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    Riccardo Zandonai - Altersbildnis



    Der Komponist Riccardo Zandonai (1883 -1944) hat einige Opern hinterlassen, von denen "Francesca da Rimini" zumindestens vom Namen her bekannt ist, wenn auch die meisten sicherlich nicht eine einzige Arie daraus nennen können. Er war ein Schüler von Mascagni und ist heute kaum noch bekannt. In Italien war er in den 30er-Jahren recht populär. Seine Oper "La Farsa amorosa" wurde 1933 in Rom uraufgeführt.
    Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde in Deutschland die kulturelle Luft dünner. Jüdische Komponisten durften sowieso nicht mehr gespielt werden, und auch Komponisten aus dem "verfeindeten Ausland" gerieten unter den Bannstrahl des Regimes. Insgesamt wurden diplomatische Freundschaften und Kriegsallianzen auch in der Kulturpolitik vollzogen. Das führte dazu, dass eine zeitlang nach dem Nichtangriffspakt mit Russland, den Deutschland nicht lange nach seinem Abschluss brach, einige russische Künstler oder Schlager mit "russischem Inhalt" in Deutschland aufgenommen wurden (ich besaß einmal eine grüne Grammophon-Platte von ca. 1939 mit dem Titel "Olga, Tochter der Wolga" - leider habe ich sie nicht mehr). Später waren nur noch Italien und Japan als Verbündete geblieben, wobei Japan kulturell anscheinend zu fremd war, um im deutschen Kulturleben Spuren zu hinterlassen. So war Italien der Hauptaustauschpartner für kulturelle Güter, und besonders auf dem Gebiet der Oper wurde den Italienern traditionell eine Vorrangstellung zugebilligt. Im Jahre 1941 erlebte so die Oper "La Farsa amorosa" an der Berliner Staatsoper ihre deutsche Uraufführung. Es war der Versuch einer Wiederbelebung des Buffo-Genres - ein Kontrast zum Wagnerschen Ernst und sicher zur Ablenkung von dem die Menschen immer mehr in Mitleidenschaft ziehendem Kriegsgeschehen gedacht. Die Oper wurde auf  deutsch gesungen. Leider kann ich kein genaues Datum der Uraufführung angeben, da kein Einlegezettel mit der Besetzungsliste erhalten ist. Aus den Vorankündigungen auf der Seite 8 des Programmheftes (Bildteil nicht mitgezählt) für Januar 1942 lässt sich ableiten, dass es nahe dem Jahresende 1941 gewesen sein muss. Die Besetzung selbst geht aus dem Bildteil des Programmes hervor:

    Maria Cebotari als Lucia
    Peter Anders als Renzo
    Else Tegethoff als Mercedes
    Willi Domgraf-Fassbender als Podesta
    Eugen Fuchs als Spingarda
    Erich Zimmermann als Frulla
    Gustav Rödin als Giacomino
    Irmgard Armgart als Orsola.

    Die Handlung der Oper bezieht sich auf die Novelle "Der Dreispitz" von Don Pedro de Alarcon. Auf diesen Stoff beziehen sich ebenfalls Manuel de Falla in seinem "Dreispitz" und Hugo Wolf in seiner Oper "Der Corregidor". (Von letzterer gibt es aus Kriegszeiten einen Rundfunkmitschnitt von 1944 unter Karl Elmendorff mit Karl Erb und Margarete Teschemacher.)



    La Farsa Amorosa - Titelblatt des Programmheftes 1941

    Eine biografische Skizze mit Opernverzeichnis von Zandonai:




    Zur zugrunde liegenden Novelle:






    Der Bildteil:

    Aus der Spielgemeinschaft "La Farsa amorosa" 1

    Aus der Spielgemeinschaft "La Farsa amorosa" 2

    Aus der Spielgemeinschaft "La Farsa amorosa" 3


    Auf der letzten Seite der Hinweis auf weitere Veranstaltungen: Ankündigung der Erstaufführung von "Carmina Burana" unter Karajan mit Tiana Lemnitz und Willi Domgraf-Fassbänder. Weiterhin: 4.Sinfoniekonzert in der Philharmonie mit Beethovens Missa Solemnis unter Karajan am 18. und 19. Januar 1942 mit Walther Ludwig, Margarete Klose, Tilla Briem und Fred Drissen.
    Für Februar 1942 wird eine Neuinszenierung der "Salome" mit Maria Cebotari unter Clemens Krauss angekündigt.


     Hier noch eine Werbung von der hinteren Umschlagseite.
     




    Centro internazionale di studi Riccardo Zandonai








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    Ich gebe nun zwei Programmhefte der Wiener Oper wieder. Leider fehlt beiden das, was den Sammler am meisten interessiert: der Einlegezettel mit der Angabe der speziellen Vorstellung, zu der das Heft verkauft wurde und worauf die auftretenden Künstler angegeben sind. Die Hefte enthalten aber im ersten Fall einige interessante Artikel über zwei beliebte Sänger und in beiden Fällen mehrere seltene Fotos von aktuellen Vorstellungen der Wiener Oper aus der Zeit um 1930.

    Hier das erste Heft. Es stammt aus dem Jahr 1928  und enthält Bilder aus der Vorstellung der Oper "Jonny spielt auf" von Ernst Krenek. Diese Oper hatte in Wien am 31.XII.1927 Premiere und wurde bis April 1931 insgesamt 31 mal gegeben. Das Heft enthält zwei Artikel über die Sänger Leo Slezak und Hans Duhan. Die genaue Zuordnung zum Jahr 1928 ist ein wenig Detektivarbeit: im Slezak-Artikel wird das Buch "Der Wortbruch" erwähnt, das "letztes Jahr" erschien. Bei Wikipedia kann man nachlesen, dass das Buch 1927 erschien.


    Titelblatt Heft 1

    Artikel Leo Slezak

    Slezak-Artikel 2, Foto mit Wanda Achsel als Anita in "Jonny spielt auf"

    Slezak-Artikel 3

    Artikel Leo Slezak Ende - Artikel über Hans Duhan

    Artikel Hans Duhan 2

    Artikel Hans Duhan 3

    Rückseite des Heftes


    Das zweite Heft, das ich hier vorstelle, stammt aufgrund verschiedener Fotos von Werken, die im Jahr 1930 in Wien gegeben wurden, wohl auch aus diesem Jahr (zweite Jahreshälfte 1930).


    Titelblatt Heft 2

    Vorne im Heft: Ein Foto von Alfred Piccaver

    Das Heft enthält einen Artikel zur Oper "Schwanda, der Dudelsackpfeifer" von Jaromir Weinberger. Die Premiere dieser Oper in Wien war am 16.X.1930. Die Oper wurde in den folgenden vier Jahren insgesamt 34mal gegeben. Im Jahr 1931 war sie unter den zeitgenössischen Werken das Hauptstück im Repertoire der Wiener Oper.



    Der Dudelsackpfeifer Schwanda, von Paul Stefan

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 2, Foto aus "Jonny spielt auf"

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 3, Foto aus "Jonny spielt auf" (Schlußszene)

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 4

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 5

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda 6, Foto aus "Der eiserne Heiland"

    "Der eiserne Heiland" ist eine Oper von Max von Oberleitner, die im Jahr 1916 Premiere hatte und in Wien am 16.VI.1930 aufgeführt wurde. Danach wurde sie im Jahr 1930 noch drei mal gegeben und dann noch zweimal im Jahr 1934.

    Der Dudelsackpfeifer Schwanda (Schluss)



    Es folgt noch ein Artikel von Friedrich Rosenthal zum Thema "Der Musiker im Drama". Es handlet sich um den Abdruck des letzten von mehreren Teilen, die ich leider nicht kenne. Interessanter als der Artikel sind die eingestreuten Fotos:


    Foto aus "Cosi fan tutte"


    Foto aus "Angiolina"

    "Angiolina" ist eine Oper von Antonio Salieri. Sie wurde im Redoutensaal der Oper gegeben. Man kann sie sich als eine Art Kammeroper vorstellen. Die offiziellen Spielpläne der Wiener Oper geben keine Auskünfte darüber, wann diese Oper gegeben wurde.

    Foto aus "Der Taugenichts in Wien"

    "Der Taugenichts in Wien" ist ein Ballett von Franz Salmhofer (1900-1975). Es wurde 1930 uraufgeführt. Genauere Daten sind nicht zu ermitteln.


    Ende des Artikels "Der Musiker im Drama"

    Zuletzte noch zwei Sängerfotos aus dem Programmheft.


    Adele Kern

    Gunnar Graarud



    (Für ergänzende Hinweise bin ich immer dankbar.)

    PS. Die Oper "Jonny spielt auf" findet man zum kostenlosen Download hier:
    http://radiomelasudas-beaumarchais.blogspot.de/2012/10/ernst-krenek-jonny-spielt-auf.html



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    Leo Slezak, Karte aus dem "Ross"-Verlag. Sie stammt vermutlich aus einem Film und datiert von ca. 1930



    Im Jahr 1928 wurde überall der 100.Todestag von Franz Schubert feiererlich begangen. Am 27.Januar 1928 gab Leo Slezak im Großen Musikvereins-Saal einen reinen Schubert-Abend. Wieder begleitet ihn Otto Schulhof.



    Leo Slezak Schubert-Abend 27.I.28 - Programm



    Leo Slezak Schubert-Abend 27.I.28 -2.Seite



    Leo Slezak Schubert-Abend 27.I.28 -Seite 3


    Leo Slezak Schubert-Abend 27.I.28 - Seite 4

    Auch diesmal hat der damalige Konzertbesucher wieder handschriftlich die Zugaben notiert. So gab es neben den 12 Liedern folgende Zugaben:

    Ständchen (Leise flehen meine Lieder)
    Im Abendrot
    Trockene Blumen

    Wiederholt, d.h. im Laufe des Konzertes 2x gesungen wurden folgende Lieder:

    Der Jüngling an der Quelle
    Geheimes
    Nacht und Träume.

    Dem Programm lag Werbung für die Bücher von Slezak mit einer Karikatur von Walter Trier bei.





    1928 gab Leo Slezak mindestens ein weiteres Konzert Im Musikverein, nämlich am 13. Nov. 1928. Er sang den Zyklus "An die ferne Geliebte" von Beethoven und vier Hugo Wolf-Lieder. Den dritten Teil gestaltete, wie im November 1927, der Pianist Marco Goldin mit drei Stücken von Chopin, Moritz Rosenthal und Franz Liszt. Das mittlere Stück, "Papillons" von Rosenthal, wurde wiederholt.

    Danach folgten noch zwei Vortragsgruppen mit Leo Slezak. Zuerst sang er "Tom der Reimer" von Loewe und drei Strauss-Lieder. Zuletzt kamen drei Arien zum Vortrag, nämlich das Schlummerlied aus "Die Stumme von Portici" von Auber, die Blumenarie aus Carmen sowie sein "alter Hit" Amor ti vieta aus Fedora.

    Der Zugabenteil war wieder sehr reichhaltig. Bereits nach dem zweiten Teil mit Wolf-Liedern gab es "Er ist's" und "Der Jüngling an der Quelle" von Schubert als Zugabe, nachdem er vorher schon "Verschwiegene Liebe" wiederholt hatte. Im vierten Teil sang er "Freundliche Vision" 2x und "Ach weh mir unglückhaften Manne" von Strauss am Ende des Vortragsblocks.

    Am Schluß des Konzertes kam es zu einem Zugabenteil mit fünf Titeln:

    Othellos Tod (Slezak gastierte 1928 sehr erfolgreich als Othello an der Berliner Staatsoper)
    Traum durch die Dämmerung (Strauss)
    Ständchen (Brahms)
    Sechse, siebene oder acht (Brüll)
    Vergiss mein nicht (Komponist unbekannt)


    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928



    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928 Seite 3

    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928, Seite 4

    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928, Seite 5

    Leo Slezak, Konzert vom 13.XI.1928, Seite 6


    Die Vorankündigungen für andere Konzerte der Konzertdirektion Rudolf Kugel standen diesmal auf Seite 2 des Programms. Angekündigt werden u.a. Klavierabende von Sergei Rachmaninoff und Youra Güller, der Geiger Albert Spalding und ein Schallplatten-Konzert mit Columbia-Musikplatten.




    Die zweite Seite des Konzertprogramms vom 13.XI.1928


    Das letzte Stück aus der kleinen Sammlung mit Slezak-Programmen stammt vom 28.Nov. 1929. Leo Slezak wurde diesmal nicht von Otto Schulhof, sondern vom Pianisten Walter Bricht begleitet (der oben in den Vorankündigungen für den 24.XI. 1928 als Begleiter des Cellisten Fredéric Mottier erwähnt wird).


