.1928


    Das letzte Stück aus der kleinen Sammlung mit Slezak-Programmen stammt vom 28.Nov. 1929. Leo Slezak wurde diesmal nicht von Otto Schulhof, sondern vom Pianisten Walter Bricht begleitet (der oben in den Vorankündigungen für den 24.XI. 1928 als Begleiter des Cellisten Fredéric Mottier erwähnt wird).


    Eintrittskarten für das Slezak-Konzert am 28.XI.1929
    Diesem Programm lagen zwei Eintrittskarten bei: eine für Parterre und eine für die 1. Galerie an der Seite. Eine ist offensichtlich nicht benutzt (oder nicht abgerissen) worden. Vielleicht hat der Konzertgänger noch eine zweite Karte geschenkt bekommen und sich dann lieber für den Sitz in der Galerie entschieden. Genau wird man es nie wissen, aber es macht Spaß, darüber zu spekulieren...

    Leo Slezak - Liederabend vom 28.XI.1929

    Slezak sang diesmal einen Liederabend mit Liedern von Hugo Wolf und Richard Strauss. Den Abschluß bildete wieder der Schlußgesang aus der frühen Strauss-Oper "Guntram". Den Mittelteil bestritt die Pianistin Anne Michelson aus Baltimore.



    Leo Slezak - Liederabend vom 28.XI.1929 - Seite 2

    Leo Slezak - Liederabend vom 28.XI.1929 - Seite 3

    Leo Slezak - Liederabend vom 28.XI.1929 - Seite 4


    Diesmal sind keine Zugaben handschriftlich vermerkt, aber man darf wohl davon ausgehen, dass es wieder einen umfangreichen Zugabenteil gab. Falls ein Leser dieses Blogs irgendwelche Kritiken über diese Liederabende aus Wiener Zeitungen besitzt, würde mich dies sehr interessieren!












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    Leo Slezak mit zwei Hunden


    Leo Slezak gab in seiner Heimatstadt Wien regelmäßig Liederabende im Großen Saal des Musikvereins. Einige Programme dieser Liederabende aus den Jahren 1926 bis 1929 werden im folgenden wiedergegegben. Bei fast allen Abenden wurde Leo Slezak von Otto Schulhof am Klavier begleitet.

    Eintrittskarten Leo Slezak 2.III.1926


    Am 2.März 1926 sang er Lieder von Schumann, Schubert, Beethoven und Strauss. Im zweiten Teil des Programmes wirkte de Pianistin Angela Engel-Weschler mit einem Soloteil mit (Hochzeitsmarsch und Elfenreigen von Mendelssohn). Anschliessend sang Leo Slezak zwei Opernarien aus "Die Macht des Schicksals" von Verdi (in Deutsch) und "Cielo e mar" (auf italienisch) aus "La Gioconda" von Ponchielli.

    Leo Slezak Konzert 2.III.1926






    Leo Slezak Konzert 2.III.1926 Seite 2

    Leo Slezak Konzert 2.III.1926 Seite 3

    Leo Slezak Konzert 2.III.1926 Seite 4





    Interessant sind auch die Vorankündigungen für Konzerte in den nächsten Wochen. Es fanden u.a. Liederabende mit Rosette Anday, Hans Duhan und Anny Lux (über diese Sängerin habe ich keine Informationen) statt sowie Klavierabende mit Julius Chajes, Juliusz Hertz, Dr. Viktor Ebenstein und ein Konzert mit Pablo Casals.




    Leo Slezak Konzert 2.III.1926 - Vorankündigungen

    Das nächste Programm stammt vom 6. Mai 1927. Slezak sang diesmal die Freischütz-Arie, den Schlußgesang aus "Guntram" von Strauss sowie wie am 2.III.26 die Arie "Cielo e mar" aus "La Gioconda" von Ponchielli. Zwischendurch sang er Lieder von Beethoven (Adelaide), Joseph Marx und Johannes Brahms. Auch diesmal wirkte im zweiten Teil eine Pianistin (Inge Gall) mit, die zwei Stücke von Schumann und Sauer spielte.

    Leo Slezak Konzert 6.V.1927

    Leo Slezak Konzert 6.V.1927 Seite 2

    Leo Slezak Konzert 6.V.1927 Seite 3
    Interessant sind die handschriftlich im Programm notierten Zugaben. Es handelte sich um drei Strauss-Lieder (Zueignung, Ich trage meine Minne, Traum durch die Dämmerung), "Im Kahne" von Grieg, "Sechse, siebene oder acht " von Ignaz Brüll sowie "Lockruf" von Rückauf (wurde auch von Leopold Demuth auf Schallplatte aufgenommen). Zuletzt folgte "Er ist's" von Hugo Wolf. Damit umfasste der Zugabenteil sieben Lieder - genau so viele Lieder wie der "offizielle Teil" enthielt.


    Leo Slezak Konzert 6.V.1927 Seite 4


    Das nächste Konzert, das ich hier dokumentieren kann, fand am 7.XI. 1927 statt. Wurden die vorigen beiden Konzerte von der Konzertdirektion Gutmann veranstaltet, hatte Slezak jetzt zur Konzertdirektion Georg Kugel gewechselt. Diesmal bestand das Programm aus einer Arie am Anfang (Bildnis-Arie aus Zauberflöte) und zwei am Ende (Aus "Das Mädchen aus dem goldene Westen" von Puccini und "Luisa Miller" von Verdi). Dazwischen gab es zwei Blöcke mit je vier Liedern von Schubert und Strauss. Wieder wirkte im zweiten Teil ein Pianist (Marco Goldin) mit, der drei Stücke spielte.


    Leo Slezak Konzert 7.XI.1927


    Leo Slezak Konzert 7.XI.1927 Seite 2

    Leo Slezak Konzert 7.XI.1927 Seite 3

    Auch hier hat der damalige Konzertbesucher wieder die Zugaben notiert. Es waren das Ständchen von Brahms ("Der Mond steht über dem Berge"), "Im Kahne" von Grieg, "Komm an mein Fenster" von einem mir unbekannten Komponisten, "Sechse, siebene oder acht" von Ignaz Brüll, "Er ist's" von Wolf sowie die Arie "Amor ti vieta" aus Feodora von Giordano.

    Leo Slezak Konzert 7.XI.1927 Seite 4 mit Zugaben

    Der Teil im Programmheft mit den Vorankündigungen ist diesmal sehr umfangreich.

    Vorankündigungen November 1927

    Maurice Dekobra war ein damals erfolgreicher Unterhaltungsschriftsteller mit Romanen wie "Ein Freudenmädchen ist gestorben .."oder "Glauben Sie, dass Pauline jemals ein anständiges Mädchen wird?"

    Vorankündigungen November 1927 Seite 2

    Vorankündigungen November 1927 Seite 3

    Umschlagseite mit Ankündigung Yvette Guilbert am 25. und 28.XI.1928



    PS.

    Der Wiener Pianist Paul Badura-Skoda sagte 2002 im Interview über den Pianisten Otto Schulhof:

    Gleichzeitig lehrte mich Otto Schulhoff (sic!), ein Wiener Original. Obwohl er ein genialer Pianist war, fand er allgemein aber wenig Beachtung, weil er scheinbar nach (dem) Prinzip "lieber 10 Minuten am Podium zittern, als zwei Stunden üben" lebte. Er hatte den schönsten Anschlag, den ich neben Edwin Fischer je gehört habe; jedes Klavier hat unter ihm geblüht und geklungen, es war ein Traum. Für mich waren die Bedingungen ideal, da ich bei zwei so vollkommen gegensätzlichen Lehreren gelernt habe. Viola Thern war der Typus der korrekten klassischen Wiener Schule, wo alles genau stimmen muß; Schulhoff eben der imaginäre, phantasievolle Pianist mit Rubato und Temporückung. Da Frau Thern nicht wusste, dass ich noch weitere Privatstunden nahm, hat sie sich oft gewundert, dass ich plötzlich so phantasievoll spielte.

    Weiterlesen kann man HIER.


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    Grete Stückgold gab am Mittwoch, dem 26. Oktober 1932 einen Liederabend in St. Paul, Minnesota. Diese Stadt liegt direkt bei Minneapolis. Der Liederabend beinhaltete drei Blöcke mit je vier Liedern und einer Arie. Ihr Begleiter am Klavier war Frederick Schauwecker.

    Titelseite

    Auf der zweiten Seite wird über die frühere Karriere von Grete Stückgold berichtet, u.a. mit einer Anekdote über ihr Debüt. Ihr Engagement an der Met ab 1927 wird zwar auf dem Titelblatt, aber nicht im Text erwähnt.


    Seite 2

    Die dritte Seite enthält das gesungene Programm: ein Block mit Brahms-Liedern, einer mit gemischten, eher populären Liedern und ein Block mit Hugo Wolf-Liedern. Im vierten Teil sang sie eine einzelne Arie von Weber aus dem Freischütz. Insgesamt ein recht kurzes Programm - wobei man nicht weiss, wie ausgiebig der Zugaben-Teil ausfiel.

    Seite 3 enthält die Aufzählung der gesungenen Lieder

    Die vierte Seite enthält Vorankündigungen kommender Konzerte. Für mich interessant war, dass Heinrich Schlusnus am 17. Januar 1933 ebenfalls in St. Paul einen Liederabend gab. Weiterhin trat der Geiger Andreas Weissgerber auf.

    Seite 4 mit Vorankündigungen

    Der Rest des Programms druckt positive Pressestimmen über vorangegangene Konzerte ab.


    Seite 5

    Seite 6

    Aufnahmen von Grete Stückgold finden sich in meinem anderen Blog:

    http://recordplayer78.blogspot.de/2013/07/grete-stuckgold-fruhe-aufnahmen.html




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    Es ist bekannt, dass die Wiener, zumal in früheren Zeiten, regen Anteil an den Vorstellungen, Stars und Intrigen ihrer Oper nahmen. Dazu passt eine Serie von Postkarten aus der Zeit ca. zwischen 1900 und 1910, also der Zeit, als Gustav Mahler der Generalintendant der Oper war. Sie zeigen Künstler der Oper "am Bühnentürl", d.h. beim Verlassen oder Betreten der Oper. Das Interessante daran ist, die Künstler in natürlichen, ungezwungenen und alltäglichen Positionen zu sehen - geknipst von Vorläufern der "Paparazzi". Die Karten erschienen, soweit sie überhaupt eine Verlagsangabe haben,  im "Verlag Bediene Dich selbst". Das erst Beispiel zeigt die Sängerin Bertha Förster-Lauterer (1869-1936). Sie sang von 1901 bis 1914 an der Wiener Hofoper und wurde von Gustav Mahler verpflichtet. Obwohl sie als eine der großen Sängerpersönlichkeiten aus der Mahler-Ära gilt, hat sie leider nur eine Handvoll Aufnahmen hinterlassen.



    Berta Förster-Lauterer beim Operntheater Bühnentürl

    Der Tenor Erik Schmedes ist dagegen auf Schallplatten wesentlich besser dokumentiert. Er sang von 1898 an an der Wiener Oper und war mehr als 25 Jahre einer der Publikumslieblinge. Leider ist auf dem Bild nicht zu erkennen, ob weitere Sänger abgebildet sind. Ein vornehmer Hut gehörte damals anscheinend zur Alltagskleidung - auch die Passanten tragen solche.


    Erik Schmedes am Bühnentürl

    Das letzte Bild aus meiner Sammlung zeigt Selma Kurz im Gespräch mit Franz Schalk (identifiziert durch eine Anmerkung in Tinte im Untertitel der Karte sowie durch das nächste Bild), der seit 1900 Erster Kapellmeister an der Wiener Hofoper war und später dieses Haus selbst von 1918 bis 1929 leitete. Selma Kurz war ebenfalls ein Star in Mahlers Ensemble und langjähriger Liebling der Wiener. Sie hatte eine kurze Liebesaffäre mit Mahler, bevor dieser Alma Schindler kennen- und liebenlernte.



    Selma Kurz beim Operntheater Bühnentürl mit Franz Schalk


    Im Internet fand ich noch ein weiteres Bild. Es stammt aus der Sammlung der Unibibliothek in Frankfurt am Main und kann dort auch heruntergeladen werden:
    http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7806215/



    Capellmeister Schalk beim Operntheater Bühnentürl
    (Quelle http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7806215/)



    Hier noch die Adresse oder Adressen des Verlages bzw. seiner Verkaufsstellen:


    Förster-Lauterer-Karte, Verlagsangabe





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    Don Carlos 30.X.1936 Besetzung

    Hier ist das Programmheft von einer Aufführung von Verdis "Don Carlos" in Berlin am 30. Oktober 1936. Von Schallplattenaufnahmen her ist die Kombination Heinrich Schlusnus als Posa und Helge Rosvaenge als Don Carlos bekannt. Es gab auch noch andere interessante Koppelungen, die nicht in Tonaufnahmen dokumentiert sind. Keiner der aufgeführten Sänger hat meines Wissens eine Aufnahme aus Don Carlos hinterlassen, ausser Margarete Klose, die die Eboli sang. Carlos und Posa werden von Franz Völker und Herbert Janssen, der damals noch in Berlin war (und bald in die USA gehen sollte) verkörpert. Josef von Manowarda sang den Phillip, Walter Großmann den Großinquisitor. Die Elisabeth wurde von Franziska von Dobay verkörpert, von deren Stimme es keine Aufnahmen gibt. Sie wurde 1900 geboren und sang von 1933 bis 1944 an der Berliner Staatsoper. Danach verliert sich ihre Lebensspur. Ein Foto von ihr findet sich weiter unten.