    Eintrittskarten für das Slezak-Konzert am 28.XI.1929
    Diesem Programm lagen zwei Eintrittskarten bei: eine für Parterre und eine für die 1. Galerie an der Seite. Eine ist offensichtlich nicht benutzt (oder nicht abgerissen) worden. Vielleicht hat der Konzertgänger noch eine zweite Karte geschenkt bekommen und sich dann lieber für den Sitz in der Galerie entschieden. Genau wird man es nie wissen, aber es macht Spaß, darüber zu spekulieren...

    Leo Slezak - Liederabend vom 28.XI.1929

    Slezak sang diesmal einen Liederabend mit Liedern von Hugo Wolf und Richard Strauss. Den Abschluß bildete wieder der Schlußgesang aus der frühen Strauss-Oper "Guntram". Den Mittelteil bestritt die Pianistin Anne Michelson aus Baltimore.



    Leo Slezak - Liederabend vom 28.XI.1929 - Seite 2

    Leo Slezak - Liederabend vom 28.XI.1929 - Seite 3

    Leo Slezak - Liederabend vom 28.XI.1929 - Seite 4


    Diesmal sind keine Zugaben handschriftlich vermerkt, aber man darf wohl davon ausgehen, dass es wieder einen umfangreichen Zugabenteil gab. Falls ein Leser dieses Blogs irgendwelche Kritiken über diese Liederabende aus Wiener Zeitungen besitzt, würde mich dies sehr interessieren!












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    Leo Slezak mit zwei Hunden


    Leo Slezak gab in seiner Heimatstadt Wien regelmäßig Liederabende im Großen Saal des Musikvereins. Einige Programme dieser Liederabende aus den Jahren 1926 bis 1929 werden im folgenden wiedergegegben. Bei fast allen Abenden wurde Leo Slezak von Otto Schulhof am Klavier begleitet.

    Eintrittskarten Leo Slezak 2.III.1926


    Am 2.März 1926 sang er Lieder von Schumann, Schubert, Beethoven und Strauss. Im zweiten Teil des Programmes wirkte de Pianistin Angela Engel-Weschler mit einem Soloteil mit (Hochzeitsmarsch und Elfenreigen von Mendelssohn). Anschliessend sang Leo Slezak zwei Opernarien aus "Die Macht des Schicksals" von Verdi (in Deutsch) und "Cielo e mar" (auf italienisch) aus "La Gioconda" von Ponchielli.

    Leo Slezak Konzert 2.III.1926






    Leo Slezak Konzert 2.III.1926 Seite 2

    Leo Slezak Konzert 2.III.1926 Seite 3

    Leo Slezak Konzert 2.III.1926 Seite 4





    Interessant sind auch die Vorankündigungen für Konzerte in den nächsten Wochen. Es fanden u.a. Liederabende mit Rosette Anday, Hans Duhan und Anny Lux (über diese Sängerin habe ich keine Informationen) statt sowie Klavierabende mit Julius Chajes, Juliusz Hertz, Dr. Viktor Ebenstein und ein Konzert mit Pablo Casals.




    Leo Slezak Konzert 2.III.1926 - Vorankündigungen

    Das nächste Programm stammt vom 6. Mai 1927. Slezak sang diesmal die Freischütz-Arie, den Schlußgesang aus "Guntram" von Strauss sowie wie am 2.III.26 die Arie "Cielo e mar" aus "La Gioconda" von Ponchielli. Zwischendurch sang er Lieder von Beethoven (Adelaide), Joseph Marx und Johannes Brahms. Auch diesmal wirkte im zweiten Teil eine Pianistin (Inge Gall) mit, die zwei Stücke von Schumann und Sauer spielte.

    Leo Slezak Konzert 6.V.1927

    Leo Slezak Konzert 6.V.1927 Seite 2

    Leo Slezak Konzert 6.V.1927 Seite 3
    Interessant sind die handschriftlich im Programm notierten Zugaben. Es handelte sich um drei Strauss-Lieder (Zueignung, Ich trage meine Minne, Traum durch die Dämmerung), "Im Kahne" von Grieg, "Sechse, siebene oder acht " von Ignaz Brüll sowie "Lockruf" von Rückauf (wurde auch von Leopold Demuth auf Schallplatte aufgenommen). Zuletzt folgte "Er ist's" von Hugo Wolf. Damit umfasste der Zugabenteil sieben Lieder - genau so viele Lieder wie der "offizielle Teil" enthielt.


    Leo Slezak Konzert 6.V.1927 Seite 4


    Das nächste Konzert, das ich hier dokumentieren kann, fand am 7.XI. 1927 statt. Wurden die vorigen beiden Konzerte von der Konzertdirektion Gutmann veranstaltet, hatte Slezak jetzt zur Konzertdirektion Georg Kugel gewechselt. Diesmal bestand das Programm aus einer Arie am Anfang (Bildnis-Arie aus Zauberflöte) und zwei am Ende (Aus "Das Mädchen aus dem goldene Westen" von Puccini und "Luisa Miller" von Verdi). Dazwischen gab es zwei Blöcke mit je vier Liedern von Schubert und Strauss. Wieder wirkte im zweiten Teil ein Pianist (Marco Goldin) mit, der drei Stücke spielte.


    Leo Slezak Konzert 7.XI.1927


    Leo Slezak Konzert 7.XI.1927 Seite 2

    Leo Slezak Konzert 7.XI.1927 Seite 3

    Auch hier hat der damalige Konzertbesucher wieder die Zugaben notiert. Es waren das Ständchen von Brahms ("Der Mond steht über dem Berge"), "Im Kahne" von Grieg, "Komm an mein Fenster" von einem mir unbekannten Komponisten, "Sechse, siebene oder acht" von Ignaz Brüll, "Er ist's" von Wolf sowie die Arie "Amor ti vieta" aus Feodora von Giordano.

    Leo Slezak Konzert 7.XI.1927 Seite 4 mit Zugaben

    Der Teil im Programmheft mit den Vorankündigungen ist diesmal sehr umfangreich.

    Vorankündigungen November 1927

    Maurice Dekobra war ein damals erfolgreicher Unterhaltungsschriftsteller mit Romanen wie "Ein Freudenmädchen ist gestorben .."oder "Glauben Sie, dass Pauline jemals ein anständiges Mädchen wird?"

    Vorankündigungen November 1927 Seite 2

    Vorankündigungen November 1927 Seite 3

    Umschlagseite mit Ankündigung Yvette Guilbert am 25. und 28.XI.1928



    PS.

    Der Wiener Pianist Paul Badura-Skoda sagte 2002 im Interview über den Pianisten Otto Schulhof:

    Gleichzeitig lehrte mich Otto Schulhoff (sic!), ein Wiener Original. Obwohl er ein genialer Pianist war, fand er allgemein aber wenig Beachtung, weil er scheinbar nach (dem) Prinzip "lieber 10 Minuten am Podium zittern, als zwei Stunden üben" lebte. Er hatte den schönsten Anschlag, den ich neben Edwin Fischer je gehört habe; jedes Klavier hat unter ihm geblüht und geklungen, es war ein Traum. Für mich waren die Bedingungen ideal, da ich bei zwei so vollkommen gegensätzlichen Lehreren gelernt habe. Viola Thern war der Typus der korrekten klassischen Wiener Schule, wo alles genau stimmen muß; Schulhoff eben der imaginäre, phantasievolle Pianist mit Rubato und Temporückung. Da Frau Thern nicht wusste, dass ich noch weitere Privatstunden nahm, hat sie sich oft gewundert, dass ich plötzlich so phantasievoll spielte.

    Weiterlesen kann man HIER.


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    Grete Stückgold gab am Mittwoch, dem 26. Oktober 1932 einen Liederabend in St. Paul, Minnesota. Diese Stadt liegt direkt bei Minneapolis. Der Liederabend beinhaltete drei Blöcke mit je vier Liedern und einer Arie. Ihr Begleiter am Klavier war Frederick Schauwecker.

    Titelseite

    Auf der zweiten Seite wird über die frühere Karriere von Grete Stückgold berichtet, u.a. mit einer Anekdote über ihr Debüt. Ihr Engagement an der Met ab 1927 wird zwar auf dem Titelblatt, aber nicht im Text erwähnt.


    Seite 2

    Die dritte Seite enthält das gesungene Programm: ein Block mit Brahms-Liedern, einer mit gemischten, eher populären Liedern und ein Block mit Hugo Wolf-Liedern. Im vierten Teil sang sie eine einzelne Arie von Weber aus dem Freischütz. Insgesamt ein recht kurzes Programm - wobei man nicht weiss, wie ausgiebig der Zugaben-Teil ausfiel.

    Seite 3 enthält die Aufzählung der gesungenen Lieder

    Die vierte Seite enthält Vorankündigungen kommender Konzerte. Für mich interessant war, dass Heinrich Schlusnus am 17. Januar 1933 ebenfalls in St. Paul einen Liederabend gab. Weiterhin trat der Geiger Andreas Weissgerber auf.

    Seite 4 mit Vorankündigungen

    Der Rest des Programms druckt positive Pressestimmen über vorangegangene Konzerte ab.


    Seite 5

    Seite 6

    Aufnahmen von Grete Stückgold finden sich in meinem anderen Blog:

    http://recordplayer78.blogspot.de/2013/07/grete-stuckgold-fruhe-aufnahmen.html




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    Es ist bekannt, dass die Wiener, zumal in früheren Zeiten, regen Anteil an den Vorstellungen, Stars und Intrigen ihrer Oper nahmen. Dazu passt eine Serie von Postkarten aus der Zeit ca. zwischen 1900 und 1910, also der Zeit, als Gustav Mahler der Generalintendant der Oper war. Sie zeigen Künstler der Oper "am Bühnentürl", d.h. beim Verlassen oder Betreten der Oper. Das Interessante daran ist, die Künstler in natürlichen, ungezwungenen und alltäglichen Positionen zu sehen - geknipst von Vorläufern der "Paparazzi". Die Karten erschienen, soweit sie überhaupt eine Verlagsangabe haben,  im "Verlag Bediene Dich selbst". Das erst Beispiel zeigt die Sängerin Bertha Förster-Lauterer (1869-1936). Sie sang von 1901 bis 1914 an der Wiener Hofoper und wurde von Gustav Mahler verpflichtet. Obwohl sie als eine der großen Sängerpersönlichkeiten aus der Mahler-Ära gilt, hat sie leider nur eine Handvoll Aufnahmen hinterlassen.



    Berta Förster-Lauterer beim Operntheater Bühnentürl

    Der Tenor Erik Schmedes ist dagegen auf Schallplatten wesentlich besser dokumentiert. Er sang von 1898 an an der Wiener Oper und war mehr als 25 Jahre einer der Publikumslieblinge. Leider ist auf dem Bild nicht zu erkennen, ob weitere Sänger abgebildet sind. Ein vornehmer Hut gehörte damals anscheinend zur Alltagskleidung - auch die Passanten tragen solche.


    Erik Schmedes am Bühnentürl

    Das letzte Bild aus meiner Sammlung zeigt Selma Kurz im Gespräch mit Franz Schalk (identifiziert durch eine Anmerkung in Tinte im Untertitel der Karte sowie durch das nächste Bild), der seit 1900 Erster Kapellmeister an der Wiener Hofoper war und später dieses Haus selbst von 1918 bis 1929 leitete. Selma Kurz war ebenfalls ein Star in Mahlers Ensemble und langjähriger Liebling der Wiener. Sie hatte eine kurze Liebesaffäre mit Mahler, bevor dieser Alma Schindler kennen- und liebenlernte.



    Selma Kurz beim Operntheater Bühnentürl mit Franz Schalk


    Im Internet fand ich noch ein weiteres Bild. Es stammt aus der Sammlung der Unibibliothek in Frankfurt am Main und kann dort auch heruntergeladen werden:
    http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7806215/



    Capellmeister Schalk beim Operntheater Bühnentürl
    (Quelle http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7806215/)



    Hier noch die Adresse oder Adressen des Verlages bzw. seiner Verkaufsstellen:


    Förster-Lauterer-Karte, Verlagsangabe





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    Don Carlos 30.X.1936 Besetzung

    Hier ist das Programmheft von einer Aufführung von Verdis "Don Carlos" in Berlin am 30. Oktober 1936. Von Schallplattenaufnahmen her ist die Kombination Heinrich Schlusnus als Posa und Helge Rosvaenge als Don Carlos bekannt. Es gab auch noch andere interessante Koppelungen, die nicht in Tonaufnahmen dokumentiert sind. Keiner der aufgeführten Sänger hat meines Wissens eine Aufnahme aus Don Carlos hinterlassen, ausser Margarete Klose, die die Eboli sang. Carlos und Posa werden von Franz Völker und Herbert Janssen, der damals noch in Berlin war (und bald in die USA gehen sollte) verkörpert. Josef von Manowarda sang den Phillip, Walter Großmann den Großinquisitor. Die Elisabeth wurde von Franziska von Dobay verkörpert, von deren Stimme es keine Aufnahmen gibt. Sie wurde 1900 geboren und sang von 1933 bis 1944 an der Berliner Staatsoper. Danach verliert sich ihre Lebensspur. Ein Foto von ihr findet sich weiter unten.

    Hier das Programmheft im einzelnen (wie immer: anklicken vergrößert die Seiten!)


    Artikel über Verdi von Julius Kapp, mit einer "unveröffentlichten Photographie"




    Erinnerungen an Verdi von Pietro Mascagni, mit Szenenbild aus "Die Macht des Schicksals"






    Marcel Wittrisch und Tiana Lemnitz in Ernani


    Der Einleger: Aussen die Handlung der Oper, innen die Besetzungsliste und die Vorschau.






    Vorankündigung für Siegfried und Götterdämmerung sowie für
    drei Gastspiele von Jan Kiepura



    Der Rest des Programmheftes enthält neben Werbung noch einige Fotos:





    Was Dr. Erich von Puttwitz und Gaffron mit der Staatsoper zu tun hatte, konnte ich nicht herausfinden. Ein gleichnamiger Mann wurde 1952 zum Kurdirektor ernannt. Sonst habe ich nichts über ihn gefunden.




    Hier noch einmal die Fotos in groß:

    Max Lorenz als Tannhäuser, Rudolf Bockelmann als Wanderer



    Margarete Klose


    Dr. h.c. Erich von Prittwitz und Gaffron und Franziska von Dobay

    Dr. Julius Kapp, Dramaturg der Staatsoper, und Frida Leider








    Josef von Manowarda und Heinrich Schlusnun





    Verdi, nach einer unveröffentlichten Photographie










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    Im folgenden wird hier die Abteilung "Bildnisse der darstellenden Künstler" (S. 152 bis 204) aus dem Festspielführer von 1926 wiedergegeben. Es konnten nicht alle Bilder gleich gut reproduziert werden, aber insgesamt ist es eine schöne Sammlung von Fotos, die auch Konterfeis von Sängern bietet, deren Bilder nicht oft zu finden sind. Zum Glück ist der Führer sehr stabil gebunden, so dass ich die Seiten auf den Scanner pressen konnte, ohne dass sich die Bindung gelöst hat. Bei anderen Büchern aus meiner Sammlung ist das wesentlich schwieriger...

    Paul Bender

    Paul Bender als Hagen

    Hendrik Appels

    Elisabeth Feuge

    Hedwig Fichtmüller

    Fritz Fitzau

    Fitzau, Fritz, Tenor, * 1895 (?); seine Bühnenlaufbahn begann er 1921 am Landestheater von Dessau, wo er bis 1924 auftrat. Danach wurde er an die Staatsoper von München verpflichtet, der er bis 1930 angehörte, und wo er u.a. 1927 in der Uraufführung der Oper »Coeur As« von Hugo Röhr mitwirkte. Von München aus wechselte er an das Staatstheater von Kassel, dessen Mitglied er bis 1937 war. Im Mittelpunkt seines Bühnenrepertoires, das er auch bei Gastspielen an führenden deutschen Theatern (u.a. Deutsche Oper Berlin 1928, 1929) vortrug, standen jugendliche und heldische Partien wie der Florestan im »Fidelio«, der Rienzi, der Tannhäuser, der Walther von Stolzing in den »Meistersingern«, der Froh im »Rheingold«, der Parsifal, der Pedro in »Tiefland« von d'Albert, der Königssohn in den »Königskindern« von Humperdinck, der Fremde in »Das Wunder der Heliane« von Korngold, der Menelas in der »Ägyptischen Helena« von R. Strauss, der Novagerio in Hans Pfitzners »Palestrina«, der José in »Carmen«, der Radames in »Aida« und der Othello von Verdi. In Kassel wirkte er 1931 in der Uraufführung der Oper »Nadja« von Eduard Künneke mit.
    [Lexikon: Fitzau, Fritz. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 7693 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1152 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    PS. Auf dem Bild sieht der Künstler älter als max. 31 Jahre aus, weshalb das Geburtsdatum wahrscheinlich eher als 1895 liegt...
    Ella Flesch

    Anni Frind


    Josef Geis als Beckmesser

    Julius Gleß (Gless)

    Emil Grifft

    Grifft, Emil, Bariton, * 27.1.1879 Ingolstadt, † 25.11.1941 München; er begann seine Karriere 1906 am Theater des Westens Berlin, ging 1907 an das Stadttheater von Kiel und von dort für die Spielzeit 1913-14 an das Opernhaus von Breslau. Danach lebte er gastierend in München. 1916 kam es dann zu einem Engagement an der Münchner Hofoper, an der er bis 1933 wirkte. In München trat er u.a. in den Uraufführungen der Opern »Die Vögel« (1920) und »Don Gil von den grünen Hosen« (1924), beide von Walter Braunfels, und in »Die geliebte Stimme« von Jaromir Weinberger (1931) auf. Zu Beginn seiner Bühnenkarriere sang er Partien wie den Minister im »Fidelio«, den Fliegenden Holländer, den Telramund im »Lohengrin«, den Sebastiano in »Tiefland« von d'Albert, den Abimelech in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und den Tonio im »Bajazzo«. Im weiteren Verlauf seiner Karriere wandte er sich dann mehr dem Charakterfach zu und trat jetzt als Alberich im Ring-Zyklus, als Harlekin in »Ariadne auf Naxos«, als Zuniga in »Carmen«, als Melot im »Tristan« und als Alcindor in »La Bohème« auf. Gastspiele führten ihn an die großen Theater im deutschen Sprachraum, u.a. 1908 und 1917 an das Stadttheater von Zürich.
    [Lexikon: Grifft, Emil. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 9500 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1405 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Fritzi Jokl

    Gertrud Kappel

    Gertrud Kappel als Isolde

    Heinrich Knote

    Heinrich Knote als Siegfried

    Fritz Krauß (Krauss)

    Fritz Krauss als Tamino

    August Kleffner

    Kleffner, August, Bariton, * 31.10.1888 Wuppertal- Elberfeld, † (?); er begann seine Karriere 1912 mit einem Engagement am Stadttheater von Koblenz und wechselte von dort 1915 an das Stadttheater von Mainz, dann an das Stadttheater von Heidelberg. Von dort wurde er 1923 an die Bayerische Staatsoper München berufen, deren Mitglied er bis 1929 blieb. In München wirkte er 1924 in der Uraufführung der Oper »Don Gil von den grünen Hosen« von W. Braunfels mit. In seinem Repertoire fanden sich vor allem Partien für Spiel-Bariton und Charakterrollen, darunter der Minister im »Fidelio«, der Ottokar im »Freischütz«, der Melot im »Tristan« und der Alberich in den Opern des Ring-Zyklus. Nach seinem Ausscheiden aus dem Ensemble der Münchner Oper ging er von München aus einer weiteren Gastspieltätigkeit nach und trat in Konzerten auf.
    [Lexikon: Kleffner, August. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 12620 (vgl. Sängerlex. Bd. 6, S. 1832 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Emmy Krüger


    Leone Kruse


    Kruse, Leone, Sopran, * 25.12.1898 New York; sie erhielt ihre Ausbildung in New York und in Deutschland. Dort war sie 1924-27 an der Bayerischen Staatsoper München engagiert, trat danach gastierend auf und war in den Jahren 1930-32 Mitglied des Deutschen Theaters in Prag. Sie zog sich bald danach vom Opernbetrieb zurück, obwohl sie bei Gastspielen an führenden Opernhäusern große Erfolge gehabt hatte. So war sie 1927 an den Staatsopern von Dresden und Berlin, 1928 an der Staatsoper Wien zu Gast. An der Münchner Staatsoper wirkte sie 1925 in der Uraufführung der Oper »Juana« von Max Ettinger (in der Titelrolle) mit. Zu ihren großen Kreationen auf der Bühne zählten die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Aida und die Tosca.
    [Lexikon: Kruse, Leone. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 13337 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 1929 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Lotte Lehmann

    Robert Lohfing


    Lohfing, Robert, Baß-Bariton, * 1.10.1876 Blankenheim (Thüringen), † 29.3.1929 Berlin; er war der jüngere Bruder des bekanten Bassisten Max Lohfing (1870-1953), der an der Hamburger Oper wie bei Gastspielen eine große Karriere hatte. Robert Lohfing kam 1906 an die Hofoper von München und blieb für die folgenden zwanzig Jahre bis 1926 deren Mitglied. 1926 ging er an die Städtische Oper Berlin, an der er bis zu seinem Tod blieb. Er sang auf der Bühne sehr viele, auch kleinere Partien aus dem Charakter- und dem Spielfach (Luther in »Hoffmanns Erzählungen«, Fiorillo im »Barbier von Sevilla«, Notar im »Rosenkavalier«, Maurevert in den »Hugenotten« von Meyerbeer), wurde aber dadurch zu einem unentbehrlichen Ensemblemitglied. Gelegentlich trat er auch in großen Partien vor sein Publikum; er wirkte in der Münchner Uraufführung der Oper »Palestrina« von Hans Pfitzner mit (12.6.1917 im Prinzregenten-Theater). Er trat auch als Konzertsänger auf.

    [Nachtrag] Lohfing, Robert; er war 1898-1901 am Stadttheater von Halle/Saale und 1901-02 am Stadttheater von Essen als Chorsänger und für kleine Rollen engagiert. 1902-03 erfolgte seine Ausbildung zum Solisten in Weimar. 1903-06 sang er als solcher am Stadttheater von Zürich, seit 1906 an der Hofoper München. Hier wirkte er 1924 in der Uraufführung der Oper »Don Gil von den grünen Hosen« von W. Braunfels mit. Partien aus seinem Repertoire: Masetto im »Don Giovanni«, Schaunard in »La Bohème«, Truffaldino in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, Dr. Cajus in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, Bartolo im »Barbier von Sevilla«.

    [Lexikon: Lohfing, Robert. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 14668 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 2111 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Nelly Merz-Gerke

    Felicie Hüni-Mihacsek

    Hans Hermann Nissen


    Elisabeth Ohms

    Maria Olczewska

    Heinrich Rehkemper

    Heinrich Rehkemper als Figaro

    Wilhelm Rode

    Wilhelm Rode als Wotan

    Nicolai Reinfeld

    Aline Sanden

    Martl Schellenberg

    Martl Schellenberg als Cherubino


    Schellenberg, Martel, Sopran, * 1895 Leipzig, † 22.3.1983 München; sie studierte in Leipzig und debütierte 1917 am Hoftheater von Altenburg (Thüringen). Sie sang dann am Stadttheater von Hagen in Westfalen und am Opernhaus von Frankfurt a.M. 1924 wurde sie an die Bayerische Staatsoper in München berufen, wo sie bis 1938 wirkte. Hier hat sie in dieser Zeit allein 35 große Partien aus dem Fachbereich der Koloratursoubrette gesungen, darunter als wichtigste das Ännchen im »Freischütz« von Weber, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Marzelline in Beethovens »Fidelio«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit« und die Adele in der »Fledermaus«. 1926 hatte sie in München einen besonders großen Erfolg in der Operette »Der Mikado« von Arthur Sullivan; 1931 wirkte sie dort in der Uraufführung von Hans Pfitzners Oper »Das Herz« mit. 1926-35 gastierte die Künstlerin mehrfach in Spanien; Gastspiele führten sie weiter an die Staatsoper von Wien, an Bühnen in der Schweiz und in Griechenland. Auch als Konzertsopranistin erlangte sie hohes Ansehen.

    Wahrscheinlich sind von ihrer Stimme keine Schallplatten vorhanden.
    [Lexikon: Schellenberg, Martel. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 21601 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3090 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Signe Schillander


    Schillander, Signe, Mezzosopran, * 19.6.1888 Stockholm, † 11.4.1964 Stockholm; sie war Schülerin des Stockholmer Gesangpädagogen Gillis Bratt und vervollständigte ihre Ausbildung in Deutschland und Italien. Sie debütierte 1916 als Gast an der Königlichen Oper Stockholm in der Partie der Amneris in »Aida« und war 1917-25 Mitglied dieses Hauses. Dort wirkte sie u.a. 1919 in der Uraufführung der Oper »Domedagsprofeterna« von Wilhelm Peterson- Berger mit. 1925 ging sie für eine Spielzeit an das Stadttheater von Chemnitz, 1925-28 war sie an der Münchner Staatsoper engagiert. Sie lebte dann als Pädagogin in Stockholm. Ihre Repertoire bestand aus den großen klassischen Partien für Alt und Mezzosopran, wobei die Carmen und die Ortrud im »Lohengrin« als ihre besten Leistungen angesehen wurden.