    Hier das Programmheft im einzelnen (wie immer: anklicken vergrößert die Seiten!)


    Artikel über Verdi von Julius Kapp, mit einer "unveröffentlichten Photographie"




    Erinnerungen an Verdi von Pietro Mascagni, mit Szenenbild aus "Die Macht des Schicksals"






    Marcel Wittrisch und Tiana Lemnitz in Ernani


    Der Einleger: Aussen die Handlung der Oper, innen die Besetzungsliste und die Vorschau.






    Vorankündigung für Siegfried und Götterdämmerung sowie für
    drei Gastspiele von Jan Kiepura



    Der Rest des Programmheftes enthält neben Werbung noch einige Fotos:





    Was Dr. Erich von Puttwitz und Gaffron mit der Staatsoper zu tun hatte, konnte ich nicht herausfinden. Ein gleichnamiger Mann wurde 1952 zum Kurdirektor ernannt. Sonst habe ich nichts über ihn gefunden.




    Hier noch einmal die Fotos in groß:

    Max Lorenz als Tannhäuser, Rudolf Bockelmann als Wanderer



    Margarete Klose


    Dr. h.c. Erich von Prittwitz und Gaffron und Franziska von Dobay

    Dr. Julius Kapp, Dramaturg der Staatsoper, und Frida Leider








    Josef von Manowarda und Heinrich Schlusnun





    Verdi, nach einer unveröffentlichten Photographie










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    Im folgenden wird hier die Abteilung "Bildnisse der darstellenden Künstler" (S. 152 bis 204) aus dem Festspielführer von 1926 wiedergegeben. Es konnten nicht alle Bilder gleich gut reproduziert werden, aber insgesamt ist es eine schöne Sammlung von Fotos, die auch Konterfeis von Sängern bietet, deren Bilder nicht oft zu finden sind. Zum Glück ist der Führer sehr stabil gebunden, so dass ich die Seiten auf den Scanner pressen konnte, ohne dass sich die Bindung gelöst hat. Bei anderen Büchern aus meiner Sammlung ist das wesentlich schwieriger...

    Paul Bender

    Paul Bender als Hagen

    Hendrik Appels

    Elisabeth Feuge

    Hedwig Fichtmüller

    Fritz Fitzau

    Fitzau, Fritz, Tenor, * 1895 (?); seine Bühnenlaufbahn begann er 1921 am Landestheater von Dessau, wo er bis 1924 auftrat. Danach wurde er an die Staatsoper von München verpflichtet, der er bis 1930 angehörte, und wo er u.a. 1927 in der Uraufführung der Oper »Coeur As« von Hugo Röhr mitwirkte. Von München aus wechselte er an das Staatstheater von Kassel, dessen Mitglied er bis 1937 war. Im Mittelpunkt seines Bühnenrepertoires, das er auch bei Gastspielen an führenden deutschen Theatern (u.a. Deutsche Oper Berlin 1928, 1929) vortrug, standen jugendliche und heldische Partien wie der Florestan im »Fidelio«, der Rienzi, der Tannhäuser, der Walther von Stolzing in den »Meistersingern«, der Froh im »Rheingold«, der Parsifal, der Pedro in »Tiefland« von d'Albert, der Königssohn in den »Königskindern« von Humperdinck, der Fremde in »Das Wunder der Heliane« von Korngold, der Menelas in der »Ägyptischen Helena« von R. Strauss, der Novagerio in Hans Pfitzners »Palestrina«, der José in »Carmen«, der Radames in »Aida« und der Othello von Verdi. In Kassel wirkte er 1931 in der Uraufführung der Oper »Nadja« von Eduard Künneke mit.
    [Lexikon: Fitzau, Fritz. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 7693 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1152 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    PS. Auf dem Bild sieht der Künstler älter als max. 31 Jahre aus, weshalb das Geburtsdatum wahrscheinlich eher als 1895 liegt...
    Ella Flesch

    Anni Frind


    Josef Geis als Beckmesser

    Julius Gleß (Gless)

    Emil Grifft

    Grifft, Emil, Bariton, * 27.1.1879 Ingolstadt, † 25.11.1941 München; er begann seine Karriere 1906 am Theater des Westens Berlin, ging 1907 an das Stadttheater von Kiel und von dort für die Spielzeit 1913-14 an das Opernhaus von Breslau. Danach lebte er gastierend in München. 1916 kam es dann zu einem Engagement an der Münchner Hofoper, an der er bis 1933 wirkte. In München trat er u.a. in den Uraufführungen der Opern »Die Vögel« (1920) und »Don Gil von den grünen Hosen« (1924), beide von Walter Braunfels, und in »Die geliebte Stimme« von Jaromir Weinberger (1931) auf. Zu Beginn seiner Bühnenkarriere sang er Partien wie den Minister im »Fidelio«, den Fliegenden Holländer, den Telramund im »Lohengrin«, den Sebastiano in »Tiefland« von d'Albert, den Abimelech in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und den Tonio im »Bajazzo«. Im weiteren Verlauf seiner Karriere wandte er sich dann mehr dem Charakterfach zu und trat jetzt als Alberich im Ring-Zyklus, als Harlekin in »Ariadne auf Naxos«, als Zuniga in »Carmen«, als Melot im »Tristan« und als Alcindor in »La Bohème« auf. Gastspiele führten ihn an die großen Theater im deutschen Sprachraum, u.a. 1908 und 1917 an das Stadttheater von Zürich.
    [Lexikon: Grifft, Emil. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 9500 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1405 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Fritzi Jokl

    Gertrud Kappel

    Gertrud Kappel als Isolde

    Heinrich Knote

    Heinrich Knote als Siegfried

    Fritz Krauß (Krauss)

    Fritz Krauss als Tamino

    August Kleffner

    Kleffner, August, Bariton, * 31.10.1888 Wuppertal- Elberfeld, † (?); er begann seine Karriere 1912 mit einem Engagement am Stadttheater von Koblenz und wechselte von dort 1915 an das Stadttheater von Mainz, dann an das Stadttheater von Heidelberg. Von dort wurde er 1923 an die Bayerische Staatsoper München berufen, deren Mitglied er bis 1929 blieb. In München wirkte er 1924 in der Uraufführung der Oper »Don Gil von den grünen Hosen« von W. Braunfels mit. In seinem Repertoire fanden sich vor allem Partien für Spiel-Bariton und Charakterrollen, darunter der Minister im »Fidelio«, der Ottokar im »Freischütz«, der Melot im »Tristan« und der Alberich in den Opern des Ring-Zyklus. Nach seinem Ausscheiden aus dem Ensemble der Münchner Oper ging er von München aus einer weiteren Gastspieltätigkeit nach und trat in Konzerten auf.
    [Lexikon: Kleffner, August. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 12620 (vgl. Sängerlex. Bd. 6, S. 1832 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Emmy Krüger


    Leone Kruse


    Kruse, Leone, Sopran, * 25.12.1898 New York; sie erhielt ihre Ausbildung in New York und in Deutschland. Dort war sie 1924-27 an der Bayerischen Staatsoper München engagiert, trat danach gastierend auf und war in den Jahren 1930-32 Mitglied des Deutschen Theaters in Prag. Sie zog sich bald danach vom Opernbetrieb zurück, obwohl sie bei Gastspielen an führenden Opernhäusern große Erfolge gehabt hatte. So war sie 1927 an den Staatsopern von Dresden und Berlin, 1928 an der Staatsoper Wien zu Gast. An der Münchner Staatsoper wirkte sie 1925 in der Uraufführung der Oper »Juana« von Max Ettinger (in der Titelrolle) mit. Zu ihren großen Kreationen auf der Bühne zählten die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Aida und die Tosca.
    [Lexikon: Kruse, Leone. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 13337 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 1929 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Lotte Lehmann

    Robert Lohfing


    Lohfing, Robert, Baß-Bariton, * 1.10.1876 Blankenheim (Thüringen), † 29.3.1929 Berlin; er war der jüngere Bruder des bekanten Bassisten Max Lohfing (1870-1953), der an der Hamburger Oper wie bei Gastspielen eine große Karriere hatte. Robert Lohfing kam 1906 an die Hofoper von München und blieb für die folgenden zwanzig Jahre bis 1926 deren Mitglied. 1926 ging er an die Städtische Oper Berlin, an der er bis zu seinem Tod blieb. Er sang auf der Bühne sehr viele, auch kleinere Partien aus dem Charakter- und dem Spielfach (Luther in »Hoffmanns Erzählungen«, Fiorillo im »Barbier von Sevilla«, Notar im »Rosenkavalier«, Maurevert in den »Hugenotten« von Meyerbeer), wurde aber dadurch zu einem unentbehrlichen Ensemblemitglied. Gelegentlich trat er auch in großen Partien vor sein Publikum; er wirkte in der Münchner Uraufführung der Oper »Palestrina« von Hans Pfitzner mit (12.6.1917 im Prinzregenten-Theater). Er trat auch als Konzertsänger auf.

    [Nachtrag] Lohfing, Robert; er war 1898-1901 am Stadttheater von Halle/Saale und 1901-02 am Stadttheater von Essen als Chorsänger und für kleine Rollen engagiert. 1902-03 erfolgte seine Ausbildung zum Solisten in Weimar. 1903-06 sang er als solcher am Stadttheater von Zürich, seit 1906 an der Hofoper München. Hier wirkte er 1924 in der Uraufführung der Oper »Don Gil von den grünen Hosen« von W. Braunfels mit. Partien aus seinem Repertoire: Masetto im »Don Giovanni«, Schaunard in »La Bohème«, Truffaldino in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, Dr. Cajus in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, Bartolo im »Barbier von Sevilla«.

    [Lexikon: Lohfing, Robert. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 14668 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 2111 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Nelly Merz-Gerke

    Felicie Hüni-Mihacsek

    Hans Hermann Nissen


    Elisabeth Ohms

    Maria Olczewska

    Heinrich Rehkemper

    Heinrich Rehkemper als Figaro

    Wilhelm Rode

    Wilhelm Rode als Wotan

    Nicolai Reinfeld

    Aline Sanden

    Martl Schellenberg

    Martl Schellenberg als Cherubino


    Schellenberg, Martel, Sopran, * 1895 Leipzig, † 22.3.1983 München; sie studierte in Leipzig und debütierte 1917 am Hoftheater von Altenburg (Thüringen). Sie sang dann am Stadttheater von Hagen in Westfalen und am Opernhaus von Frankfurt a.M. 1924 wurde sie an die Bayerische Staatsoper in München berufen, wo sie bis 1938 wirkte. Hier hat sie in dieser Zeit allein 35 große Partien aus dem Fachbereich der Koloratursoubrette gesungen, darunter als wichtigste das Ännchen im »Freischütz« von Weber, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Marzelline in Beethovens »Fidelio«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit« und die Adele in der »Fledermaus«. 1926 hatte sie in München einen besonders großen Erfolg in der Operette »Der Mikado« von Arthur Sullivan; 1931 wirkte sie dort in der Uraufführung von Hans Pfitzners Oper »Das Herz« mit. 1926-35 gastierte die Künstlerin mehrfach in Spanien; Gastspiele führten sie weiter an die Staatsoper von Wien, an Bühnen in der Schweiz und in Griechenland. Auch als Konzertsopranistin erlangte sie hohes Ansehen.

    Wahrscheinlich sind von ihrer Stimme keine Schallplatten vorhanden.
    [Lexikon: Schellenberg, Martel. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 21601 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3090 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Signe Schillander


    Schillander, Signe, Mezzosopran, * 19.6.1888 Stockholm, † 11.4.1964 Stockholm; sie war Schülerin des Stockholmer Gesangpädagogen Gillis Bratt und vervollständigte ihre Ausbildung in Deutschland und Italien. Sie debütierte 1916 als Gast an der Königlichen Oper Stockholm in der Partie der Amneris in »Aida« und war 1917-25 Mitglied dieses Hauses. Dort wirkte sie u.a. 1919 in der Uraufführung der Oper »Domedagsprofeterna« von Wilhelm Peterson- Berger mit. 1925 ging sie für eine Spielzeit an das Stadttheater von Chemnitz, 1925-28 war sie an der Münchner Staatsoper engagiert. Sie lebte dann als Pädagogin in Stockholm. Ihre Repertoire bestand aus den großen klassischen Partien für Alt und Mezzosopran, wobei die Carmen und die Ortrud im »Lohengrin« als ihre besten Leistungen angesehen wurden.