    Schallplatten: 1919 wurden sechs Titel akustisch auf schwedischen HMV-Platten aufgenommen.
    [Lexikon: Schillander, Signe. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 21669 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3100 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Emil Schipper

    Elisabeth Schumann

    Elisabeth Schumann als Despina

    Carl Seydel

    Carl Seydel als David in den Meistersingern

    Berthold Sterneck


    Sterneck, Berthold, Baß, * 1890 (?), † 25.11.1943 München; er begann seine Karriere 1913 am Theater von Saaz (Zatec, CSR), war 1916-20 am Theater von Graz, 1920-23 am Deutschen Theater Prag engagiert und wurde 1923 an die Bayerische Staatsoper München berufen. Er konnte seitdem eine große, internationale Karriere entwickeln. Er galt bald als einer der führenden Bassisten seiner Generation, wobei man vor allem seine darstellerische Begabung in komischen Partien neben der Tonfülle seiner tiefen Baßstimme hervorhob. Als seine größte Kreation galt der Ochs auf Lerchenau im »Rosenkavalier« von Richard Strauss. 1929 wirkte er an der Münchner Oper in der Uraufführung der Oper »Samuel Pepys« von Albert Coates (in der Titelrolle), 1931 in der von »Die geliebte Stimme« von J. Weinberger mit. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1935 den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«. Bereits 1926 (und nochmals 1934) erlebte man in Amsterdam seinen Leporello im »Don Giovanni«, 1932 in Frankfurt a.M. seinen Ochs. An der Wiener Staatsoper war er besonders beliebt; hier war er 1931, 1936 und 1938 zu Gast. 1934 wirkte er an der Covent Garden Oper London in den englischen Premieren der Opern »Arabella« von R. Strauss und »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von Jaromir Weinberger mit. Weitere Gastspiele in Antwerpen, Genf, Prag, Basel, Lyon und Florenz, wo man ihn 1935 als Osmin hörte. 1938 gastierte er an der Oper von Bordeaux. Als Jude hatte er nach 1933 in Deutschland ein schweres Schicksal zu ertragen; 1936 mußte er seine Karriere in München beenden, konnte aber noch einige Gastspiele im Ausland (u.a. 1938 in Wien) absolvieren. Bis zu seinem Tod war der große Opern- und Konzertbassist anhaltenden Schwierigkeiten und Verfolgungen ausgesetzt.

    Schallplatten: Eigentliche Schallplattenaufnahmen seiner Stimme sind nicht erhalten; vielleicht singt er jedoch in Ausschnitten aus dem »Rosenkavalier« auf EJS eine kurze Passage. 1987 wurde auf Belvedere ebenfalls eine kurze Szene aus dem »Rosenkavalier« (aus einer Wiener Aufführung von 1936) veröffentlicht.
    [Lexikon: Sterneck, Berthold. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 23322 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3344 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Richard Tauber

    Elisabeth Waldenau

    Waldenau, Elisabeth, Alt, * 1898 (?), † 1983 München; sie war in den Jahren 1920-26 als Opernsängerin in München tätig, sang 1927 am Stadttheater von Krefeld und 1928-30 am Stadttheater Elberfeld-Barmen (Wuppertal). In der Folgezeit trat sie vor allem als Konzert- und Rundfunksängerin in Erscheinung. Sie wirkte in Opernsendungen der deutschen Radiostationen in einer Vielzahl von Sendungen mit, wobei sie ein weit gespanntes Opern- wie Konzertrepertoire zum Vortrag brachte. 1937-39 war sie beim Reichssender München verpflichtet. Sie gastierte während dieser Zeit jedoch auch an führenden deutschen Bühnen, darunter an der Staatsoper und am Deutschen Opernhaus Berlin. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war sie an der Bayerischen Staatsoper München anzutreffen. Dort hatte sie bereits ganz am Anfang ihrer Karriere am 4.12.1920 in der Uraufführung der Oper »Die Vögel« von Walter Braunfels mitgewirkt. In München verbrachte sie auch ihren Ruhestand.

    Schallplatten: DGG (Marcellina in »Figaros Hochzeit«, Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«), BASF (Querschnitt durch Verdis »Othello«), Preiser- Acanta (Marcellina in »Figaros Hochzeit«, Marthe im »Faust« von Gounod).
    [Lexikon: Waldenau, Elisabeth. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 25352 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3642 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Hermann Wiedemann

    Erik Wildhagen


    Wildhagen, Erik, Bariton, * 6.6.1894 Pirna-Copitz (Sachsen), † 6.6.1966 Passau; eigentlicher Name Erich Lehmann. Er wurde zunächst Lehrer und nahm am Ersten Weltkrieg als Soldat teil. Während eines Lazarettaufenthalts wurde seine Stimme entdeckt und durch R. Handtke in Dresden ausgebildet. Er sang dann am Dresdner Albert-Theater als Operettensänger und 1919-23 als Opern-Tenor am Sächsischen Landestheater Dresden, einer Wanderbühne. Nachdem seine Stimme sich zum Bariton gewandelt hatte und nach weiteren Studien in Italien bei dem berühmten Mattia Battistini in Rom und dem nicht weniger berühmten Giuseppe Borgatti in Mailand wurde er 1925 als erster Bariton an die Staatsoper von München verpflichtet. Hier debütierte er als Rigoletto und blieb bis 1930 Mitglied des Hauses. Bereits zuvor hatte er 1924-25 am Teatro Costanzi in Rom einige erfolgreiche Bühnenauftritte gehabt. Gastspiele führten ihn an die Staatsoper von Wien (1927, 1929, 1931) und nach Amsterdam (1933), 1930-31 bereiste er die USA. 1934-41 wirkte er als Bühnendirektor und Regisseur am Staatstheater von Karlsruhe, mußte aber seine Sängerkarriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. 1941 übernahm er die Leitung des Stadttheaters von Mühlhausen (Mulhouse) im Elsaß. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er in dem Jahrzehnt 1951-61 Intendant des Städtebundtheaters Passau- Landshut in Bayern. Aus seinem Bühnenrepertoire sind der Papageno in der »Zauberflöte«, der Don Giovanni, der Donner im »Rheingold«, der Klingsor im »Parsifal« und der Titelheld in »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von Weinberger zu nennen. Auch als Konzertsänger erfolgreich aufgetreten.

    Schallplatten: Von der Stimme des Künstlers wurden einige Aufnahmen auf Vox gemacht, die jedoch bislang nicht veröffentlicht wurden.
    [Lexikon: Wildhagen, Erik. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 25914 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3724 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]




    Luise Willer

    Otto Wolf


    Otto Wolf als Siegmund

    Erich Zimmermann

    Erich Zimmermann als Mime

    Desider Zador als Alberich





    Alle Abbildungen stammen aus dem Buch: Die Bayrischen Staatstheater . Wagner- und Mozart-Festspiele München 1926, hrg. von der Generaldirektion der Bayrischen Staatstheater, München 1926



    Angaben zur Quelle

    Umschlag






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    Im folgenden möchte ich einige Teile aus dem offiziellen Festspielführer aus dem Jahr 1926 wiedergeben, um die Wagner- und Mozart-Festspiele im München zu dokumentieren. Sie fanden zwischen dem 1.VIII.1926 und dem 5.IX.1926 statt, wobei die Wagner-Opern (Meistersinger 4x, Der Ring des Nibelungen 2x, Parsifal 4x, Tristan 2x) im Prinzregenten-Theater aufgeführt wurden. Die Mozart-Aufführungen (Entführung, Figaros Hochzeit, Cosi fan tutte, Zauberflöte und Don Giovanni, alle jeweils 2x) fanden im Residenz-Theater statt. Im weiteren Verlauf wird ein Spielplan angegeben, die Spielstätten dokumentiert und werden die Dirigenten vorgestellt.


    Seite 2: Staatsminister Dr. Franz Matt




    Seite 3 Impressum






    Inhaltsverzeichnis
    Das Buch wird hier fast komplett wiedergegeben, insbesondere alle Fotos. Es entfallen lediglich die Seiten 96 bis 123, in der die Entstehungsgeschichten der aufgeführten Opern wiedergegeben werden. Dieser Artikel unterschiedet sich kaum von einem ausführlichen Opernführer und wird hier aus Platzgründen weggelassen. Ebenfalls weggelassen wurden die Seiten 128 bis 135 über "Die Dramaturgie der Opern Mozarts und Wagners" von W.v.Waltershausen.

    Es folgen die Auflistungen des Personals der Bayrischen Staatsoper, die die Aufführungen maßgeblich trug.



    Seite 9
















    Seite 20: Festspielgäste 1926

    Die Festspielgäste, d.h. Künstler, die nicht dauerhaft zur Bayrischen Staatsoper gehörten, umfassten die Dirigenten Karl Muck und Clemens Krauss sowie die Sänger Lotte Lehmann, Elisabeth Schumann, Maria Olczewska, Emmy Krüger, Emil Schipper und Richard Tauber.


    Es folgt ein Bildteil mit Personen aus der Administration der Oper.


    Generalintendant Clemens Freiherr von und zu Frankenstein


    Verwaltungsdirektor Konstantin Heydel


    Direktor der Abteilung für künstlerische Verwaltungs- und Rechnungsangelegenheiten Dr. Arthur Bruckner

    Operndirektor Hans Knappertsbusch

    Oberspielleiter Max Hofmüller

    Direktor der Bühnenbildner Leo Pasetti

    Technischer Direktor Adolf Linnebach

    Spielleiter Willi Wirk

    Regisseur Kurt Barré

    Direktionsbaurat Albert Rall

    Chordirektor Konrad Neuger

    Ballettmeister Heinrich Kröller


    Es folgt der ausführliche Spielplan:
    Der Spielplan der Festspiele

    Aufführungen und Sänger 1. bis 4. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 4. bis 7. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 8. bis 12. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 13. bis 16. VIII. 1926



    Aufführungen und Sänger 17. bis 21. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 21. bis 25. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 27. bis 30. VIII. 1926

    Aufführungen und Sänger 31. VIII. bis 4. IX.  1926

    Aufführungen und Sänger 4. bis 5. IX.  1926

    Es folgt "München als Mozart- und Wagnerstadt" von Hermann Freiherr von der Pfordten.















    Es folgt nun eine Vorstellung der Münchner Festspielhäuser, dh. ein Artikel über die Spielstätten.

    Als erstes: Das Residenztheater.


    Innenansicht des Residenztheaters (auf Bild klicken zum Vergrößern)



    Der Vorbesitzer merkt an, dass das Residenztheater nicht nur das erste Theater
    mit elektrischem Licht war, sondern auch das erste mit Drehbühne.

    Als zweites wird das Prinzregenten-Theater vorgestellt.



    Das Prinzregenten-Theater

    Innenansicht des Prinzregenten-Theaters





    Es folgt: "Die Münchner Festspiele - Ein geschichtlicher Rückblick" von Alfred Steinitzer.





    S. 73: Bilder von Ernst von Possart, Hermann Levi und Felix Mottl










    Es folgt nun ein Artikel über die Dirigenten der Festspiele 1926, von Richard Specht. Zunächst über Karl Muck:




    Generalmuskdirektor Karl Muck
    Als nächstes geht es um Hans Knappertsbusch (Beginn unten auf der Seite):

    Karl Muck und Hans Knappertsbusch am Bühneneingang des Prinzregenten-Theaters


     Als drittes folgt der Artikel über Clemens Krauss.


    Es gibt viele Fotos, auf denen Clemens Krauss blasiert ins Bild schaut und sehr snobistisch wirkt - so auch hier...
    Clemens Krauss, damals noch Intendant in Frankfurt am Main.




    Die Dirigenten Karl Böhm und Karl Elmendorff werden gemeinsam abgehandelt:




    Karl Böhm (geb. 1894) in einem Foto von 1926 oder eher

    Karl Elmendorff (geb. 1891) in einem Foto von 1926 oder eher


    Dann folgen auf den Seiten 124 bis 127 noch einige Gruppenbilder bzw. Bühnenfotos im Querformat. Ich kann sie im Blog nicht so groß darstellen wie hochformatige Bilder, aber wenn man daraufklickt, kann man sie vergrößert ansehen.

    Das Orchester der Bayrischen Staatstheater 1926

    Parsifal und die Blumenmädchen

    Aus Parsifal: Amfortas und die Gralsritter

    Aus Meistersinger: "Mädels aus Fürth"

    Zuletzt noch die Seiten 141 bis 150 mit zwölf Bühnenbildern von Leo Pasetti und einem Artikel von ihm: "Das Szenenbild bei Richard Wagner".



    Aus "Don Giovanni" 1926

    Aus "Don Giovanni" 1926

    Aus "Die Zauberflöte" 1926

    Aus "Die Entführung aus dem Serail" und "Rheingold" 1926

    Siegfried und Götterdämmerung 1926

    Parsifal 1926






    Im zweiten Teil, hier im Blog bereits veröffentlicht im November 2013, folgen die Bildnisse der beteiligten Sänger, manchmal ergänzt um ihre Biographie.

    Als kleiner Nachtrag zu Clemens Krauss hier noch ein Foto aus sehr jungen Tagen:


    Clemens Krauss in jungen Jahren

    Ein weiteres Snob-Foto findet sich unten. Nicht umsonst werden im Artikel über ihn (Seite 88 bis 91) seine aristokratische Art und sein "ironischer Mund" hervorgehoben.



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    In Ergänzung zu meinen Beiträgen über Alexander Kipnis in meinem anderen Blog gebe ich hier noch zwei Artikel aus dem "Record Collector" wieder. Sie erschienen 1974, als Kipnis (1891-1978) noch lebte. Der Artikel von Alfred Frankenstein gibt noch viele eigene Erinnerungen des Autors an Opernabende im Berlin der 30er-Jahre wieder und stellt somit ein wertvolles Dokument eines Zeitzeugen dar. Der Artikel von Eduardo Arnosi stellt Daten zu Auftritten zusammen, die heutzutage kaum noch zu finden sind.

    Alfred Frankenstein (1906-1990) lebte als Musikritiker bis 1933 in Berlin. Sein Archiv befindet sich heute in der Berliner Akademie der Künste.

    http://www.adk.de/de/archiv/archivbestand/musik/index.htm?hg=musik&we_objectID=111


    Diesmal habe ich die Artikel mit einem Einlese-Programm (ABBYY Fine Reader) in Text übertragen, damit sie leichter lesbar sind. So ganz scheint es technisch nicht funktioniert zu haben, aber die Text sind wenigstens les- und kopierbar.



    ALEXANDER KIPNIS







    This nomadic life did not last long, as the local Governor of the province ordered the stop of the theatre performances. During that time of compulsory vacation the young singer learnt his first song, it was "Der Leiermann" (The organ grinder) by Schubert. It happened that the mood and the fate of the song's hero was in tune with young Kipnis' own life and feelings. His next stop was a town called Rovno in the same province of Volynia. With his one and only song "Der Leiermann" he auditioned and was accepted as soloist and member of the choir of the local synagogue. There he stayed for two years and these were years pleasant enough, with sufficient food as a very important point. But then the cantor, his boss, decided to move to the Polish town of Siedlce and Kipnis went with him. Some time later however he left for Warsaw in order to start his serious studies in music and singing. To maintain himself and to pay for the lessons, he sang in a synagogue as well as in a Jewish theatre. The time approach-ed now for military service in the Russian army. The young Jewish boy did not feel any attachment to a state that gave him so little, so he took the first opportunity to leave for Berlin. Here again the same pattern of life ensued: singing in the large synagogue in the Fasanen-strasse (West Berlin, Charlottenburg) and besides in German operetta theatres, just in order to maintain himself and to pay for his lessons. When it became necessary to buy a new suit to replace the old worn-out one, he even sang at funerals.

    In the beginning of his Berlin stay Kipnis studied with an Italian voice teacher, later with a German one. The voice began to develop in power and brilliance and he saw his path cut out in opera and concert. Verdi, Wagner, Mozart, Richard Strauss, Weber, Beethoven with their operatic works as well as Schubert, Schumann, Brahms and Wolf with their Lieder were the young singer's constant inspiration, he lived and dreamed music.

    All this was suddenly broken up by the start of the first world war in 1914. Kipnis was then just twenty-three years of age. He was forbidden to sing either in the theatre or in the synagogue and classified as an enemy alien since he had still his Russian passport. But with good luck he was recommended by a theatrical agent to the director of the Hamburg opera house where he stayed for two fruitful years building up his repertory and learning also to act. From Hamburg his way led to the then Hofoper of Wiesbaden, where he remained for three years, appearing in many parts and also building up his repertory of Lieder.
    In 1919 Kipnis joined the Deutsche Opernhaus in Berlin-Charlottenburg and stayed there for eleven years, until 1930. In 1925 when Bruno Walter was appointed musical director of the opera housc, it changed its name into Städtische Oper Berlin and competed very successfully with the State Opera (unter den Linden and later also Kroll Oper).

    It was in Berlin at the Städtische Oper that I heard Kipnis, then already recognised as a singer of the front line and by chance it was the same performance of "Boheme' which was also my first sight of Maria Ivogün on the opera stage. She was Mimi and Kipnis was Colline and subsequently I heard Kipnis in all his bass roles, as Daland (with Schipper and Bettendorf), as Cardinal in "The Jewess" with Enderlein and Dusolina Giannini, as Ramphis (with Grete Stückgold. C. M. Oehman, Wilhelm Rode). In the first great Bruno Walter premiere, "Fidelio", Kipnis was the minister Don Fernando amidst a star-studded cast which included Helene Wildbrunn, Karl Aagard Oeslvig, Lotte Schoene, Paul Bender and Wilhelm Rode. With Grete Stückgold and Josef Burgwinkel he sang Mephisto in Gounod's "Faust"; in "Tristan und Isolde" with Wildbrunn, Onegin, Enderlein, Rode, his King Marke was outstanding in legato singing and acting. Among his new parts was the small one of the doctor in Pfitzner's seldom played opera "Der arme Heinrich" which Walter, as friend of Pfitzner tried (1927) to transplant to Berlin with a great cast consisting of Lotte Schoene, Wildbrunn, Rode, Oestvig. Another attempt to make the Berlin opera fans fond of Korngold's "Das Wunder der Heliane" also misfired, despite a cast of Grete Stückgold, Fidesser, Emil Schipper and Kipnis as the Doorkeeper (Pförtner) (1928). In the same year Kipnis was heard in much more substantial parts, as Sarastro in the "Magie Flute" with Karl Erb and Käthe Heidersbach and as Hagen in "Götterdämmerung" with Nanny Larsen-Todsen, Sigrid Onegin and Enderlein. While the public did not take kindly to "L'amore dei tre re" by Monternezzi (1928) the old king of Kipnis became one of his finest parts (with Riavez, Julien, Fischer).
    The new season 1928-9 presented us Kipnis in what I think was his most memorable part—King Philipp in "Don Carlos". Though the opera, conducted by G. Sebastian, lacked a Posa and an Elizabeth of the front rank, there was Sigrid Onegin as a marvellous Princess Eboli, there was C. M. Oehman as Carlos in his prime, and in the duet between King and Grand Inquisitor we heard Kipnis and Ludwig Hofmann in this scene full of dramatic impact. I shall never forget the great aria of the sad old king "Ella giammai m'amo" as sung by Kipnis, he was then only thirty seven years of age, but he played and acted by singing the tragedy of the betrayed old man as none has equalled him since. I attended as many performances of this opera as possible, Berlin Opera fans rushed to hear again and again Kipnis, Onegin and Oehman, the three pillars of this "Don Carlos".

    During the first Berlin Festival of June 1929 when Toscanini came over with the stars of La Scala, there was a gala performance of "Tristan und Isolde" conducted for the first time by Wilhelm Furtwängler who then made his return to opera conducting after having limited himself for seven years to musical direction of the Berlin Philharmonic Orchestra. His cast was an extraordinary one, Melchior, Frida Leider, Sigrid Onegin, Friedrich Schorr and Kipnis again as King Marke. It was a night to remember.

    Thanks to the co-ordination of the three Berlin opera houses under Heinz Tietjen (Bruno Walter had by then left Berlin) Kipnis could now be heard also in the Staatsoper. So he appeared in the "Schauspielhaus"—not in the Staatsoper, considered too large for this Mozart opera—as Figaro in a new performance conducted also by Furtwangler who had regained his old love for opera .This happened also in June 1929, the same week as the "Tristan" mentioned above. The singers were, apart from Kipnis, Lotte Schoene and Margret Pfahl from the Städtische Oper as well as Hans Reinmar, while Nelly Merz had to be invited as Countess.

    The new season 1929-30 found Kipnis firmly established at the Staatsoper Unter den Linden, but he continued to sing also in Charlottenburg. So there was at the former opera house an excellent "Zauberflöte" conducled by Leo Blech with Roswaenge, Fr. Schorr, W. Domgraf-Fassbänder, Gitta Alpar, Käthe Heidersbach and with Kipnis as benevolent Sarastro. In April 1930 however there was a new "Don Giovanni" under the musical direction of Furtwängler in the Städtische Oper with a cast hard to equal: Reinmar, L. Hofmann, Rose Pauly, Käthe Heidersbach, Maria Ivogün, Fidesser and the Leporello of Kipnis. This became a Standard cast with only Marcel Wittrisch sometimes taking the part of Don Ottavio. This was Mozart singing at the finest, and old Berlin opera lovers remember gratefully those performances.

    From 1930 onwards the appearances of Kipnis in Berlin became rarer owing to his commitments in America. There was a lonely "Nozze di Figaro" conducted by Kleiber (June 1930) with the lovely voices of Delia Reinhard and Maria Ivogün as Countess and Susanna, Gitta Alpar and Janssen while Kipnis presented his well beloved Figaro. Maybe I should mention one fact: Kipnis as I remember him was one of those rare singers from whom you get always a first class performance, his singing and acting always justified his high reputation, you felt yourself secure when listening to his voice. Despite the hardness of his youth of which I have told in the beginning, he was fortunate in being given excellent health, a gift so urgently required by singers who are moving between the capitals of the world.

    When the Nazi party conquered the German republic and Jewish artists were evicted from their employments, the two Jewish bass singers of front rank in the Berlin Staatsoper were asked to stay—not out of human kindness but simply owing to the fact that the Nazis had nobody to take the place of Kipnis and Emanuel List. They continued to sing until 1935, while Friedrich Schorr with his feeling for the coming political events had left Berlin before the ascent of Hitler. The last great pre-Nazi premiere was the "Meistersinger" in October 1932 with one of the finest casts ever assembjed for this work: Furtwängler conducted, Bockelmann was Sachs, Kipnis Pogner and Lotte Lehmann came over from Vienna to sing Eva. Janssen, Fritz Wolff and Gustav Schützendorf were heard in other important parts. The sound of Kipnis' great speech in the first Act "Das schöne Fest, Johannistag" is still in my ears—after more than forty years. This was one of the last sunset premieres of grandeur prior to 1933.

    In the Staatsoper work continued as if nothing had happened. Leo Blech continued to conduct, with more than usual applause of the listeners who thought they could thus express their anti-Nazi feelings. Blech conducted also his famous "Aida" with Giannini, M. Klose, Roswaenge, Bockelmann and Kipnis as Ramphis (October 1933). Furtwängler took Charge of the Wagner repertoire and was the conductor of "Walküre" with Max Lorenz, Bockelmann, Viorica Ursuleac, Frida Leider, M. Klose and Kipnis as Hunding (November, 1933). Kipnis was also taking part in two new premieres, the one being "Wilhelm Tell" with Robert Heger conducting, taking the part of Walter Fürst, while Bohnen as Gessler. Bockelmann as Teil, Roswaenge and Heidersbach excelled in the main parts. The next year (March. 1934) brought a new "Freischütz" with Furtwängler in the pit and Bohnens Kaspar, Wittrisch, Maria Müller Erna Berger, Grossmann and Janssen while Kipnis appeared at the end of the opera as the pious Eremite who finds the solution for poor Max and Agathe. Kipnis was in wonderful voice.

    My last Berlin opera with Kipnis taking part was "La Forza del Destino" when Blech conducted and Roswaenge, Schlusnus, Viorica Ursuleac were the stars together with Kipnis' dignified Padre Guardian. This was one of the finest parts in the repertory of Kipnis, here he could display the rare art of singing legato, and the scene with Leonora di Vargas remains one of the high points in operatic singing.

    I admit I have given in this short biography of Kipnis prominent place to his Berlin activities, not only because I as a listener can tell the story from my own experience, but also because the singer himself considered Berlin his residence and base for twenty years and more.
    In 1923 Alexander Kipnis went with the German Opera Company to the United States. After the first performance of "Meistersinger" in New York (Manhattan Opera) which was attended by Mary Garden and Sam Insull, he was at once engaged for the Chicago Civic Opera where he appeared for nine seasons (1923-1932) singing the larger part of his repertory in German, Italian, French and English. In between there were guest artist commitments at Covent Garden 1927 (Marcel-Ugonotti), 1929 (Meistersinger), 1933 (Parsifal and Rosenkavalier, the latter with Lotte Lehmann, Adele Kern and Eva Hadrabova). In the Covent Garden season of 1934 Kipnis appeared with Lehmann, Heidersbach, Maria Müller as the three "Eva"s (Cond. Beecham) and in Walküre as Hunding with Leider and Lehmann. In 1935 the Covent Garden engagement included King Henry in "Lohengrin" with Melchior, Elisabeth Ohms, Lotte Lehmann or Elisabeth Rethberg (cond. Beecham), "Tristan und Isolde" (Cond. Furtwängler) with Leider, Kalter, Melchior and Janssen in the other parts and lastly "Prince Igor" (Konschak) with Rethberg, Kullman, Janssen, Branzell (Cond. Beecham).