    Schallplatten: 1919 wurden sechs Titel akustisch auf schwedischen HMV-Platten aufgenommen.
    [Lexikon: Schillander, Signe. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 21669 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3100 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Emil Schipper

    Elisabeth Schumann

    Elisabeth Schumann als Despina

    Carl Seydel

    Carl Seydel als David in den Meistersingern

    Berthold Sterneck


    Sterneck, Berthold, Baß, * 1890 (?), † 25.11.1943 München; er begann seine Karriere 1913 am Theater von Saaz (Zatec, CSR), war 1916-20 am Theater von Graz, 1920-23 am Deutschen Theater Prag engagiert und wurde 1923 an die Bayerische Staatsoper München berufen. Er konnte seitdem eine große, internationale Karriere entwickeln. Er galt bald als einer der führenden Bassisten seiner Generation, wobei man vor allem seine darstellerische Begabung in komischen Partien neben der Tonfülle seiner tiefen Baßstimme hervorhob. Als seine größte Kreation galt der Ochs auf Lerchenau im »Rosenkavalier« von Richard Strauss. 1929 wirkte er an der Münchner Oper in der Uraufführung der Oper »Samuel Pepys« von Albert Coates (in der Titelrolle), 1931 in der von »Die geliebte Stimme« von J. Weinberger mit. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1935 den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«. Bereits 1926 (und nochmals 1934) erlebte man in Amsterdam seinen Leporello im »Don Giovanni«, 1932 in Frankfurt a.M. seinen Ochs. An der Wiener Staatsoper war er besonders beliebt; hier war er 1931, 1936 und 1938 zu Gast. 1934 wirkte er an der Covent Garden Oper London in den englischen Premieren der Opern »Arabella« von R. Strauss und »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von Jaromir Weinberger mit. Weitere Gastspiele in Antwerpen, Genf, Prag, Basel, Lyon und Florenz, wo man ihn 1935 als Osmin hörte. 1938 gastierte er an der Oper von Bordeaux. Als Jude hatte er nach 1933 in Deutschland ein schweres Schicksal zu ertragen; 1936 mußte er seine Karriere in München beenden, konnte aber noch einige Gastspiele im Ausland (u.a. 1938 in Wien) absolvieren. Bis zu seinem Tod war der große Opern- und Konzertbassist anhaltenden Schwierigkeiten und Verfolgungen ausgesetzt.

    Schallplatten: Eigentliche Schallplattenaufnahmen seiner Stimme sind nicht erhalten; vielleicht singt er jedoch in Ausschnitten aus dem »Rosenkavalier« auf EJS eine kurze Passage. 1987 wurde auf Belvedere ebenfalls eine kurze Szene aus dem »Rosenkavalier« (aus einer Wiener Aufführung von 1936) veröffentlicht.
    [Lexikon: Sterneck, Berthold. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 23322 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3344 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Richard Tauber

    Elisabeth Waldenau

    Waldenau, Elisabeth, Alt, * 1898 (?), † 1983 München; sie war in den Jahren 1920-26 als Opernsängerin in München tätig, sang 1927 am Stadttheater von Krefeld und 1928-30 am Stadttheater Elberfeld-Barmen (Wuppertal). In der Folgezeit trat sie vor allem als Konzert- und Rundfunksängerin in Erscheinung. Sie wirkte in Opernsendungen der deutschen Radiostationen in einer Vielzahl von Sendungen mit, wobei sie ein weit gespanntes Opern- wie Konzertrepertoire zum Vortrag brachte. 1937-39 war sie beim Reichssender München verpflichtet. Sie gastierte während dieser Zeit jedoch auch an führenden deutschen Bühnen, darunter an der Staatsoper und am Deutschen Opernhaus Berlin. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war sie an der Bayerischen Staatsoper München anzutreffen. Dort hatte sie bereits ganz am Anfang ihrer Karriere am 4.12.1920 in der Uraufführung der Oper »Die Vögel« von Walter Braunfels mitgewirkt. In München verbrachte sie auch ihren Ruhestand.

    Schallplatten: DGG (Marcellina in »Figaros Hochzeit«, Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«), BASF (Querschnitt durch Verdis »Othello«), Preiser- Acanta (Marcellina in »Figaros Hochzeit«, Marthe im »Faust« von Gounod).
    [Lexikon: Waldenau, Elisabeth. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 25352 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3642 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Hermann Wiedemann

    Erik Wildhagen


    Wildhagen, Erik, Bariton, * 6.6.1894 Pirna-Copitz (Sachsen), † 6.6.1966 Passau; eigentlicher Name Erich Lehmann. Er wurde zunächst Lehrer und nahm am Ersten Weltkrieg als Soldat teil. Während eines Lazarettaufenthalts wurde seine Stimme entdeckt und durch R. Handtke in Dresden ausgebildet. Er sang dann am Dresdner Albert-Theater als Operettensänger und 1919-23 als Opern-Tenor am Sächsischen Landestheater Dresden, einer Wanderbühne. Nachdem seine Stimme sich zum Bariton gewandelt hatte und nach weiteren Studien in Italien bei dem berühmten Mattia Battistini in Rom und dem nicht weniger berühmten Giuseppe Borgatti in Mailand wurde er 1925 als erster Bariton an die Staatsoper von München verpflichtet. Hier debütierte er als Rigoletto und blieb bis 1930 Mitglied des Hauses. Bereits zuvor hatte er 1924-25 am Teatro Costanzi in Rom einige erfolgreiche Bühnenauftritte gehabt. Gastspiele führten ihn an die Staatsoper von Wien (1927, 1929, 1931) und nach Amsterdam (1933), 1930-31 bereiste er die USA. 1934-41 wirkte er als Bühnendirektor und Regisseur am Staatstheater von Karlsruhe, mußte aber seine Sängerkarriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. 1941 übernahm er die Leitung des Stadttheaters von Mühlhausen (Mulhouse) im Elsaß. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er in dem Jahrzehnt 1951-61 Intendant des Städtebundtheaters Passau- Landshut in Bayern. Aus seinem Bühnenrepertoire sind der Papageno in der »Zauberflöte«, der Don Giovanni, der Donner im »Rheingold«, der Klingsor im »Parsifal« und der Titelheld in »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von Weinberger zu nennen. Auch als Konzertsänger erfolgreich aufgetreten.

    Schallplatten: Von der Stimme des Künstlers wurden einige Aufnahmen auf Vox gemacht, die jedoch bislang nicht veröffentlicht wurden.
    [Lexikon: Wildhagen, Erik. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 25914 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3724 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]




    Luise Willer

    Otto Wolf


    Otto Wolf als Siegmund

    Erich Zimmermann

    Erich Zimmermann als Mime

    Desider Zador als Alberich





    Alle Abbildungen stammen aus dem Buch: Die Bayrischen Staatstheater . Wagner- und Mozart-Festspiele München 1926, hrg. von der Generaldirektion der Bayrischen Staatstheater, München 1926



    Angaben zur Quelle

    Umschlag






    0 0



    Im folgenden möchte ich einige Teile aus dem offiziellen Festspielführer aus dem Jahr 1926 wiedergeben, um die Wagner- und Mozart-Festspiele im München zu dokumentieren. Sie fanden zwischen dem 1.VIII.1926 und dem 5.IX.1926 statt, wobei die Wagner-Opern (Meistersinger 4x, Der Ring des Nibelungen 2x, Parsifal 4x, Tristan 2x) im Prinzregenten-Theater aufgeführt wurden. Die Mozart-Aufführungen (Entführung, Figaros Hochzeit, Cosi fan tutte, Zauberflöte und Don Giovanni, alle jeweils 2x) fanden im Residenz-Theater statt. Im weiteren Verlauf wird ein Spielplan angegeben, die Spielstätten dokumentiert und werden die Dirigenten vorgestellt.


    Seite 2: Staatsminister Dr. Franz Matt




    Seite 3 Impressum






    Inhaltsverzeichnis
    Das Buch wird hier fast komplett wiedergegeben, insbesondere alle Fotos. Es entfallen lediglich die Seiten 96 bis 123, in der die Entstehungsgeschichten der aufgeführten Opern wiedergegeben werden. Dieser Artikel unterschiedet sich kaum von einem ausführlichen Opernführer und wird hier aus Platzgründen weggelassen. Ebenfalls weggelassen wurden die Seiten 128 bis 135 über "Die Dramaturgie der Opern Mozarts und Wagners" von W.v.Waltershausen.

    Es folgen die Auflistungen des Personals der Bayrischen Staatsoper, die die Aufführungen maßgeblich trug.



    Seite 9
















    Seite 20: Festspielgäste 1926

    Die Festspielgäste, d.h. Künstler, die nicht dauerhaft zur Bayrischen Staatsoper gehörten, umfassten die Dirigenten Karl Muck und Clemens Krauss sowie die Sänger Lotte Lehmann, Elisabeth Schumann, Maria Olczewska, Emmy Krüger, Emil Schipper und Richard Tauber.


    Es folgt ein Bildteil mit Personen aus der Administration der Oper.


    Generalintendant Clemens Freiherr von und zu Frankenstein


    Verwaltungsdirektor Konstantin Heydel


    Direktor der Abteilung für künstlerische Verwaltungs- und Rechnungsangelegenheiten Dr. Arthur Bruckner

    Operndirektor Hans Knappertsbusch

    Oberspielleiter Max Hofmüller

    Direktor der Bühnenbildner Leo Pasetti

    Technischer Direktor Adolf Linnebach

    Spielleiter Willi Wirk

    Regisseur Kurt Barré

    Direktionsbaurat Albert Rall

    Chordirektor Konrad Neuger

    Ballettmeister Heinrich Kröller


    Es folgt der ausführliche Spielplan:
    Der Spielplan der Festspiele

    Aufführungen und Sänger 1. bis 4. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 4. bis 7. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 8. bis 12. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 13. bis 16. VIII. 1926



    Aufführungen und Sänger 17. bis 21. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 21. bis 25. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 27. bis 30. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 31. VIII. bis 4. IX.  1926

    Aufführungen und Sänger 4. bis 5. IX.  1926

    Es folgt "München als Mozart- und Wagnerstadt" von Hermann Freiherr von der Pfordten.















    Es folgt nun eine Vorstellung der Münchner Festspielhäuser, dh. ein Artikel über die Spielstätten.

    Als erstes: Das Residenztheater.


    Innenansicht des Residenztheaters (auf Bild klicken zum Vergrößern)



    Der Vorbesitzer merkt an, dass das Residenztheater nicht nur das erste Theater
    mit elektrischem Licht war, sondern auch das erste mit Drehbühne.

    Als zweites wird das Prinzregenten-Theater vorgestellt.



    Das Prinzregenten-Theater

    Innenansicht des Prinzregenten-Theaters





    Es folgt: "Die Münchner Festspiele - Ein geschichtlicher Rückblick" von Alfred Steinitzer.





    S. 73: Bilder von Ernst von Possart, Hermann Levi und Felix Mottl










    Es folgt nun ein Artikel über die Dirigenten der Festspiele 1926, von Richard Specht. Zunächst über Karl Muck:




    Generalmuskdirektor Karl Muck
    Als nächstes geht es um Hans Knappertsbusch (Beginn unten auf der Seite):

    Karl Muck und Hans Knappertsbusch am Bühneneingang des Prinzregenten-Theaters


     Als drittes folgt der Artikel über Clemens Krauss.


    Es gibt viele Fotos, auf denen Clemens Krauss blasiert ins Bild schaut und sehr snobistisch wirkt - so auch hier...
    Clemens Krauss, damals noch Intendant in Frankfurt am Main.




    Die Dirigenten Karl Böhm und Karl Elmendorff werden gemeinsam abgehandelt:




    Karl Böhm (geb. 1894) in einem Foto von 1926 oder eher

    Karl Elmendorff (geb. 1891) in einem Foto von 1926 oder eher


    Dann folgen auf den Seiten 124 bis 127 noch einige Gruppenbilder bzw. Bühnenfotos im Querformat. Ich kann sie im Blog nicht so groß darstellen wie hochformatige Bilder, aber wenn man daraufklickt, kann man sie vergrößert ansehen.

    Das Orchester der Bayrischen Staatstheater 1926

    Parsifal und die Blumenmädchen

    Aus Parsifal: Amfortas und die Gralsritter

    Aus Meistersinger: "Mädels aus Fürth"

    Zuletzt noch die Seiten 141 bis 150 mit zwölf Bühnenbildern von Leo Pasetti und einem Artikel von ihm: "Das Szenenbild bei Richard Wagner".



    Aus "Don Giovanni" 1926

    Aus "Don Giovanni" 1926

    Aus "Die Zauberflöte" 1926

    Aus "Die Entführung aus dem Serail" und "Rheingold" 1926

    Siegfried und Götterdämmerung 1926

    Parsifal 1926






    Im zweiten Teil, hier im Blog bereits veröffentlicht im November 2013, folgen die Bildnisse der beteiligten Sänger, manchmal ergänzt um ihre Biographie.

    Als kleiner Nachtrag zu Clemens Krauss hier noch ein Foto aus sehr jungen Tagen:


    Clemens Krauss in jungen Jahren

    Ein weiteres Snob-Foto findet sich unten. Nicht umsonst werden im Artikel über ihn (Seite 88 bis 91) seine aristokratische Art und sein "ironischer Mund" hervorgehoben.