    In the Bayreuth Festival Kipnis appeared in 1930 as Landgraf in "Tannhäuser" with Maria Müller, Pilinsky, Hüsch and Janssen (Cond. Toscanini) and as King Marke in "Tristan" with Melchior, Larsen-Todsen, Bockelmann and Anny Helm (Cond. Toscanini). Previously there had been in 1927 his Gurnemanz in "Parsifal" (conducted by veteran Muck) alternating with Ivar Andresen and in 1930 he repeated the role. The end came of course in 1933: he sang once again Gurnemanz and Titurel with Richard Strauss conducting and repeated his Pognor to the Sachs of Bockelmann and Prohaska and the Eva of Maria Müller and Käthe Heidersbach.
    After cessation of his artistic activities in Germany Kipnis became a member of the Vienna Opera for the next three years, i.e. until the "Anschluss" in 1938. In 1937 he was one of the glorious quartet of singers Toscanini had assembled for the Verdi Requiem (August 14): Zinka Milanov, Kerstin Thorborg, Helge Roswaenge and Kipnis. Under the direction of Toscanini he sang at the same Festival Rocco in "Fidelio" with Lotte Lehmann, Roswaenge and Jerger and also Sarastro in "Magic Flute".

    He was also engaged at the Glyndebourne Festival for the 1936 season, singing eight performances as Sarastro, the first on June 30th with Thorkild Noval as Tamino, Aulikki Rautawaara, Noel Eadie, Lili Heinemann, Roy Henderson and Paul Schwarz in the other lead-ing parts. Hans Oppenheim conducted the first performances, Fritz Busch the remainder.
    Spike Hughes in his "Glyndebourne" adds an unexpected bit of operatic history in that in 1939 part of the Glyndebourne Company went to the Monnaie in Brüssels for two performances each of Nozze and Don Giovanni. En route some members stopped off at Antwerp for a Mozart Festival there and appeared in single performances of these operas, where they were joined by Kipnis, not then a member of the troupe, as Figaro and the unlikely part of Don Giovanni. The tenor engaged was Luigi Fort and the performances were conducted by Eugen Szenkar.

    Guest appearances at the Scala of Milan, the Grand Opera of Paris—debut 20 May, 1930 as King Marke, the same season sang Mephistopheles and Hunding, Gurnemanz in 1933 and Pogner in 1934—concert tours to Australia and New Zealand preceded his engagement at the Metropolitan Opera in New York until the year 1946, when he decided to cease his operatic career and to devote his time to teaching and concertising.
    So far we have spoken only of the operatic artist. Now I should like to say a few words about Alexander Kipnis the Lieder singer. In Berlin Kipnis appeared regularly once in every year in recital. His accompanists were eilher Arpad Sandor or Dr. V. Ernst Wolff. The recitals always took place in the Beethoven-Saal, at the same house of the Philharmonie.
    He used to open his Programme with some arias by Handel (Berenice, Ariodante) or Haydn (Teilung der Welt), but devoted the main part of the programme to the Lied by Schubert, Wolf, Schumann ("Mondnacht" sung in his beautiful legato was always one of the peaks) and after the interval he was in the habit of continuing with Russian Folk Songs which invariably aroused the enthusiasm of the audience, sometimes also some art songs by Gretchaninoff, a great fayourite of his, while the culmination of the recital were the great arias from "Boris Godunov"—while in Berlin he never sang the role in the theatre, still being too young or feeling himself too young, while in U.S.A. he became famous just for this part—"Simone Boccanegra", "I Vespri Siciliani" and of course the great aria of King Philipp from "Don Carlos".

    Kipnis knew how to conquer the public as well as the critics and yet he always remained nobility and dignity itself on the concert platform. The critics of the Berlin press admired him and looking through the old cuttings I have preservcd in my collection I find the expression of the highest appreciation. "Whatever he is singing, it gains new life by his singing. This pianissimo, this languishing mezzavoce, then again the ferocious accents of dramatic eruption, who is able to equal him nowadays? There are some songs, like "Moonlight" or "Secret" (Strauss) where the highest grade of singing is achieved (H. H. Stuckenschmidt).

    Often Kipnis was invited by the most famous conductors to appear as soloist in the great choral works requiring soloists. I remember one of the finest performances of the Verdi "Requiem" conducted by Bruno Walter when the quartet of soloists consisted of Lotte Leonard (now living in Israel), Sigrid Onegin, José Riavez and Kipnis.

    With the ascension to power by the Nazi party and the ejection of Jewish musicians from the opera stages and concert halls of the Reich, the Jewish community in Berlin and in some other big cities of Germany succeeded in developing their own artistic cultural life— theatre and music—within the framework of the "Kulturbund deutscher Juden". Kipnis was still a member of the Staatsoper Berlin but he at once accepted the invitation to appear in a recital before an audience composed exclusively of his fellow-Jews. His programme started with Mozart's Leporello and Sarastro’s arias, continued with Mendelssohn, Schumann, Wolf and ended with the Russian folk songs, the Boris Monologue and the Don Carlos aria. The large hall of the "Berliner Theater" (this had been leased to the Kulturbund for their artistic manifestations) was overflowing, the success of the concert was without precedent, Kipnis gave his fellow sufferers by his singing beauty and confidence.

    He appeared once again as soloist in the title part of the Mendelssohn oratorio "Elijah" as given in the same year, 1934, by the Jewish Kulturbund in the large synagogue in the Oranienburgcr Strasse. Looking back it seems to me that this oratorio at that very moment in the suppression and humiliation of the Jewish people had its special significance. Alexander Kipnis' understood the command of the hour and identified himself with his people when he sang the great arias of Elijah "Lord God of Abraham" and "It is enough", his voice and his nobility of singing gave us the consolation we were so much in need of. It was more than an artistic feature, it was a human confession that remains unforgotten.

    The following winter Kipnis was heard in a concert tour in Britain. Of the Wigmore Hall recital on Nov. 26, 1935 in the "Morning Post" F.T. wrote "Kipnis's fine bass yoice is familiär to us at Covent Garden and needs no praise at this time of day for its quality or its strength. But singing in a concert hall is a very different matter . . . effects must be more delicate, more subtle. Kipnis was, however, equally successful. Above all, his variety was astonishing. Schubert . . . Brahms . . . Wolf . . . and Chaliapin himself could not have sung the Russian songs better". Ernest Newman in the "Sunday Times": "One of the most significant features of Kipnis's recital on Tuesday was the number of musicians in the audience. For a bass of his depth and general power Kipnis has an astonishing range of tone and variety of colour; and the concert room is an even better testimony to these than the opera house". Neville Cardus in the "Manchester Guardian": "Kipnis's voice, which mixes the rich sonorities of the pure bass with the more flexible colour of the baritone. His soft singing is lovely for its own sake. He is at his best in Hugo Wolf—and to say that much is to make a rare compliment to him ... he is a nobly beautiful singer". On Nov. 30th he was with the Scottish Orchestra in Glasgow and that city's "Evening News" reported: “He gave us a memorable performance of Hans Sachs' Monologue "Wahn! Wahn!” from the Mastersingers. Kipnis was right in his interpretation, psychologically and vocally . . . His singing of Lieder is the complete musical joy that only Lieder can give, when sung by a great artist". And with the same orchestra in Edinburgh on Dec. 2nd. the "Evening News" said "He gave masterly renderings of two great operatic scenes—"The Death of Boris" and "Wotan's Farewell and Fire-Spell" from Wagner's "Valkyrie". The first excerpt sung in his native tongue revealed Kipnis as an extra-ordinary operatic artist . . . Nothing more noble could be imagined than the beautiful sonority and great power with which Kipnis delivered the grand operatic rhetoric of Wagner's closing scene from "Valkyrie"."

    Here I shall end my story, the artistic career of Alexander Kipnis lasted many years after he had left Europe for good in 1936. He remained a member of the Metropolitan Opera until 1946 and then began his teaching career. About this American period, the years in Chicago and New York as well as about his appearances in South America my learned friend Professor Eduarde Arnosi of Buenos Ayres will continue the story.



    I am indebted to Mr. Alexander Kipnis and Mrs. Mildred Kipnis for their assistance in the collection of facts, especially about the first years of his youth in Russia and Poland. I wish to thank both of them most cordially for their help. While the artist is still active as teacher, his son, Igor Kipnis, the excellent harpsichord player is continuing the artistic tradition of the family and by his Bach playing has already won universal fame in concert halls as well as by his records.





    Kipnis als König Marke





    ALEXANDER  KIPNIS'S CAREER ON THE AMERICAN CONTINENT

    by Professor Eduardo Arnosi

    Alexander Kipnis, the great Russian bass who specialized in the German repertoire, sang for the first time on the American continent in 1923 as a member of the Wagner Festival Company which gave its first presentation in Baltimore, U.S.A., on Jan. 31 with Kipnis as Pogner, followed by Daland in "Der fliegende Holländer". The Com­pany moved to the Manhattan Opera, New York, with Leo Blech as principal conductor and F. Schorr as one of the principal baritones, Kipnis made his debut there on Feb. 12, 1923 again as Pogner in "Meistersinger", with Plaschke as Sachs, Hutt and Seinemeyer, under Blech. The next day he sang the Landgrave in "Tannhäuser" with Schorr as Wolfram, Seinemeyer and Alsen. Followed a Marke in "Tristan" with Eva van der Osten, Metzger and Urlus and Hagen in "Götterdämmerung". When the Manhattan lease expired the Company transferred to the Lexington Theater for a further run, Kipnis first singing there on March 17 in "Fidelio" with Alsen, Schorr and Fleischer. The success of these performances had brought him an engagement with the Chicago Opera, where he made his debut on Nov. 18 as the Wanderer in "Siegfried", a Wagnerian role properly for baritone, which, like that of the "Walküre" Wotan that he sang there many times after 1925, we cannot trace that he sang outside America, on stage that is, he recorded the Farewell in Berlin a year later.

    Kipnis remained on the Chicago roster from 1923 to 1932, with some isolated later performances in 1938 and 1942. His interesting and long career there gives proof of his versatility by the varied major and minor roles he sang in the Italian, French and German repertories, which he must have anticipated as Chicago never staged more than two or three German works in a season. His roles there with dates of the first time he sang them were:

    Aida, King: with Marshall, Raisa, Homer, Forrai, 28 Nov. 23.

    L'Africana, Don Pedro and High Priest: Raisa, Crimi, Macbeth, 23 Nov. 23.

    Andrea Chenier, Dumas: Muzio, Crimi, Meisle, 27 Nov. 23.

    Forza del Destino, Marquis: Crimi, Muzio, Meisle, Formichi, 19 Dec. 23.

    Königskinder, Woodcutter: Claire Dux, 25 Dec. 23.

    La Juive, Brogni: Raisa, Minghetti, later Leider, Norena, 29 Dec. 23.

    Thais, Palemon: with Garden, Mojica, Cotreuil, l Jan. 24.

    Le Jongleur de Notre Dame, Prior: with Garden, 5 Jan. 24.  

    La Gioconda, Alvise: Raisa, Cortis, Formichi, 5 Nov. 24.

    Prophete, Zacharias: Marshall, Homer, Forrai, 7 Nov. 24. Tannhäuser, Landgraf: Raisa, Schwarz, Van Gordon, later Lehmann or Eva Turner, 11 Nov. 24.

    Werther, Albert: Garden, Ansseau, 28 Nov. 24.

    Pelleas et Meisande, Arkel: Garden, Mojica, Baklanoff, 21 Jan. 25.

    Rosenkavalier, Ochs: Mason, Raisa or Leider, Forrai or Olczewska, later Rajdl, 3 Nov. 25.

    Walküre, Wotan: Van Gordon, Forrai, Lamont, later with Leider, Olczewska, 3 Dec. 25.

    Lohengrin, King: Fitziu, Lamont, Baklanoff, 12 Jan. 26. Carmen, Escamillo: Garden, Ansseau, 16 Jan. 26.

    Tristan und Isolde, Marke: Alsen, Van Gordon, Bonelli, 12 Nov. 26.

    Tiefland, Tommaso: Alsen, Lamont, Rimini, 23 Dec. 26.

    Don Giovanni, Commendatore: Raisa, Mason, Schipa, Vanni-Marcoux, 31 Dec. 26.

    Aida, Ramphis: Raisa, Van Gordon, Formichi, 6 Nov. 27.

    Faust, Mephistopheles: Edith Mason, Hackett, 10 Nov. 27.

    Rigoletto, Sparafucile: Paggi, Hackett, 11 Nov. 28.

    Fidelio, Rocco: Leider, Rajdl, Strack, Nissen, 17 Jan. 30.

    Mefistofele, title role: Muzio, Cortis, Van Gordon. 29 Nov. 30.

    Die Meistersinger, Pogner: Lehmann, Olczewska, Maison, Nissen, later Rajdl. 20 Nov. 30.

    Die verkaufte Braut, Kezal: Rajdl, Olczewska, Strack, 25 Dec. 30.

    Die Zauberflöte, Sarastro: Noel Eadie, Rajdl, Leider, Marion, 3 Nov. 31.

    Parsifal, Gurnemanz: Leider, Maison, Nissen, 20 Dec. 31.

    Kipnis returned in 1938 to sing the Walküre Wotan and in 1942 to sing Ramphis in Aida and the Faust Mephistopheles.

    This shows nine roles in his first season, only two in the hitherto familiar German and one of these was for the first time. Five more in the second, four in the third, three in the fourth and so on to a total of thirty parts he was regularly singing there. What he never sang there, or elsewhere, was the "Meistersinger" Hans Sachs, as wrongly attributed to him by Leo Riemens in "Le Grandi Voci".

    In 1926 Kipnis sang in South America for the first time, as pari of the German Company appearing at the Teatro Colön, Buenos Aires. Another of the principal artists was the baritone Friedrich Schorr, appearing also for the first (and the only) time there. Kipnis' debut was as Hunding in "Die Walküre" on July 8, 1926. "He made a severe and imposing Hunding . . . and sang his part with a voice of excellent quality and most expressively" wrote the then critic of "La Prensa". During that season Kipnis was greatly celebrated for his interpretation of the principal Wagnerian roles in his register (bass), besides the "Walküre" above, in "Tristan und Isolde", Tannhäuser and "Die Meistersinger" as well as the Eremite in "Der Freischütz".

    Kipnis returned to the Colon in 1928 and in that season made known there, together with his Mozartian Figaro, his very personal and sober, at least vocally, portrayal of Baron Ochs in "Der Rosen­kavalier". He also sang King Marke and Fafner in "Siegfried". He had his busiest and most varied season in Buenos Aires, always at the Colón of course, in 1931, a year in which, under the batons of Klemperer and G. Sebastian, the Colón had one of the most brilliant German seasons that theatre has known, with besides Kipnis such stars as Melchior, Leider, L. Hofmann and Branzell. The fine qualities of Kipnis were again appreciated in the principal basso roles of the "Ring" (especially as Hagen), of "Tristan" and of "Die Meistersinger".

    Kipnis had an extended voice, with sonorous low notes, very flexible and capable of subtle nuances, but of a Slavian colour, that, even being—certainly—agreeable, was not that of the authentic deep, or black, basso, ideal for the Wagnerian roles that other singers, perhaps less polished than he, possessed; such as Ludwig Hofmann, or List, or Frick. He was in the type of, say, a Ridderbusch of today, although certainly more rich and expressive. This is my own impression which I do not presume to consider the only one possible. The interpretative art of Kipnis, his culture and deep musicianship always aroused admiration for his creations, not however, without some reservation that his temperament was more suited to the serene or contemplative roles than to the villainous or violently dramatic ones.

    Kipnis returned to the Colón in 1934, 35 and 36. In 1935 he again portrayed the principal bass roles in the "Ring", this time under the baton of Busch. At the end of 1937 he returned to the United States (where he decided to stay and whose citizenship he had adopted) and on January 5, 1940 he made his debut, inexplicably very late, at the New York Metropolitan, remaining on its roster until 1946. Here he was cast mainly as a German singer, he had one new role, of which more later, and apart from two arias in Met Concerts and Leporello in Italian, sang only Arkel and Nilakantha in French, plus some performances in English. His debut was as Gurnemanz with Flagstad, Schorr, Melchior, Cordon and Olitzki under Leinsdorf. "Mr. Kipnis irnmediately won the favour of his audience. He inyested the röle with the utmost significance . . . The tenderness and wisdom exemplified by the later scenes were the continuation of one of the most authoritative and sympathetic representations of the character that the Metropolitan stage has seen in recent years", wrote Olin Downes in "The New York Times". On Feb. 10 he sang his first Baron Ochs there with Lehmann, Rise Stevens and Marita Farell. On Feb. 29 came King Marke with Flagstad and Melchior, Thorborg and Janssen, under Leinsdorf. Olin Downes again "The appearance of Kipnis as King Mark gave added interest to the performance given last night . . . The role is one that will bear the finest art which can be bestowed upon it; otherwise Marke becomes another dusty figure in the long gallery of operatic bores . . . This Marke is not a senile old man but one in the ripe years of his maturity, with the wisdom and forbearance of those years and the agony of the most bitter of disillusions . . . For a rarity the audience looked upon the Cornish monarch not with irritation but a fascinated sympathy, seeing that he was less a wronged monarch and friend than another helpless human, lost and bewildered in the toils of destiny". On March 7th came Arkel in Pelleas with Cathelat, Jepson, Doe and Brownlee and the following evening Hermann in Tannhäuser" with Flagstad, Thorborg, Hartmann and Janssen. There was another performance of "Pelleas et Melisande" on March 13 and a Hagen on the 16th with Flagstad, Melchior and Schorr to complete that season.

    The 1940-41 season heard him in "Tristan" Dec. 12, as Arkel on 20th and again on Jan. 13, 1941. On the 29th his first Met. Hagen with Flagstad, Melchior and Janssen. On Feb. 7 Fasolt, with List as Fafner and Schorr as Wotan in "Rheingold". Another King Marke on Feb. 8 was followed by his first Met. Rocco with Flagstad. Maison, Janssen and Huehn, under Walter on Feb. 14, repeated on the 22nd. The Fidelio performance was repeated on Mar. 3, there was a Gurnemanz with the usual other leading artists on April 11 and Kipnis also sang King Marke in Boston and Cleveland with the Met. Company on tour.

    In 1941 came a Hermann, this time with Traubel, Branzell and Melchior. On Dec. 6 he added Hunding with Traubel, Melchior and Schorr. On Dec. 11 came a revival of "The Magic Flute", in English, Kipnis was Sarastro, with Schorr, Laufkotter, Novotna, Rosa Bok, Kullman and Brownlee. The conductor was Walter and the perform­ance was highly praised—"The whole thing sprang as music full born and rounded. Rarely have I heard an opera so unmaimed" (Virgil Thompson, N.Y. Herald Tribune). Another critic would have preferred more native artists, singling out only the last two mentioned above for clarity of diction (which one would expect from an American and an Australian). This production later went on tour and Kipnis sang in it at Boston, Philadelphia, Baltimore and Cleveland. It was repeated at the Met. itself on Dec. 22 and Jan. 10, 1942. On Jan. 21 he sang Nilakantha, with Pons and Jobin, on the 28th Hunding again, but with Lehmann for Traubel, on Feb. 23 Hagen with Melchior and Traubel, on the 27th a Gurnemanz and on March 7 a Leporello with Bampton, Novotna, Sayao and Pinza. He also sang twice at Met. concerts, including the Boris Monologue and Hallucination scene, as well as "Ella giammai m'amo".

    During the 1942-43 season came his new role, the title part in "Boris Godunov". As we have read, excerpts had featured in his concerts for many years, but this was the first time in actual performance. It had been a Pinza preserve as the work was sung in Italian. Kipnis sang his part in Russian, exactly as Chaliapin had done on the same stage twenty years before. Kipnis first sang the role on Jan. 19 at Philadelphia and made his debut in it at Company headquarters on Feb. 13. The reviews were very good "He illuminated the psychology of the troubled and maddened Czar in the later, revealing pages of the score . . . (his) portrayal was one of the best in his gallery of fine characterizations" (H. Taubman, N.Y. Times). Kipnis also sang Boris at Chicago in April. It remains documented on discs made by Victor in 1945, giving the principal scenes, later transferred to long play Victrola Vic. 1396. He was busy otherwise that season, with a Marke on Jan. 7, repeated twice; Hermann on Jan. 12, one repeat; Sarastro (in Eng.) on Jan. 22, one repeat; Arkel on Jan. 26, two repeats; Hunding on Feb. 15, Hagen on Feb. 29 and on the last two nights of the season a Gurnemanz on Apr. 7 and Hagen again on the 8th whilst on tour he sang in Philadelphia and Cleveland as well as Chicago already mentioned.

    The 1944-45 season heard him as Hunding, Marke, Arkel, Sarastro and Gurnemanz, plus Boris's Monologue at a concert. 1945-6 was Kipnis' final season at the Met. On Jan. 25 he sang Hunding, on Feb. 2 Marke, Feb. 11 Hagen and March 6th Gurnemanz, his last performance at the Metropolitan. On tour he sang it again on April 16 at Philadelphia, also a Hunding there; and his final appearances for the Company were as Hermann on April 23 at Cleveland and May 6 at Chicago. 1t was not his last appearance on that stage. Twenty years later at the Gala Farewell Concert, April 16, 1966, Bing had the happy idea of inviting all the available previous luminaries to a seat on stage. They came on alphabetically, to rousing ovations, chance decreeing that Kipnis should come between two contemporaries with whom he had often sung—Jobin, Kipnis, Kullman.

    On leaving the theatre Kipnis appeared for some years in recitals, devoting himself at the same time to teaching. If as an opera singer he was a distinguished artist, as a Lieder singer, a genre to which his voice and temperament were singularly suited, he was exceptional, especially for the emotive and poetic expression of his phrasing. Nobody forgot his recitals in Buenos Aires, writes Professor Arriosi. After the annexation of Austria early in 1938, which happened when he was on his way to Australia for a tour, Kipnis appeared only as a recitalist until joining the Met., when he combined both activities for the length of his stay there. Reviews were consistently rhapsodical "Not only one of the greatest contemporary operatic basses but also one of the foremost living masters of the Lied" wrote the N.Y. Times critic. "No one since Chaliapin and the young John McCormack has had such a stage presence, his ability figuratively to bring his listeners across the footlights, just as do great actors, ought surely to win him a concert following of vast scope, even aside from his extraordinary vocal power" wrote an earlier one. And later the "Detroit EveningTimes" on an all Russian concert opening the Ann Arbor May Festival, May 9, 1940, Kipnis was soloist with the Philadelphia orrchestra under Ormandy His share was the two vocal parts from "Lieutenant Kije", the Hallucination Scene from Boris, Galitsky's aria from "Prince Igor , with the "Volga Boatmen" as encore. "Too often bass voices are merely deep or phenomenally powerful, seldom do they have that resonant timbre, the melodic warmth and the lilting, flexible quality which we generally associate with voices of a higher register."

    (The bulk of the foregoing was sent by Professor Arnosi, who was obviously strongest on South America. The Editor added much of the performance data, etc., on the United States from such sources as Seltsam's "Annals", Quaintance Eaton's "Opera Caravan", Ewen's "Living Musicians", Briggs'"Requiem for a Yellow Brick Brewery", the books on Chicago by Edward Moore and Ronald Davies, dates supplied by Harold Barnes, etc., plus some reviews kindly supplied by the artist himself, and so is responsible for any shortcomings in that area (this last was written by James Dennis, the editor of the Record Collector).





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    Ich zeige hier eine Serie von Postkarten, die die Sänger der Opernsaison 1900/1901 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel abbilden. Es sind insgesamt 14 Karten, die jeweils auf der Hälfte der Vorderseite (in einem Fall auch auf der gesamten Vorderseite) das Foto eines Künstlers zeigen. Um die Jahrhundertwende veränderten sich die Ansichtskarten. War früher die Rückseite nur für die Adresse reserviert und das Bild meist nur auf einem Teil der Vorderseite, so dass man daneben noch etwas schreiben konnte, bürgerte sich dann ein, dass man seine Nachrichten neben die Adresse schrieb und die Bildseite alleine für sich stand. Die Karten hier sind ungelaufen und unbeschrieben. Ich habe die Bilder der Sänger jeweils herausgehoben und die unbedruckte Hälfte in den Scans weggelassen.