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    In Ergänzung zu meinen Beiträgen über Alexander Kipnis in meinem anderen Blog gebe ich hier noch zwei Artikel aus dem "Record Collector" wieder. Sie erschienen 1974, als Kipnis (1891-1978) noch lebte. Der Artikel von Alfred Frankenstein gibt noch viele eigene Erinnerungen des Autors an Opernabende im Berlin der 30er-Jahre wieder und stellt somit ein wertvolles Dokument eines Zeitzeugen dar. Der Artikel von Eduardo Arnosi stellt Daten zu Auftritten zusammen, die heutzutage kaum noch zu finden sind.

    Alfred Frankenstein (1906-1990) lebte als Musikritiker bis 1933 in Berlin. Sein Archiv befindet sich heute in der Berliner Akademie der Künste.

    http://www.adk.de/de/archiv/archivbestand/musik/index.htm?hg=musik&we_objectID=111


    Diesmal habe ich die Artikel mit einem Einlese-Programm (ABBYY Fine Reader) in Text übertragen, damit sie leichter lesbar sind. So ganz scheint es technisch nicht funktioniert zu haben, aber die Text sind wenigstens les- und kopierbar.



    ALEXANDER KIPNIS







    This nomadic life did not last long, as the local Governor of the province ordered the stop of the theatre performances. During that time of compulsory vacation the young singer learnt his first song, it was "Der Leiermann" (The organ grinder) by Schubert. It happened that the mood and the fate of the song's hero was in tune with young Kipnis' own life and feelings. His next stop was a town called Rovno in the same province of Volynia. With his one and only song "Der Leiermann" he auditioned and was accepted as soloist and member of the choir of the local synagogue. There he stayed for two years and these were years pleasant enough, with sufficient food as a very important point. But then the cantor, his boss, decided to move to the Polish town of Siedlce and Kipnis went with him. Some time later however he left for Warsaw in order to start his serious studies in music and singing. To maintain himself and to pay for the lessons, he sang in a synagogue as well as in a Jewish theatre. The time approach-ed now for military service in the Russian army. The young Jewish boy did not feel any attachment to a state that gave him so little, so he took the first opportunity to leave for Berlin. Here again the same pattern of life ensued: singing in the large synagogue in the Fasanen-strasse (West Berlin, Charlottenburg) and besides in German operetta theatres, just in order to maintain himself and to pay for his lessons. When it became necessary to buy a new suit to replace the old worn-out one, he even sang at funerals.

    In the beginning of his Berlin stay Kipnis studied with an Italian voice teacher, later with a German one. The voice began to develop in power and brilliance and he saw his path cut out in opera and concert. Verdi, Wagner, Mozart, Richard Strauss, Weber, Beethoven with their operatic works as well as Schubert, Schumann, Brahms and Wolf with their Lieder were the young singer's constant inspiration, he lived and dreamed music.

    All this was suddenly broken up by the start of the first world war in 1914. Kipnis was then just twenty-three years of age. He was forbidden to sing either in the theatre or in the synagogue and classified as an enemy alien since he had still his Russian passport. But with good luck he was recommended by a theatrical agent to the director of the Hamburg opera house where he stayed for two fruitful years building up his repertory and learning also to act. From Hamburg his way led to the then Hofoper of Wiesbaden, where he remained for three years, appearing in many parts and also building up his repertory of Lieder.
    In 1919 Kipnis joined the Deutsche Opernhaus in Berlin-Charlottenburg and stayed there for eleven years, until 1930. In 1925 when Bruno Walter was appointed musical director of the opera housc, it changed its name into Städtische Oper Berlin and competed very successfully with the State Opera (unter den Linden and later also Kroll Oper).

    It was in Berlin at the Städtische Oper that I heard Kipnis, then already recognised as a singer of the front line and by chance it was the same performance of "Boheme' which was also my first sight of Maria Ivogün on the opera stage. She was Mimi and Kipnis was Colline and subsequently I heard Kipnis in all his bass roles, as Daland (with Schipper and Bettendorf), as Cardinal in "The Jewess" with Enderlein and Dusolina Giannini, as Ramphis (with Grete Stückgold. C. M. Oehman, Wilhelm Rode). In the first great Bruno Walter premiere, "Fidelio", Kipnis was the minister Don Fernando amidst a star-studded cast which included Helene Wildbrunn, Karl Aagard Oeslvig, Lotte Schoene, Paul Bender and Wilhelm Rode. With Grete Stückgold and Josef Burgwinkel he sang Mephisto in Gounod's "Faust"; in "Tristan und Isolde" with Wildbrunn, Onegin, Enderlein, Rode, his King Marke was outstanding in legato singing and acting. Among his new parts was the small one of the doctor in Pfitzner's seldom played opera "Der arme Heinrich" which Walter, as friend of Pfitzner tried (1927) to transplant to Berlin with a great cast consisting of Lotte Schoene, Wildbrunn, Rode, Oestvig. Another attempt to make the Berlin opera fans fond of Korngold's "Das Wunder der Heliane" also misfired, despite a cast of Grete Stückgold, Fidesser, Emil Schipper and Kipnis as the Doorkeeper (Pförtner) (1928). In the same year Kipnis was heard in much more substantial parts, as Sarastro in the "Magie Flute" with Karl Erb and Käthe Heidersbach and as Hagen in "Götterdämmerung" with Nanny Larsen-Todsen, Sigrid Onegin and Enderlein. While the public did not take kindly to "L'amore dei tre re" by Monternezzi (1928) the old king of Kipnis became one of his finest parts (with Riavez, Julien, Fischer).
    The new season 1928-9 presented us Kipnis in what I think was his most memorable part—King Philipp in "Don Carlos". Though the opera, conducted by G. Sebastian, lacked a Posa and an Elizabeth of the front rank, there was Sigrid Onegin as a marvellous Princess Eboli, there was C. M. Oehman as Carlos in his prime, and in the duet between King and Grand Inquisitor we heard Kipnis and Ludwig Hofmann in this scene full of dramatic impact. I shall never forget the great aria of the sad old king "Ella giammai m'amo" as sung by Kipnis, he was then only thirty seven years of age, but he played and acted by singing the tragedy of the betrayed old man as none has equalled him since. I attended as many performances of this opera as possible, Berlin Opera fans rushed to hear again and again Kipnis, Onegin and Oehman, the three pillars of this "Don Carlos".

    During the first Berlin Festival of June 1929 when Toscanini came over with the stars of La Scala, there was a gala performance of "Tristan und Isolde" conducted for the first time by Wilhelm Furtwängler who then made his return to opera conducting after having limited himself for seven years to musical direction of the Berlin Philharmonic Orchestra. His cast was an extraordinary one, Melchior, Frida Leider, Sigrid Onegin, Friedrich Schorr and Kipnis again as King Marke. It was a night to remember.

    Thanks to the co-ordination of the three Berlin opera houses under Heinz Tietjen (Bruno Walter had by then left Berlin) Kipnis could now be heard also in the Staatsoper. So he appeared in the "Schauspielhaus"—not in the Staatsoper, considered too large for this Mozart opera—as Figaro in a new performance conducted also by Furtwangler who had regained his old love for opera .This happened also in June 1929, the same week as the "Tristan" mentioned above. The singers were, apart from Kipnis, Lotte Schoene and Margret Pfahl from the Städtische Oper as well as Hans Reinmar, while Nelly Merz had to be invited as Countess.

    The new season 1929-30 found Kipnis firmly established at the Staatsoper Unter den Linden, but he continued to sing also in Charlottenburg. So there was at the former opera house an excellent "Zauberflöte" conducled by Leo Blech with Roswaenge, Fr. Schorr, W. Domgraf-Fassbänder, Gitta Alpar, Käthe Heidersbach and with Kipnis as benevolent Sarastro. In April 1930 however there was a new "Don Giovanni" under the musical direction of Furtwängler in the Städtische Oper with a cast hard to equal: Reinmar, L. Hofmann, Rose Pauly, Käthe Heidersbach, Maria Ivogün, Fidesser and the Leporello of Kipnis. This became a Standard cast with only Marcel Wittrisch sometimes taking the part of Don Ottavio. This was Mozart singing at the finest, and old Berlin opera lovers remember gratefully those performances.

    From 1930 onwards the appearances of Kipnis in Berlin became rarer owing to his commitments in America. There was a lonely "Nozze di Figaro" conducted by Kleiber (June 1930) with the lovely voices of Delia Reinhard and Maria Ivogün as Countess and Susanna, Gitta Alpar and Janssen while Kipnis presented his well beloved Figaro. Maybe I should mention one fact: Kipnis as I remember him was one of those rare singers from whom you get always a first class performance, his singing and acting always justified his high reputation, you felt yourself secure when listening to his voice. Despite the hardness of his youth of which I have told in the beginning, he was fortunate in being given excellent health, a gift so urgently required by singers who are moving between the capitals of the world.

    When the Nazi party conquered the German republic and Jewish artists were evicted from their employments, the two Jewish bass singers of front rank in the Berlin Staatsoper were asked to stay—not out of human kindness but simply owing to the fact that the Nazis had nobody to take the place of Kipnis and Emanuel List. They continued to sing until 1935, while Friedrich Schorr with his feeling for the coming political events had left Berlin before the ascent of Hitler. The last great pre-Nazi premiere was the "Meistersinger" in October 1932 with one of the finest casts ever assembjed for this work: Furtwängler conducted, Bockelmann was Sachs, Kipnis Pogner and Lotte Lehmann came over from Vienna to sing Eva. Janssen, Fritz Wolff and Gustav Schützendorf were heard in other important parts. The sound of Kipnis' great speech in the first Act "Das schöne Fest, Johannistag" is still in my ears—after more than forty years. This was one of the last sunset premieres of grandeur prior to 1933.

    In the Staatsoper work continued as if nothing had happened. Leo Blech continued to conduct, with more than usual applause of the listeners who thought they could thus express their anti-Nazi feelings. Blech conducted also his famous "Aida" with Giannini, M. Klose, Roswaenge, Bockelmann and Kipnis as Ramphis (October 1933). Furtwängler took Charge of the Wagner repertoire and was the conductor of "Walküre" with Max Lorenz, Bockelmann, Viorica Ursuleac, Frida Leider, M. Klose and Kipnis as Hunding (November, 1933). Kipnis was also taking part in two new premieres, the one being "Wilhelm Tell" with Robert Heger conducting, taking the part of Walter Fürst, while Bohnen as Gessler. Bockelmann as Teil, Roswaenge and Heidersbach excelled in the main parts. The next year (March. 1934) brought a new "Freischütz" with Furtwängler in the pit and Bohnens Kaspar, Wittrisch, Maria Müller Erna Berger, Grossmann and Janssen while Kipnis appeared at the end of the opera as the pious Eremite who finds the solution for poor Max and Agathe. Kipnis was in wonderful voice.

    My last Berlin opera with Kipnis taking part was "La Forza del Destino" when Blech conducted and Roswaenge, Schlusnus, Viorica Ursuleac were the stars together with Kipnis' dignified Padre Guardian. This was one of the finest parts in the repertory of Kipnis, here he could display the rare art of singing legato, and the scene with Leonora di Vargas remains one of the high points in operatic singing.

    I admit I have given in this short biography of Kipnis prominent place to his Berlin activities, not only because I as a listener can tell the story from my own experience, but also because the singer himself considered Berlin his residence and base for twenty years and more.
    In 1923 Alexander Kipnis went with the German Opera Company to the United States. After the first performance of "Meistersinger" in New York (Manhattan Opera) which was attended by Mary Garden and Sam Insull, he was at once engaged for the Chicago Civic Opera where he appeared for nine seasons (1923-1932) singing the larger part of his repertory in German, Italian, French and English. In between there were guest artist commitments at Covent Garden 1927 (Marcel-Ugonotti), 1929 (Meistersinger), 1933 (Parsifal and Rosenkavalier, the latter with Lotte Lehmann, Adele Kern and Eva Hadrabova). In the Covent Garden season of 1934 Kipnis appeared with Lehmann, Heidersbach, Maria Müller as the three "Eva"s (Cond. Beecham) and in Walküre as Hunding with Leider and Lehmann. In 1935 the Covent Garden engagement included King Henry in "Lohengrin" with Melchior, Elisabeth Ohms, Lotte Lehmann or Elisabeth Rethberg (cond. Beecham), "Tristan und Isolde" (Cond. Furtwängler) with Leider, Kalter, Melchior and Janssen in the other parts and lastly "Prince Igor" (Konschak) with Rethberg, Kullman, Janssen, Branzell (Cond. Beecham).

    In the Bayreuth Festival Kipnis appeared in 1930 as Landgraf in "Tannhäuser" with Maria Müller, Pilinsky, Hüsch and Janssen (Cond. Toscanini) and as King Marke in "Tristan" with Melchior, Larsen-Todsen, Bockelmann and Anny Helm (Cond. Toscanini). Previously there had been in 1927 his Gurnemanz in "Parsifal" (conducted by veteran Muck) alternating with Ivar Andresen and in 1930 he repeated the role. The end came of course in 1933: he sang once again Gurnemanz and Titurel with Richard Strauss conducting and repeated his Pognor to the Sachs of Bockelmann and Prohaska and the Eva of Maria Müller and Käthe Heidersbach.
    After cessation of his artistic activities in Germany Kipnis became a member of the Vienna Opera for the next three years, i.e. until the "Anschluss" in 1938. In 1937 he was one of the glorious quartet of singers Toscanini had assembled for the Verdi Requiem (August 14): Zinka Milanov, Kerstin Thorborg, Helge Roswaenge and Kipnis. Under the direction of Toscanini he sang at the same Festival Rocco in "Fidelio" with Lotte Lehmann, Roswaenge and Jerger and also Sarastro in "Magic Flute".

    He was also engaged at the Glyndebourne Festival for the 1936 season, singing eight performances as Sarastro, the first on June 30th with Thorkild Noval as Tamino, Aulikki Rautawaara, Noel Eadie, Lili Heinemann, Roy Henderson and Paul Schwarz in the other lead-ing parts. Hans Oppenheim conducted the first performances, Fritz Busch the remainder.
    Spike Hughes in his "Glyndebourne" adds an unexpected bit of operatic history in that in 1939 part of the Glyndebourne Company went to the Monnaie in Brüssels for two performances each of Nozze and Don Giovanni. En route some members stopped off at Antwerp for a Mozart Festival there and appeared in single performances of these operas, where they were joined by Kipnis, not then a member of the troupe, as Figaro and the unlikely part of Don Giovanni. The tenor engaged was Luigi Fort and the performances were conducted by Eugen Szenkar.

    Guest appearances at the Scala of Milan, the Grand Opera of Paris—debut 20 May, 1930 as King Marke, the same season sang Mephistopheles and Hunding, Gurnemanz in 1933 and Pogner in 1934—concert tours to Australia and New Zealand preceded his engagement at the Metropolitan Opera in New York until the year 1946, when he decided to cease his operatic career and to devote his time to teaching and concertising.
    So far we have spoken only of the operatic artist. Now I should like to say a few words about Alexander Kipnis the Lieder singer. In Berlin Kipnis appeared regularly once in every year in recital. His accompanists were eilher Arpad Sandor or Dr. V. Ernst Wolff. The recitals always took place in the Beethoven-Saal, at the same house of the Philharmonie.
    He used to open his Programme with some arias by Handel (Berenice, Ariodante) or Haydn (Teilung der Welt), but devoted the main part of the programme to the Lied by Schubert, Wolf, Schumann ("Mondnacht" sung in his beautiful legato was always one of the peaks) and after the interval he was in the habit of continuing with Russian Folk Songs which invariably aroused the enthusiasm of the audience, sometimes also some art songs by Gretchaninoff, a great fayourite of his, while the culmination of the recital were the great arias from "Boris Godunov"—while in Berlin he never sang the role in the theatre, still being too young or feeling himself too young, while in U.S.A. he became famous just for this part—"Simone Boccanegra", "I Vespri Siciliani" and of course the great aria of King Philipp from "Don Carlos".

    Kipnis knew how to conquer the public as well as the critics and yet he always remained nobility and dignity itself on the concert platform. The critics of the Berlin press admired him and looking through the old cuttings I have preservcd in my collection I find the expression of the highest appreciation. "Whatever he is singing, it gains new life by his singing. This pianissimo, this languishing mezzavoce, then again the ferocious accents of dramatic eruption, who is able to equal him nowadays? There are some songs, like "Moonlight" or "Secret" (Strauss) where the highest grade of singing is achieved (H. H. Stuckenschmidt).

    Often Kipnis was invited by the most famous conductors to appear as soloist in the great choral works requiring soloists. I remember one of the finest performances of the Verdi "Requiem" conducted by Bruno Walter when the quartet of soloists consisted of Lotte Leonard (now living in Israel), Sigrid Onegin, José Riavez and Kipnis.

    With the ascension to power by the Nazi party and the ejection of Jewish musicians from the opera stages and concert halls of the Reich, the Jewish community in Berlin and in some other big cities of Germany succeeded in developing their own artistic cultural life— theatre and music—within the framework of the "Kulturbund deutscher Juden". Kipnis was still a member of the Staatsoper Berlin but he at once accepted the invitation to appear in a recital before an audience composed exclusively of his fellow-Jews. His programme started with Mozart's Leporello and Sarastro’s arias, continued with Mendelssohn, Schumann, Wolf and ended with the Russian folk songs, the Boris Monologue and the Don Carlos aria. The large hall of the "Berliner Theater" (this had been leased to the Kulturbund for their artistic manifestations) was overflowing, the success of the concert was without precedent, Kipnis gave his fellow sufferers by his singing beauty and confidence.

    He appeared once again as soloist in the title part of the Mendelssohn oratorio "Elijah" as given in the same year, 1934, by the Jewish Kulturbund in the large synagogue in the Oranienburgcr Strasse. Looking back it seems to me that this oratorio at that very moment in the suppression and humiliation of the Jewish people had its special significance. Alexander Kipnis' understood the command of the hour and identified himself with his people when he sang the great arias of Elijah "Lord God of Abraham" and "It is enough", his voice and his nobility of singing gave us the consolation we were so much in need of. It was more than an artistic feature, it was a human confession that remains unforgotten.

    The following winter Kipnis was heard in a concert tour in Britain. Of the Wigmore Hall recital on Nov. 26, 1935 in the "Morning Post" F.T. wrote "Kipnis's fine bass yoice is familiär to us at Covent Garden and needs no praise at this time of day for its quality or its strength. But singing in a concert hall is a very different matter . . . effects must be more delicate, more subtle. Kipnis was, however, equally successful. Above all, his variety was astonishing. Schubert . . . Brahms . . . Wolf . . . and Chaliapin himself could not have sung the Russian songs better". Ernest Newman in the "Sunday Times": "One of the most significant features of Kipnis's recital on Tuesday was the number of musicians in the audience. For a bass of his depth and general power Kipnis has an astonishing range of tone and variety of colour; and the concert room is an even better testimony to these than the opera house". Neville Cardus in the "Manchester Guardian": "Kipnis's voice, which mixes the rich sonorities of the pure bass with the more flexible colour of the baritone. His soft singing is lovely for its own sake. He is at his best in Hugo Wolf—and to say that much is to make a rare compliment to him ... he is a nobly beautiful singer". On Nov. 30th he was with the Scottish Orchestra in Glasgow and that city's "Evening News" reported: “He gave us a memorable performance of Hans Sachs' Monologue "Wahn! Wahn!” from the Mastersingers. Kipnis was right in his interpretation, psychologically and vocally . . . His singing of Lieder is the complete musical joy that only Lieder can give, when sung by a great artist". And with the same orchestra in Edinburgh on Dec. 2nd. the "Evening News" said "He gave masterly renderings of two great operatic scenes—"The Death of Boris" and "Wotan's Farewell and Fire-Spell" from Wagner's "Valkyrie". The first excerpt sung in his native tongue revealed Kipnis as an extra-ordinary operatic artist . . . Nothing more noble could be imagined than the beautiful sonority and great power with which Kipnis delivered the grand operatic rhetoric of Wagner's closing scene from "Valkyrie"."

    Here I shall end my story, the artistic career of Alexander Kipnis lasted many years after he had left Europe for good in 1936. He remained a member of the Metropolitan Opera until 1946 and then began his teaching career. About this American period, the years in Chicago and New York as well as about his appearances in South America my learned friend Professor Eduarde Arnosi of Buenos Ayres will continue the story.



    I am indebted to Mr. Alexander Kipnis and Mrs. Mildred Kipnis for their assistance in the collection of facts, especially about the first years of his youth in Russia and Poland. I wish to thank both of them most cordially for their help. While the artist is still active as teacher, his son, Igor Kipnis, the excellent harpsichord player is continuing the artistic tradition of the family and by his Bach playing has already won universal fame in concert halls as well as by his records.





    Kipnis als König Marke





    ALEXANDER  KIPNIS'S CAREER ON THE AMERICAN CONTINENT

    by Professor Eduardo Arnosi

    Alexander Kipnis, the great Russian bass who specialized in the German repertoire, sang for the first time on the American continent in 1923 as a member of the Wagner Festival Company which gave its first presentation in Baltimore, U.S.A., on Jan. 31 with Kipnis as Pogner, followed by Daland in "Der fliegende Holländer". The Com­pany moved to the Manhattan Opera, New York, with Leo Blech as principal conductor and F. Schorr as one of the principal baritones, Kipnis made his debut there on Feb. 12, 1923 again as Pogner in "Meistersinger", with Plaschke as Sachs, Hutt and Seinemeyer, under Blech. The next day he sang the Landgrave in "Tannhäuser" with Schorr as Wolfram, Seinemeyer and Alsen. Followed a Marke in "Tristan" with Eva van der Osten, Metzger and Urlus and Hagen in "Götterdämmerung". When the Manhattan lease expired the Company transferred to the Lexington Theater for a further run, Kipnis first singing there on March 17 in "Fidelio" with Alsen, Schorr and Fleischer. The success of these performances had brought him an engagement with the Chicago Opera, where he made his debut on Nov. 18 as the Wanderer in "Siegfried", a Wagnerian role properly for baritone, which, like that of the "Walküre" Wotan that he sang there many times after 1925, we cannot trace that he sang outside America, on stage that is, he recorded the Farewell in Berlin a year later.

    Kipnis remained on the Chicago roster from 1923 to 1932, with some isolated later performances in 1938 and 1942. His interesting and long career there gives proof of his versatility by the varied major and minor roles he sang in the Italian, French and German repertories, which he must have anticipated as Chicago never staged more than two or three German works in a season. His roles there with dates of the first time he sang them were:

    Aida, King: with Marshall, Raisa, Homer, Forrai, 28 Nov. 23.

    L'Africana, Don Pedro and High Priest: Raisa, Crimi, Macbeth, 23 Nov. 23.

    Andrea Chenier, Dumas: Muzio, Crimi, Meisle, 27 Nov. 23.

    Forza del Destino, Marquis: Crimi, Muzio, Meisle, Formichi, 19 Dec. 23.

    Königskinder, Woodcutter: Claire Dux, 25 Dec. 23.

    La Juive, Brogni: Raisa, Minghetti, later Leider, Norena, 29 Dec. 23.

    Thais, Palemon: with Garden, Mojica, Cotreuil, l Jan. 24.

    Le Jongleur de Notre Dame, Prior: with Garden, 5 Jan. 24.  

    La Gioconda, Alvise: Raisa, Cortis, Formichi, 5 Nov. 24.

    Prophete, Zacharias: Marshall, Homer, Forrai, 7 Nov. 24. Tannhäuser, Landgraf: Raisa, Schwarz, Van Gordon, later Lehmann or Eva Turner, 11 Nov. 24.

    Werther, Albert: Garden, Ansseau, 28 Nov. 24.

    Pelleas et Meisande, Arkel: Garden, Mojica, Baklanoff, 21 Jan. 25.

    Rosenkavalier, Ochs: Mason, Raisa or Leider, Forrai or Olczewska, later Rajdl, 3 Nov. 25.

    Walküre, Wotan: Van Gordon, Forrai, Lamont, later with Leider, Olczewska, 3 Dec. 25.

    Lohengrin, King: Fitziu, Lamont, Baklanoff, 12 Jan. 26. Carmen, Escamillo: Garden, Ansseau, 16 Jan. 26.

    Tristan und Isolde, Marke: Alsen, Van Gordon, Bonelli, 12 Nov. 26.

    Tiefland, Tommaso: Alsen, Lamont, Rimini, 23 Dec. 26.

    Don Giovanni, Commendatore: Raisa, Mason, Schipa, Vanni-Marcoux, 31 Dec. 26.

    Aida, Ramphis: Raisa, Van Gordon, Formichi, 6 Nov. 27.

    Faust, Mephistopheles: Edith Mason, Hackett, 10 Nov. 27.

    Rigoletto, Sparafucile: Paggi, Hackett, 11 Nov. 28.

    Fidelio, Rocco: Leider, Rajdl, Strack, Nissen, 17 Jan. 30.

    Mefistofele, title role: Muzio, Cortis, Van Gordon. 29 Nov. 30.

    Die Meistersinger, Pogner: Lehmann, Olczewska, Maison, Nissen, later Rajdl. 20 Nov. 30.

    Die verkaufte Braut, Kezal: Rajdl, Olczewska, Strack, 25 Dec. 30.

    Die Zauberflöte, Sarastro: Noel Eadie, Rajdl, Leider, Marion, 3 Nov. 31.

    Parsifal, Gurnemanz: Leider, Maison, Nissen, 20 Dec. 31.

    Kipnis returned in 1938 to sing the Walküre Wotan and in 1942 to sing Ramphis in Aida and the Faust Mephistopheles.

    This shows nine roles in his first season, only two in the hitherto familiar German and one of these was for the first time. Five more in the second, four in the third, three in the fourth and so on to a total of thirty parts he was regularly singing there. What he never sang there, or elsewhere, was the "Meistersinger" Hans Sachs, as wrongly attributed to him by Leo Riemens in "Le Grandi Voci".

    In 1926 Kipnis sang in South America for the first time, as pari of the German Company appearing at the Teatro Colön, Buenos Aires. Another of the principal artists was the baritone Friedrich Schorr, appearing also for the first (and the only) time there. Kipnis' debut was as Hunding in "Die Walküre" on July 8, 1926. "He made a severe and imposing Hunding . . . and sang his part with a voice of excellent quality and most expressively" wrote the then critic of "La Prensa". During that season Kipnis was greatly celebrated for his interpretation of the principal Wagnerian roles in his register (bass), besides the "Walküre" above, in "Tristan und Isolde", Tannhäuser and "Die Meistersinger" as well as the Eremite in "Der Freischütz".

    Kipnis returned to the Colon in 1928 and in that season made known there, together with his Mozartian Figaro, his very personal and sober, at least vocally, portrayal of Baron Ochs in "Der Rosen­kavalier". He also sang King Marke and Fafner in "Siegfried". He had his busiest and most varied season in Buenos Aires, always at the Colón of course, in 1931, a year in which, under the batons of Klemperer and G. Sebastian, the Colón had one of the most brilliant German seasons that theatre has known, with besides Kipnis such stars as Melchior, Leider, L. Hofmann and Branzell. The fine qualities of Kipnis were again appreciated in the principal basso roles of the "Ring" (especially as Hagen), of "Tristan" and of "Die Meistersinger".

    Kipnis had an extended voice, with sonorous low notes, very flexible and capable of subtle nuances, but of a Slavian colour, that, even being—certainly—agreeable, was not that of the authentic deep, or black, basso, ideal for the Wagnerian roles that other singers, perhaps less polished than he, possessed; such as Ludwig Hofmann, or List, or Frick. He was in the type of, say, a Ridderbusch of today, although certainly more rich and expressive. This is my own impression which I do not presume to consider the only one possible. The interpretative art of Kipnis, his culture and deep musicianship always aroused admiration for his creations, not however, without some reservation that his temperament was more suited to the serene or contemplative roles than to the villainous or violently dramatic ones.

    Kipnis returned to the Colón in 1934, 35 and 36. In 1935 he again portrayed the principal bass roles in the "Ring", this time under the baton of Busch. At the end of 1937 he returned to the United States (where he decided to stay and whose citizenship he had adopted) and on January 5, 1940 he made his debut, inexplicably very late, at the New York Metropolitan, remaining on its roster until 1946. Here he was cast mainly as a German singer, he had one new role, of which more later, and apart from two arias in Met Concerts and Leporello in Italian, sang only Arkel and Nilakantha in French, plus some performances in English. His debut was as Gurnemanz with Flagstad, Schorr, Melchior, Cordon and Olitzki under Leinsdorf. "Mr. Kipnis irnmediately won the favour of his audience. He inyested the röle with the utmost significance . . . The tenderness and wisdom exemplified by the later scenes were the continuation of one of the most authoritative and sympathetic representations of the character that the Metropolitan stage has seen in recent years", wrote Olin Downes in "The New York Times". On Feb. 10 he sang his first Baron Ochs there with Lehmann, Rise Stevens and Marita Farell. On Feb. 29 came King Marke with Flagstad and Melchior, Thorborg and Janssen, under Leinsdorf. Olin Downes again "The appearance of Kipnis as King Mark gave added interest to the performance given last night . . . The role is one that will bear the finest art which can be bestowed upon it; otherwise Marke becomes another dusty figure in the long gallery of operatic bores . . . This Marke is not a senile old man but one in the ripe years of his maturity, with the wisdom and forbearance of those years and the agony of the most bitter of disillusions . . . For a rarity the audience looked upon the Cornish monarch not with irritation but a fascinated sympathy, seeing that he was less a wronged monarch and friend than another helpless human, lost and bewildered in the toils of destiny". On March 7th came Arkel in Pelleas with Cathelat, Jepson, Doe and Brownlee and the following evening Hermann in Tannhäuser" with Flagstad, Thorborg, Hartmann and Janssen. There was another performance of "Pelleas et Melisande" on March 13 and a Hagen on the 16th with Flagstad, Melchior and Schorr to complete that season.

    The 1940-41 season heard him in "Tristan" Dec. 12, as Arkel on 20th and again on Jan. 13, 1941. On the 29th his first Met. Hagen with Flagstad, Melchior and Janssen. On Feb. 7 Fasolt, with List as Fafner and Schorr as Wotan in "Rheingold". Another King Marke on Feb. 8 was followed by his first Met. Rocco with Flagstad. Maison, Janssen and Huehn, under Walter on Feb. 14, repeated on the 22nd. The Fidelio performance was repeated on Mar. 3, there was a Gurnemanz with the usual other leading artists on April 11 and Kipnis also sang King Marke in Boston and Cleveland with the Met. Company on tour.

    In 1941 came a Hermann, this time with Traubel, Branzell and Melchior. On Dec. 6 he added Hunding with Traubel, Melchior and Schorr. On Dec. 11 came a revival of "The Magic Flute", in English, Kipnis was Sarastro, with Schorr, Laufkotter, Novotna, Rosa Bok, Kullman and Brownlee. The conductor was Walter and the perform­ance was highly praised—"The whole thing sprang as music full born and rounded. Rarely have I heard an opera so unmaimed" (Virgil Thompson, N.Y. Herald Tribune). Another critic would have preferred more native artists, singling out only the last two mentioned above for clarity of diction (which one would expect from an American and an Australian). This production later went on tour and Kipnis sang in it at Boston, Philadelphia, Baltimore and Cleveland. It was repeated at the Met. itself on Dec. 22 and Jan. 10, 1942. On Jan. 21 he sang Nilakantha, with Pons and Jobin, on the 28th Hunding again, but with Lehmann for Traubel, on Feb. 23 Hagen with Melchior and Traubel, on the 27th a Gurnemanz and on March 7 a Leporello with Bampton, Novotna, Sayao and Pinza. He also sang twice at Met. concerts, including the Boris Monologue and Hallucination scene, as well as "Ella giammai m'amo".

    During the 1942-43 season came his new role, the title part in "Boris Godunov". As we have read, excerpts had featured in his concerts for many years, but this was the first time in actual performance. It had been a Pinza preserve as the work was sung in Italian. Kipnis sang his part in Russian, exactly as Chaliapin had done on the same stage twenty years before. Kipnis first sang the role on Jan. 19 at Philadelphia and made his debut in it at Company headquarters on Feb. 13. The reviews were very good "He illuminated the psychology of the troubled and maddened Czar in the later, revealing pages of the score . . . (his) portrayal was one of the best in his gallery of fine characterizations" (H. Taubman, N.Y. Times). Kipnis also sang Boris at Chicago in April. It remains documented on discs made by Victor in 1945, giving the principal scenes, later transferred to long play Victrola Vic. 1396. He was busy otherwise that season, with a Marke on Jan. 7, repeated twice; Hermann on Jan. 12, one repeat; Sarastro (in Eng.) on Jan. 22, one repeat; Arkel on Jan. 26, two repeats; Hunding on Feb. 15, Hagen on Feb. 29 and on the last two nights of the season a Gurnemanz on Apr. 7 and Hagen again on the 8th whilst on tour he sang in Philadelphia and Cleveland as well as Chicago already mentioned.

    The 1944-45 season heard him as Hunding, Marke, Arkel, Sarastro and Gurnemanz, plus Boris's Monologue at a concert. 1945-6 was Kipnis' final season at the Met. On Jan. 25 he sang Hunding, on Feb. 2 Marke, Feb. 11 Hagen and March 6th Gurnemanz, his last performance at the Metropolitan. On tour he sang it again on April 16 at Philadelphia, also a Hunding there; and his final appearances for the Company were as Hermann on April 23 at Cleveland and May 6 at Chicago. 1t was not his last appearance on that stage. Twenty years later at the Gala Farewell Concert, April 16, 1966, Bing had the happy idea of inviting all the available previous luminaries to a seat on stage. They came on alphabetically, to rousing ovations, chance decreeing that Kipnis should come between two contemporaries with whom he had often sung—Jobin, Kipnis, Kullman.

    On leaving the theatre Kipnis appeared for some years in recitals, devoting himself at the same time to teaching. If as an opera singer he was a distinguished artist, as a Lieder singer, a genre to which his voice and temperament were singularly suited, he was exceptional, especially for the emotive and poetic expression of his phrasing. Nobody forgot his recitals in Buenos Aires, writes Professor Arriosi. After the annexation of Austria early in 1938, which happened when he was on his way to Australia for a tour, Kipnis appeared only as a recitalist until joining the Met., when he combined both activities for the length of his stay there. Reviews were consistently rhapsodical "Not only one of the greatest contemporary operatic basses but also one of the foremost living masters of the Lied" wrote the N.Y. Times critic. "No one since Chaliapin and the young John McCormack has had such a stage presence, his ability figuratively to bring his listeners across the footlights, just as do great actors, ought surely to win him a concert following of vast scope, even aside from his extraordinary vocal power" wrote an earlier one. And later the "Detroit EveningTimes" on an all Russian concert opening the Ann Arbor May Festival, May 9, 1940, Kipnis was soloist with the Philadelphia orrchestra under Ormandy His share was the two vocal parts from "Lieutenant Kije", the Hallucination Scene from Boris, Galitsky's aria from "Prince Igor , with the "Volga Boatmen" as encore. "Too often bass voices are merely deep or phenomenally powerful, seldom do they have that resonant timbre, the melodic warmth and the lilting, flexible quality which we generally associate with voices of a higher register."

    (The bulk of the foregoing was sent by Professor Arnosi, who was obviously strongest on South America. The Editor added much of the performance data, etc., on the United States from such sources as Seltsam's "Annals", Quaintance Eaton's "Opera Caravan", Ewen's "Living Musicians", Briggs'"Requiem for a Yellow Brick Brewery", the books on Chicago by Edward Moore and Ronald Davies, dates supplied by Harold Barnes, etc., plus some reviews kindly supplied by the artist himself, and so is responsible for any shortcomings in that area (this last was written by James Dennis, the editor of the Record Collector).





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    Ich zeige hier eine Serie von Postkarten, die die Sänger der Opernsaison 1900/1901 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel abbilden. Es sind insgesamt 14 Karten, die jeweils auf der Hälfte der Vorderseite (in einem Fall auch auf der gesamten Vorderseite) das Foto eines Künstlers zeigen. Um die Jahrhundertwende veränderten sich die Ansichtskarten. War früher die Rückseite nur für die Adresse reserviert und das Bild meist nur auf einem Teil der Vorderseite, so dass man daneben noch etwas schreiben konnte, bürgerte sich dann ein, dass man seine Nachrichten neben die Adresse schrieb und die Bildseite alleine für sich stand. Die Karten hier sind ungelaufen und unbeschrieben. Ich habe die Bilder der Sänger jeweils herausgehoben und die unbedruckte Hälfte in den Scans weggelassen.





    Charles Dalmores


    Charles Dalmores kam 1900 an das Théâtre de la Monnaie und war zu dieser Zeit noch recht unbekannt. Er wirkte dort bis 1907 und ging 1910 nach Amerika, nachdem er 1908 in Bayreuth den Lohengrin gesungen hatte. Nähere Informationen gibt der Artikel aus dem Sängerlexikon:


    Charles Dalmores, Tenor, * 21.12.1871 Nancy, † 6.12.1939 Los Angeles; eigentlicher Name Henri Alphonse Brin. Er erhielt eine Ausbildung als Hornist an den Konservatorien von Nancy und Paris und wirkte zwei Jahre als Hornist im Colonne Orchester, weitere zwei Jahre im Orchestre Lamoureux in Paris. Seine Stimme wurde durch Dauphin in Paris entdeckt und durch Vergnet ausgebildet. Debüt 1899 in Lyon unter dem Namen Charles Brin als Loge in einer konzertanten Aufführung von Wagners »Rheingold« Bühnendebüt Oktober 1899 als Siegfried am Opernhaus von Rouen; er kam 1900 an die Oper (Théâtre de la Monnaie) von Brüssel und hatte dort bis 1906 sehr große Erfolge; er wirkte in Brüssel auch in der Uraufführung der Oper »Le Roi Arthus« (30.11.1903) von E. Chausson mit. Er sang in Brüssel auch Wagner-Partien (so u.a. 1901 den Siegfried in der Premiere der »Götterdämmerung«) und 1903 den Cavaradossi in der Premiere von Puccinis »Tosca« zusammen mit Claire Friché. 1902 kreierte er auch für Paris den Siegfried in der »Götterdämmerung« bei den Aufführungen dieses Werks am Théâtre Château d'Eau. Während dieser Zeit studierte er nochmals das Wagner-Repertoire bei Franz Emmerich in Stuttgart. Seit 1904 sang er bis 1911 alljährlich an der Londoner Covent Garden Oper; hier wirkte er auch am 28.6.1905 in der Uraufführung der Oper »L'Oracolo« von Franco Leoni mit, 1904 in der englischen Erstaufführung von Massenets »Hérodiade« (unter dem Titel »Salome«), 1910 in der der Oper »Habanéra« von Laparra. 1906-10 hörte man ihn am Manhattan Opera House in New York. Hier sang er 1907 in der amerikanischen Premiere von Massenets »Thaïs«, 1909 in der Erstaufführung von Massenets »Sapho«, 1910 in der von »Grisélidis«, ebenfalls von Massenet. Er gastierte 1907-08 an den Opernhäusern von Köln, Berlin, Wien und Hamburg, 1910 nochmals an der Berliner Hofoper, am Stadttheater von Hamburg und am Hoftheater Hannover. 1908 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Lohengrin. 1910-12 gehörte er zum Ensemble der Chicago-Philadelphia Opera Company; 1913-18 war er als erster Tenor an der Oper von Chicago engagiert. Seit 1914 trat er an mehreren Opernhäusern in der Partie des Parsifal auf. Neben den Wagner-Heroen waren seine Glanzrollen der Titelheld in Gounods »Faust«, der Jean in »Le jongleur de Notre-Dame« von Massenet und der Julien in »Louise« von Charpentier, dazu der Pelléas in Debussys »Pelléas et Mélisande«. Er wirkte nach Abschluß seiner Bühnenkarriere als Gesangpädagoge in Frankreich, dann in New York und zuletzt in Los Angeles. Er galt als passionierter Sportler (Boxen, Reiten etc.). - Voluminöse, kraftvolle Tenor
    [Lexikon: Dalmorès, Charles Tenor. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 5101 (vgl. Sängerlex. Bd. 1, S. 764 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Pierre d'Assy


    Pierre d'Assy sang bereits sei 1899 am Monnaie und war dort sehr beliebt. Er blieb bis 1907 dort und starb sehr früh im Alter von 42 Jahren im Jahr 1910.

    d'Assy, Pierre, Baß, * 1867 Lüttich, † März 1910 Lyon; gegen den Willen seiner Familie studierte er Gesang bei Jacques Bouhy in Paris. Als er dort am Théâtre Porte St. Martin auftrat, hörte ihn der Direktor der Oper von Lyon und engagierte ihn sogleich als ersten Bassisten für sein Haus, wo er in der Saison 1897-98 als Kardinal in »La Juive« von Halévy debütierte. Nachdem er in Lyon als Sarastro in der »Zauberflöte« und in Gounods »Reine de Saba« erfolgreich aufgetreten war, wurde er 1898 an das Théâtre de la Haye im Haag verpflichtet. 1899 kam er an das Théâtre de la Monnaie in Brüssel und sang als Antrittspartie dort den Ramphis in »Aida«. Bis 1907 gehörte er zu den erfolgreichsten Ensemblemitgliedern dieses größten belgischen Opernhauses. 1902 wirkte er hier in der französischen Premiere der Oper »La Fiancée de la Mer« (»De Bruid der Zee«) von Jan Blockx in der Partie des Morik mit; er sang auch in den Brüsseler Erstaufführungen von Charpentiers »Louise« (1901) und »Pepita Jimenez« von d'Albeniz (1905) und wirkte dort 1900 in der Uraufführung von »Tijl Ulenspiegel« von Jan Blockx, 1905 in der Uraufführung der Oper »Martylle« von A. Dupuis mit. Er heiratete die gleichfalls in Brüssel engagierte Opernsängerin Jeanne Paquot-d'Assy (1878-1959) und ging mit ihr zusammen 1907 an die Grand' Opéra Paris. Seine Debütrolle an diesem Opernhaus war der Hunding in der »Walküre«. Er sang in Paris weiter Partien wie den Landgrafen im »Tannhäuser«, den Capulet in »Roméo et Juliette« von Gounod und den König in »Hamlet« von Thomas. Er starb auf dem Höhepunkt seiner Karriere während eines Gastspiels in Lyon.

    Schallplatten: Sehr viele Aufnahmen auf HMV, die in den Jahren 1907-10 in Paris entstanden sind.
    [Lexikon: d'Assy, Pierre. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 5241 (vgl. Sängerlex. Bd. 1, S. 785 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Felia Litvinne

    Felia Litvinne, eine bei Sammlern sehr bekannte und beliebte Künstlerin, gastierte 1901 lediglich als Brünnhilde bei der (belgischen?) Premiere der Götterdämmerung im Monnaie. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits in Europa und Amerika international bekannt und seit 20 Jahren künstlerisch aktiv. Genaueres kann man im Artikel aus dem Sängerlexikon nachlesen.


    Litvinne, Felia (Wassiljewna), Sopran, * 31.8.1860 St. Petersburg, † 12.10.1936 Paris; ihr eigentlicher Name war Françoise-Jeanne Schütz; ihr Vater war russischer, ihre Mutter kanadischer Abstammung. Sie kam mit 15 Jahren nach Paris und studierte dort bei Mme Barthe-Banderali, bei Victor Maurel und bei der berühmten Pauline Viardot-Garcia. 1880 trat sie in Paris erstmals öffentlich auf. 1883 sang sie unter dem Namen Felia Litvinova am Téâtre-Italien in Paris, und zwar ersetzte sie die plötzlich erkrankte Fidès Devriès als Amelia (Maria) in Verdis »Simon Boccanegra«. Sechs Monate später fand ihr offzielles Debüt am gleichen Haus als Elvira in Verdis »Ernani« statt. Nach Gastspielen in Genua und Barcelona unternahm sie 1885 ihre erste Nordamerika-Tournee mit der Mapleson Opera Company. 1886-88 sang sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel; 1889 kam sie an die Grand Opéra Paris, wo sie als Antrittsrolle die Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer vortrug. Es folgten glänzende Gastspiele in aller Welt. In den Jahren 1890-96 hatte sie große Erfolge an der Mailänder Scala, 1890 feierte man sie an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau. Sie wurde vom russischen Zaren zur Hofsängerin ernannt und inszenierte auch einige Opern an russischen Theatern. An der Metropolitan Oper New York sang sie in der Saison 1896-97 als Antrittsrolle die Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer und übernahm in dieser einen Spielzeit neun Partien, die sie in 22 Vorstellungen vortrug, darunter auch Wagner-Partien, die sie inzwischen in ihr Repertoire aufgenommen hatte. 1899-1910 war sie Jahr für Jahr als Gast an der Covent Garden Oper London anzutreffen. 1899 kreierte sie für Paris am Théâtre Nouveau die Isolde im »Tristan«, 1902 am Théâtre du Château d'Eau die Brünnhilde in der »Götterdämmerung«, 1911 an der Grand Opéra die Brünnhilde in der ersten Pariser Gesamtaufführung des Nibelungenrings. Am 24.2.1906 sang sie an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »L'Ancêtre« von Saint-Saëns, 1901 in Brüssel die Brünnhilde in der Premiere der »Götterdämmerung«, 1905 in Amsterdam gegen den Protest von Bayreuth die Kundry im »Parsifal«. Ebenfalls 1905 hatte sie einen ihrer größten Erfolge, als sie in der Arena von Béziers die Titelrolle in »Armide« von Gluck vortrug. Sie setzte ihre weltweite Gastspieltätigkeit bis 1917 fort, als sie in Paris von der Bühne Abschied nahm. 1919 trat sie nochmals am Theater von Vichy auf; bis 1924 erschien sie im Konzertsaal. 1927 erhielt sie eine Professur am Amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau. Zu ihren Schülerinnen gehörten u.a. Germaine Lubin und Nina Koshetz. Sie veröffentlichte ihre Memoiren unter dem Titel »Ma vie et mon art« (Paris, 1933). Ihre Schwester Hélène Schütz war mit dem berühmten Bassisten Édouard de Reszke (1853-1917) verheiratet. - Hervorragend schöne dramatische Sopranstimme, voll Leidenschaftlichkeit des Ausdrucks, zugleich von größter Flexibilität; ihre Gestaltung der Armide von Gluck gilt bis heute als unübertroffen.

    Schallplatten der Marken G & T (Paris, 1903), Fonotipia (Paris, 1905), Odéon de Luxe (Paris, 1907) und Pathé, alle recht selten.

    [Nachtrag] Litvinne, Felia (Wassiljewna); sie sang in Brüssel 1887 in den französischsprachigen Erstaufführungen der »Walküre« (als Brünnhilde) und von Ponchiellis »La Gioconda« (als Titelheldin). 1893 unterbrach sie ihre Karriere nach einer Heirat, nahm sie aber nach der Auflösung der Ehe 1895 wieder auf. 1897 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Valentine (nicht als Marguerite de Valois) in Meyerbeers »Hugenotten«. Sie sang in deren New Yorker Haus in 24 Vorstellungen (dazu in 19 Vorstellungen während der Gastspieltournee des Ensembles) u.a die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Chimène in »Le Cid« von Massenet, die Selika in Meyerbeers »Africaine«, die Elsa im »Lohengrin«, die Isolde im »Tristan«, die Aida und die Brünnhilde im »Siegfried«. Sie gastierte am Teatro Costanzi in Rom (1888 als Valentine, als Königin im »Hamlet« von A. Thomas und als Leonora in Donizettis »La Favorita«) und an der Mailänder Scala (1890 als Königin im »Hamlet«, 1895 als Catarina de Aragon in »Henri VIII.« von Saint-Saëns, 1896 als Dalila, 1907 als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«). An der Oper von Monte Carlo hörte man sie 1896 (als Valentine) und regelmäßig 1905-09 (als Selika, als Hélène in der gleichnamigen Oper von Saint-Saëns, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Gioconda von Ponchielli, als Brünnhilde im Nibelungenring, als Natasha in »Rusalka« von Dargomyshski und 1914 als Kundry im »Parsifal«).1902 unternahm sie eine große Konzerttournee durch Deutschland mit Auftritten in Berlin und Dresden, 1906 gab sie Gastspiele an den Opernhäusern von Köln, Frankfurt a.M. und Dresden, am Deutschen Theater Prag und Konzerte in Wien, 1909 gastierte sie in München, 1901 und 1904 am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1908 am Teatro San Carlo Neapel (Brünnhilde in der dortigen Premiere der »Götterdämmerung«). Am 14.3.1911 wirkte sie an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »Déjanice« von Saint-Saëns mit, 1914 sang sie an der Opéra-Comique die Titelrolle in »Alceste« von Gluck. - H.M. Barnes & V. Girard: Felia Litvinne (in »Record Collector«, 1953).

    [Lexikon: Litvinne, Felia. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 14566 (vgl. Sängerlex. Bd. 6, S. 468 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]







    Marie Thièrry gastierte 1900 im Alter von 30 Jahren in Brüssel zur dortigen Uraufführung von "La Boheme". Sie war eigentlich an der Opéra Comique in Paris engagiert. Sie gab früh ihre Karriere auf und starb mit 48 Jahren.

    Thierry, Marie, Sopran, * 9.5.1870 Châlons-sur- Marne, † 1918 Paris. Sie wollte zunächst Pianistin werden, studierte dann Gesang am Conservatoire National Paris bei Mauverisay und bei dem Dirigenten Alexandre Luigini (1850-1906), den sie heiratete. Debüt 1898 an der Oper von Lyon als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod. Bereits 1898 kam sie an die Opéra-Comique Paris, an der sie bis 1907 sang. Man hörte sie dort in den großen Partien aus dem Koloraturfach, auch 1903 in der Uraufführung der Oper »Muguette« von Edmond Missa, 1905 in der Uraufführung der Oper »L'Enfant Roi« von A. Bruneau. Sie war in Paris so beliebt, daß sie nur selten im Ausland gastierte. 1900 sang sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel die Mimi in der dortigen Erstaufführung von Puccinis »La Bohème« 1902 war sie nochmals in Brüssel zu Gast. Sie gab ihre Karriere früh auf.

    Ihre einzigen Schallplattenaufnahmen erschienen bei Pathé, darunter einige, bei denen sie von ihrem Gatten am Flügel begleitet wird.
    [Lexikon: Thierry, Marie. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 24119 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3463 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Jean Vallier

    Jean Vallier sang als Bass, lebte von 1863 bis 1952 und nahm 1907 eine Handvoll Titel bei der französischen Gramophone sowie mindestens zwei Edison-Zylinder auf.



    Nun folgen noch Fotos von Künstlern, über die ich nichts herausfinden konnte. Informationen sind immer willkommen!


    Madame Doria


    Diese Madame Doria hat nichts mit der bekannten Sängerin Renée Doria zu tun, die erst 1921 geboren wurde und eigentlich Renée Dumazert hiess. Eventuell hat sie sich aber nach dieser Madame Doria benannt. Vielleicht hat sie sie bewundert oder hatte Unterricht bei Ihr?


    Madame Gottrand

    Madame Maubourg



    Mr. Handerson



    Mr. Mondaud

    Meine Suche nach den oben abgebildeten Sängerinnen und Sängern blieb erfolglos. Es ist schade, dass das Monnaie, das auf eine lange Geschichte zurückblickt, nicht ebenso wie z.B. die Met ein Verzeichnis früherer Künstler und Vorstellungen ins Internet gestellt hat.


    Mr. Massart

    Monsieur Massart in einem orientalischen  Rollenkostüm


    Dem letzten hier gezeigten Künstler sind sogar zwei Karten gewidmet, davon die einzige aus der Serie, bei der die gesamte Vorderseite mit dem Bild bedruckt ist. Auch über ihn fand ich keine Informationen. Leider besitze ich sehr wenige Quellen über die französische und belgische Oper und warte immer noch auf ein Buch, das zu diesem Thema einmal auf deutsch erscheint.

    So sehen die Karten im ganzen aus und so ist die Rückseite gestaltet:


    Beispiel aus dem Internet für eine beschriebene Karte. Leider lässt der Text keine Rückschlüsse auf den Künstler zu.














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    ist der Titel eines Büchleins, das der Sänger im Selbstverlag herausgab und das bei seinen Konzerten in Deutschland verkauft wurde. Es erschien etwa 1935 und umfasste 48 Seiten. Es gibt einen Abriss über sein Leben und seinen Werdegang  bis zur Zeit des Erscheinens und beinhaltet viele Fotos aus seinem Leben als Künstler und Privatmann. Diese biographische Skizze aus eigener Sicht, vermutlich durch eine Ghostwriter zu Papier gebracht, gibt einen Einblick darein, welche Lebensereignisse Heinrich Schlusnus wichtig waren und wofür sich sein Publikum damals interessierte.


    Umschlag des Buches

    Heinrich Schlusnus nach einem Gemälde von Paul Ehrenberg



    Seite 5: Bild des elterlichen Hofes in Kulsen (Ostpreussen) und der Eltern









    Der 16-jährige Heinrich Schlusnus









    Heinrich Schlusnus Berlin 1920 - angekommen in der Staatsoper


    Einige Rollenfotos: Figaro im "Barbier", Graf Luna, Wolfram im "Tannhäuser",
    Vater Germont in "Traviata" und Rigoletto

    Die Mittelseite des Büchleins
    Beeindruckend oben das Panorama der Kulisse des Publikums eines Liederabends in der Berliner Philharmonie.


    Seite 24 einzeln

    Seite 25 einzeln


    Heinrich Schlusnus,Berlin 1925





    Der Pianist auf dem Bild oben ist Sebastian Peschko, der ab 1934 der ständige Begleiter von Heinrich Schlusnus war, nachdem sein vorheriger Begleiter Franz Rupp Deutschland verlassen hatte, weil auf ihn Druck ausgeübt wurde und er sich weigerte, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen.


    Was hier natürlich nicht erwähnt wird: Annemarie Schlusnus, eigentlich Annemay geb. Kuhl, war die zweite Frau des Sängers. Er lernte sie 1929 kennen als die Ehefrau seines Gesangslehrers Louis Bachner. Schlusnus selbst war seit 1914 mit Helene geb. Weigl verheiratet, die auch die Mutter seines Sohnes war. Nachdem er mit Annemay zusammenkam, ließen sich beide scheiden und heirateten 1933 in Bayreuth, wo er den Amfortas bei den Bayreuther Festspielen sang.








    Heinrich Schlusnus hatte regelmäßigen Kontakt mit seinem einzigen Sohn aus erster Ehe. Der Sohn fiel 1943 in Russland. Heute sind keine direkten Nachkommen oder Familienmitglieder von Heinrich Schlusnus mehr am Leben.


    In der Sommerfrische - Heinrich Schlusnus in Lederhose


    Zwei Bilder von der Villa von Heinrich Schlusnus in Berlin-Westend, Jasminweg. Seine Nachbarin dort war die Sängerin Emmi Leisner. Das Haus wurde im November 1943 durch Bomben zerstört.



    Im "Hasennest", dem Wochenendhäuschen in Pausin in der Nähe von Spandau im Osthavelland, lebte Schlusnus nach der Zerstörung seines Hauses bis zum Februar 1945, als er Berlin verließ. Seine Nachbarin war Frida Leider.


    Die Mutter von Heinrich Schlusnus

    Heinrich Schlusnus Berlin 1935



    Das Ende des Büchleins gibt an, dass es im Selbstverlag erschien und 50 Pfennige kostete.









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    Lotte Lehmann als Marschallin, Artur Rodzinsky, Grete Stückgold als Oktavian 




    Vor einiger Zeit erwarb ich bei einem amerikanischen Händler über Ebay einige Stücke aus dem Nachlass der Sängerin Grete Stückgold, die ich sehr schätze. Es handelte sich um ein handgeschriebenes Notizbuch, von dessen Inhalt ich gehofft hatte, dass es vielleicht eine Art Tagebuch enthält. Tatsächlich war es aber ein altes Poesiealbum aus ihrere Kindheit mit Eintragungen von Kinderfreundinnen, auf dessen freie Seiten sie später Liedtexte von Liedern aus ihrem Repertoire aufgeschrieben hat - vielleicht als Gedankenstütze. Interessanter waren ein paar Zeitungsausschnitte und Anzeigen, die dem Album beilagen, und die einen Blick auf eine gewisse Tragik der späten Jahre der Karriere von Grete Stückgold eröffnen.

    Grete Stückgold war 1927 nach Amerika gekommen und hatte hier einige Jahre erfolgreich konzertiert. An der Met sang sie zwischen 1927 und 1930 immerhin 47 mal, ohne sich, auch wegen der starken Konkurrenz, wirklich durchsetzen zu können. Zwischen 1931 und 1934 war sei nur noch 7 mal eingesetzt. Nach einer Pause von vier Jahren sang sie noch einmal im März 1938 bei einem Gastspiel der Met in Boston den Oktavian zu Lotte Lehmanns Marschallin im Rosenkavalier. Im Januar 1939 erhielt sie dann noch einmal eine große Chance: der Ehemann von Lotte Lehmann war gestorben, und sie durfte am 25. Januar kurzfristig einspringen, diesmal als Marschallin - eine Rolle, die sie zuletzt 1929 ganze 3 mal auf der Bühne gesungen hatte.

    Im Nachlass von Grete Stückgold befanden sich noch viele Andenken an und Zeitungsausschnitte von diesem Tag. Er muss ihr viel bedeutet haben. Als erstes finden sich die aufmunternden Telegramme, die sie für diesen Tag bekommen hatte.


    Telegramm an Grete Stückgold 25.I.1939 von William
    Matheus Sullivan

    Telegramm an Grete Stückgold 25.I.1939 von Virginia Mauret

    Telegramm an Grete Stückgold 25.I.1939 von "Sunny"
    mit Einladung zum Zusammensein nach der Vorstellung

    Ebenfalls aufgehoben hat Grete Stückgold ein Kärtchen, das wohl an einem Blumenstrauss hing, der ihr an dem Abend von der Metropolitan Opera Association überreicht wurde.



    Die Ankündigung und die Besprechungen der Vorstellung befand sich in Form von Zeitungsausschnitten ebenfalls in der Sammlung. In der Ankündigung wird vom Tod von Dr.Otto Wiener, dem Ehemann von Lotte Lehmann, berichtet, und dass Grete Stückgold mehrere assistant conductors der Met zur Verfügung standen, um innerhalb von zwei Tagen die Rolle zu studieren.


    Ankündigung (24.I.1939), dass Grete Stückgold für Lotte Lehmann
    einspringen wird

    In der ersten Besprechung wird hervorgehoben, dass sie in Anbetracht der schwierigen Umstände erfolgreich war. Dann folgen eine Reihe von Einschränkungen: sie habe nicht die ideale Marschallin-Stimme und habe im dritten Akt Probleme gehabt. Insgesamt ist das Fazit, dass es keine dramatisch elaborierte Interpretation gewesen sei, aber die wichtigen Punkte (für eine erfolgreiche Interpretation) erfüllt gewesen seien. Der Artikel geht noch in der zweiten Spalte weiter mit einer kurzen Besprechung des restlichen Ensembles (Rise Stevens, Julius Huehn, Emanuel List). Diesen Teil hat Grete Stückgold abgeschnitten bzw. nicht mit aufgehoben.

    Besprechung aus unbekannter Zeitung vom 26.I.1939
    In der zweiten Besprechung wird die freundliche Aufnahme durch das Publikum beschrieben (Extra-Applaus etc.) und die Besetzung aufgezählt. Auf die Qualität der Darbietung wird nicht eingegangen.





    Schließlich findet sich noch eine Besprechung aus einer in Amerika erscheinenden deutschsprachigen Zeitung, die ihre Rollengestaltung als Drahtzieherin des Geschehens lobt, aber dabei die Darstellung der Tragödie der alternden Frau vermisst.






    Diese Tragödie der alternden Frau und Sängerin selbst zu erleben, muss Grete Stückgold auch durchgemacht haben. Sie übernahm noch drei Tage später, am 28.I.1939, eine weitere Repertoirevorstellung, die eigentlich Lotte Lehmann singen sollte, nämlich die Elisabeth im Tannhäuser mit Carl Hartmann (Tannhäuser), Herbert Janssen (Wolfram) und Karin Branzell als Venus. Davon sind mir keine Aufzeichnungen oder Andenken überliefert. Dies blieb das letzte Mal, dass sie an der Met aufgetreten ist. Unten finden sich noch ein paar Anzeigen ihres Konzertagenten, wo sie weiterhin als Prima Donna der Met bezeichnet wird.



    Anzeige für die Saison 1938/39 mit Bild als Oktavian und Hinweis auf den
    Auftritt in Boston im März 1938


    Anzeige für Konzertbuchungen als Liedersängerin von 1941/42


    Da an der Met eine große Konkurrenz herrschte, war es schwer, auch als noch relativ junge Sängerin (Anfang 1939 war Grete Stückgold erst 43 Jahre alt) dort weitere Engagements zu bekommen. Vor einigen Jahren erwarb ich einen Brief aus dem Jahre 1943 an einen Manager der Met. Leider habe ich ihn anscheinend verloren. Dort bat eine Sängerin - ich weiss nicht mehr genau, ob es Grete Stückgold oder Elisabeth Rethberg war - dringend darum, doch wieder berücksichtigt zu werden und beklagte sich darüber, dass sie bei der neusten Produktion von Cosi fan Tutte nicht engagiert worden sei.

    Von Grete Stückgold fand ich bei Ebay einen Brief, den Bruno Walter ihr im Jahr 1952 geschrieben hatte. Aus ihm geht hervor, dass sie ihm wohl vorgeschlagen hatte, dass er sie anhören solle, weil sie die Rolle der Isolde einstudiert hätte. Bruno Walter lehnte höflich ab...
    Leider habe ich diesen Brief, der gut zu entziffern war, nicht richtig dokumentiert, und mein Screenshot der Ebay-Anzeige ist sehr unscharf. Trotzdem kann ich den Wortlaut hier wiedergeben. Das im August 2013 angebotene Konvolut bestand aus dem Brief von Bruno Walter plus einem Foto von Bruno Walter, Grete Stückgold und einem unbekannten Mann und wurde für immerhin 127,50 USD bei Ebay verkauft (nicht an mich).


    Screenshot der Ebay-Anzeige


    Das Foto


    Brief von Bruno Walter an Grete Stückgold März 1952

    Der Wortlaut des Briefes lautet:

    23.März 1952

    Sehr verehrte gnädige Frau,
    Ich könnte mir sehr wohl vorstellen, dass Sie im Laufe der Jahre in eine Aufgabe wie die der Isolde hineingewachsen sind. Leider kann ich Ihren Wunsch, Sie anzuhören, nicht erfüllen. Unmittelbar nach der Bewältigung meiner gegenwärtigen Tätigkeit mit der New Yorker Philharmonie+Symphony (?) muss ich nach Europa reisen und kann beim besten Willen keine freie Zeit für irgend etwas anderes als die notwendigen Reisevorbereitungen finden.

    Mit besten Grüssen und Wünschen, auch von Lotte

    Ihr sehr ergebener Bruno Walter



    Wie die Geschichte zeigt, ist es nie zu einer Isolde gekommen. Irgendwann um das Jahr 1952 herum machte Grete Stückgold, die verhinderte Isolde, noch einige Aufnahmen von Hugo Wolf-Liedern, die in meinem anderen Blog gehört werden können http://recordplayer78.blogspot.de/2015/01/grete-stuckgold-spate-aufnahmen.html .

    Kurz danach muss ihre Karriere zuende gewesen sein. Auf einem signierten Bild aus dem Jahre 1955 verwendet sie bereits ein Foto, dass sie 20 Jahre jünger zeigt. Ich fand es im Internet.





    Der nächsten Beleg, den ich dann von ihr habe, stammt aus dem Jahr 1977 und ist ein Nachruf auf Grete Stückgold anlässlich ihres Todes. Er war auch bei den Unterlagen, die ich erworben habe, dabei. Dieser schmale Artikel ist alles, was in der Erinnerung ihrer Zeitgenossen übrig blieb.



    Nachruf auf Grete Stückgold


    Als Grete Stückgold in einem Altersheim in Connecticut starb, war sie 82 Jahre alt und von der Welt vergessen. Makabererweise oder, je nachdem wie man es sehen möchte, ergreifenderweise habe ich auch das Kondolenzbuch bekommen. Es waren ganze zehn Personen, die an ihrer Beerdigung teilnahmen. Eine schrieb: "In Memory of a great soprano".


    Der Umschlag des Kondolenzbuches von Grete Stückgold

    Kondolenzbuch anlässlich der Trauerfeier oder Beerdigung von Grete Stückgold vom 12.IX.1977

    Sich selbst sah Grete Stückgold auch in späteren Jahren wohl am liebsten als "Prima Donna of the Metropolitan Opera", als die sie sich im Januar 1939 noch einmal so richtig fühlen durfte. Ihre Visitenkarte und viele ihrer Erinnerungen an diese Zeit behielt sie bis zuletzt.













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