    Charles Dalmores


    Charles Dalmores kam 1900 an das Théâtre de la Monnaie und war zu dieser Zeit noch recht unbekannt. Er wirkte dort bis 1907 und ging 1910 nach Amerika, nachdem er 1908 in Bayreuth den Lohengrin gesungen hatte. Nähere Informationen gibt der Artikel aus dem Sängerlexikon:


    Charles Dalmores, Tenor, * 21.12.1871 Nancy, † 6.12.1939 Los Angeles; eigentlicher Name Henri Alphonse Brin. Er erhielt eine Ausbildung als Hornist an den Konservatorien von Nancy und Paris und wirkte zwei Jahre als Hornist im Colonne Orchester, weitere zwei Jahre im Orchestre Lamoureux in Paris. Seine Stimme wurde durch Dauphin in Paris entdeckt und durch Vergnet ausgebildet. Debüt 1899 in Lyon unter dem Namen Charles Brin als Loge in einer konzertanten Aufführung von Wagners »Rheingold« Bühnendebüt Oktober 1899 als Siegfried am Opernhaus von Rouen; er kam 1900 an die Oper (Théâtre de la Monnaie) von Brüssel und hatte dort bis 1906 sehr große Erfolge; er wirkte in Brüssel auch in der Uraufführung der Oper »Le Roi Arthus« (30.11.1903) von E. Chausson mit. Er sang in Brüssel auch Wagner-Partien (so u.a. 1901 den Siegfried in der Premiere der »Götterdämmerung«) und 1903 den Cavaradossi in der Premiere von Puccinis »Tosca« zusammen mit Claire Friché. 1902 kreierte er auch für Paris den Siegfried in der »Götterdämmerung« bei den Aufführungen dieses Werks am Théâtre Château d'Eau. Während dieser Zeit studierte er nochmals das Wagner-Repertoire bei Franz Emmerich in Stuttgart. Seit 1904 sang er bis 1911 alljährlich an der Londoner Covent Garden Oper; hier wirkte er auch am 28.6.1905 in der Uraufführung der Oper »L'Oracolo« von Franco Leoni mit, 1904 in der englischen Erstaufführung von Massenets »Hérodiade« (unter dem Titel »Salome«), 1910 in der der Oper »Habanéra« von Laparra. 1906-10 hörte man ihn am Manhattan Opera House in New York. Hier sang er 1907 in der amerikanischen Premiere von Massenets »Thaïs«, 1909 in der Erstaufführung von Massenets »Sapho«, 1910 in der von »Grisélidis«, ebenfalls von Massenet. Er gastierte 1907-08 an den Opernhäusern von Köln, Berlin, Wien und Hamburg, 1910 nochmals an der Berliner Hofoper, am Stadttheater von Hamburg und am Hoftheater Hannover. 1908 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Lohengrin. 1910-12 gehörte er zum Ensemble der Chicago-Philadelphia Opera Company; 1913-18 war er als erster Tenor an der Oper von Chicago engagiert. Seit 1914 trat er an mehreren Opernhäusern in der Partie des Parsifal auf. Neben den Wagner-Heroen waren seine Glanzrollen der Titelheld in Gounods »Faust«, der Jean in »Le jongleur de Notre-Dame« von Massenet und der Julien in »Louise« von Charpentier, dazu der Pelléas in Debussys »Pelléas et Mélisande«. Er wirkte nach Abschluß seiner Bühnenkarriere als Gesangpädagoge in Frankreich, dann in New York und zuletzt in Los Angeles. Er galt als passionierter Sportler (Boxen, Reiten etc.). - Voluminöse, kraftvolle Tenor
    [Lexikon: Dalmorès, Charles Tenor. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 5101 (vgl. Sängerlex. Bd. 1, S. 764 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Pierre d'Assy


    Pierre d'Assy sang bereits sei 1899 am Monnaie und war dort sehr beliebt. Er blieb bis 1907 dort und starb sehr früh im Alter von 42 Jahren im Jahr 1910.

    d'Assy, Pierre, Baß, * 1867 Lüttich, † März 1910 Lyon; gegen den Willen seiner Familie studierte er Gesang bei Jacques Bouhy in Paris. Als er dort am Théâtre Porte St. Martin auftrat, hörte ihn der Direktor der Oper von Lyon und engagierte ihn sogleich als ersten Bassisten für sein Haus, wo er in der Saison 1897-98 als Kardinal in »La Juive« von Halévy debütierte. Nachdem er in Lyon als Sarastro in der »Zauberflöte« und in Gounods »Reine de Saba« erfolgreich aufgetreten war, wurde er 1898 an das Théâtre de la Haye im Haag verpflichtet. 1899 kam er an das Théâtre de la Monnaie in Brüssel und sang als Antrittspartie dort den Ramphis in »Aida«. Bis 1907 gehörte er zu den erfolgreichsten Ensemblemitgliedern dieses größten belgischen Opernhauses. 1902 wirkte er hier in der französischen Premiere der Oper »La Fiancée de la Mer« (»De Bruid der Zee«) von Jan Blockx in der Partie des Morik mit; er sang auch in den Brüsseler Erstaufführungen von Charpentiers »Louise« (1901) und »Pepita Jimenez« von d'Albeniz (1905) und wirkte dort 1900 in der Uraufführung von »Tijl Ulenspiegel« von Jan Blockx, 1905 in der Uraufführung der Oper »Martylle« von A. Dupuis mit. Er heiratete die gleichfalls in Brüssel engagierte Opernsängerin Jeanne Paquot-d'Assy (1878-1959) und ging mit ihr zusammen 1907 an die Grand' Opéra Paris. Seine Debütrolle an diesem Opernhaus war der Hunding in der »Walküre«. Er sang in Paris weiter Partien wie den Landgrafen im »Tannhäuser«, den Capulet in »Roméo et Juliette« von Gounod und den König in »Hamlet« von Thomas. Er starb auf dem Höhepunkt seiner Karriere während eines Gastspiels in Lyon.

    Schallplatten: Sehr viele Aufnahmen auf HMV, die in den Jahren 1907-10 in Paris entstanden sind.
    [Lexikon: d'Assy, Pierre. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 5241 (vgl. Sängerlex. Bd. 1, S. 785 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Felia Litvinne

    Felia Litvinne, eine bei Sammlern sehr bekannte und beliebte Künstlerin, gastierte 1901 lediglich als Brünnhilde bei der (belgischen?) Premiere der Götterdämmerung im Monnaie. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits in Europa und Amerika international bekannt und seit 20 Jahren künstlerisch aktiv. Genaueres kann man im Artikel aus dem Sängerlexikon nachlesen.


    Litvinne, Felia (Wassiljewna), Sopran, * 31.8.1860 St. Petersburg, † 12.10.1936 Paris; ihr eigentlicher Name war Françoise-Jeanne Schütz; ihr Vater war russischer, ihre Mutter kanadischer Abstammung. Sie kam mit 15 Jahren nach Paris und studierte dort bei Mme Barthe-Banderali, bei Victor Maurel und bei der berühmten Pauline Viardot-Garcia. 1880 trat sie in Paris erstmals öffentlich auf. 1883 sang sie unter dem Namen Felia Litvinova am Téâtre-Italien in Paris, und zwar ersetzte sie die plötzlich erkrankte Fidès Devriès als Amelia (Maria) in Verdis »Simon Boccanegra«. Sechs Monate später fand ihr offzielles Debüt am gleichen Haus als Elvira in Verdis »Ernani« statt. Nach Gastspielen in Genua und Barcelona unternahm sie 1885 ihre erste Nordamerika-Tournee mit der Mapleson Opera Company. 1886-88 sang sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel; 1889 kam sie an die Grand Opéra Paris, wo sie als Antrittsrolle die Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer vortrug. Es folgten glänzende Gastspiele in aller Welt. In den Jahren 1890-96 hatte sie große Erfolge an der Mailänder Scala, 1890 feierte man sie an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau. Sie wurde vom russischen Zaren zur Hofsängerin ernannt und inszenierte auch einige Opern an russischen Theatern. An der Metropolitan Oper New York sang sie in der Saison 1896-97 als Antrittsrolle die Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer und übernahm in dieser einen Spielzeit neun Partien, die sie in 22 Vorstellungen vortrug, darunter auch Wagner-Partien, die sie inzwischen in ihr Repertoire aufgenommen hatte. 1899-1910 war sie Jahr für Jahr als Gast an der Covent Garden Oper London anzutreffen. 1899 kreierte sie für Paris am Théâtre Nouveau die Isolde im »Tristan«, 1902 am Théâtre du Château d'Eau die Brünnhilde in der »Götterdämmerung«, 1911 an der Grand Opéra die Brünnhilde in der ersten Pariser Gesamtaufführung des Nibelungenrings. Am 24.2.1906 sang sie an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »L'Ancêtre« von Saint-Saëns, 1901 in Brüssel die Brünnhilde in der Premiere der »Götterdämmerung«, 1905 in Amsterdam gegen den Protest von Bayreuth die Kundry im »Parsifal«. Ebenfalls 1905 hatte sie einen ihrer größten Erfolge, als sie in der Arena von Béziers die Titelrolle in »Armide« von Gluck vortrug. Sie setzte ihre weltweite Gastspieltätigkeit bis 1917 fort, als sie in Paris von der Bühne Abschied nahm. 1919 trat sie nochmals am Theater von Vichy auf; bis 1924 erschien sie im Konzertsaal. 1927 erhielt sie eine Professur am Amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau. Zu ihren Schülerinnen gehörten u.a. Germaine Lubin und Nina Koshetz. Sie veröffentlichte ihre Memoiren unter dem Titel »Ma vie et mon art« (Paris, 1933). Ihre Schwester Hélène Schütz war mit dem berühmten Bassisten Édouard de Reszke (1853-1917) verheiratet. - Hervorragend schöne dramatische Sopranstimme, voll Leidenschaftlichkeit des Ausdrucks, zugleich von größter Flexibilität; ihre Gestaltung der Armide von Gluck gilt bis heute als unübertroffen.

    Schallplatten der Marken G & T (Paris, 1903), Fonotipia (Paris, 1905), Odéon de Luxe (Paris, 1907) und Pathé, alle recht selten.

    [Nachtrag] Litvinne, Felia (Wassiljewna); sie sang in Brüssel 1887 in den französischsprachigen Erstaufführungen der »Walküre« (als Brünnhilde) und von Ponchiellis »La Gioconda« (als Titelheldin). 1893 unterbrach sie ihre Karriere nach einer Heirat, nahm sie aber nach der Auflösung der Ehe 1895 wieder auf. 1897 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Valentine (nicht als Marguerite de Valois) in Meyerbeers »Hugenotten«. Sie sang in deren New Yorker Haus in 24 Vorstellungen (dazu in 19 Vorstellungen während der Gastspieltournee des Ensembles) u.a die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Chimène in »Le Cid« von Massenet, die Selika in Meyerbeers »Africaine«, die Elsa im »Lohengrin«, die Isolde im »Tristan«, die Aida und die Brünnhilde im »Siegfried«. Sie gastierte am Teatro Costanzi in Rom (1888 als Valentine, als Königin im »Hamlet« von A. Thomas und als Leonora in Donizettis »La Favorita«) und an der Mailänder Scala (1890 als Königin im »Hamlet«, 1895 als Catarina de Aragon in »Henri VIII.« von Saint-Saëns, 1896 als Dalila, 1907 als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«). An der Oper von Monte Carlo hörte man sie 1896 (als Valentine) und regelmäßig 1905-09 (als Selika, als Hélène in der gleichnamigen Oper von Saint-Saëns, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Gioconda von Ponchielli, als Brünnhilde im Nibelungenring, als Natasha in »Rusalka« von Dargomyshski und 1914 als Kundry im »Parsifal«).1902 unternahm sie eine große Konzerttournee durch Deutschland mit Auftritten in Berlin und Dresden, 1906 gab sie Gastspiele an den Opernhäusern von Köln, Frankfurt a.M. und Dresden, am Deutschen Theater Prag und Konzerte in Wien, 1909 gastierte sie in München, 1901 und 1904 am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1908 am Teatro San Carlo Neapel (Brünnhilde in der dortigen Premiere der »Götterdämmerung«). Am 14.3.1911 wirkte sie an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »Déjanice« von Saint-Saëns mit, 1914 sang sie an der Opéra-Comique die Titelrolle in »Alceste« von Gluck. - H.M. Barnes & V. Girard: Felia Litvinne (in »Record Collector«, 1953).

    [Lexikon: Litvinne, Felia. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 14566 (vgl. Sängerlex. Bd. 6, S. 468 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]







    Marie Thièrry gastierte 1900 im Alter von 30 Jahren in Brüssel zur dortigen Uraufführung von "La Boheme". Sie war eigentlich an der Opéra Comique in Paris engagiert. Sie gab früh ihre Karriere auf und starb mit 48 Jahren.

    Thierry, Marie, Sopran, * 9.5.1870 Châlons-sur- Marne, † 1918 Paris. Sie wollte zunächst Pianistin werden, studierte dann Gesang am Conservatoire National Paris bei Mauverisay und bei dem Dirigenten Alexandre Luigini (1850-1906), den sie heiratete. Debüt 1898 an der Oper von Lyon als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod. Bereits 1898 kam sie an die Opéra-Comique Paris, an der sie bis 1907 sang. Man hörte sie dort in den großen Partien aus dem Koloraturfach, auch 1903 in der Uraufführung der Oper »Muguette« von Edmond Missa, 1905 in der Uraufführung der Oper »L'Enfant Roi« von A. Bruneau. Sie war in Paris so beliebt, daß sie nur selten im Ausland gastierte. 1900 sang sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel die Mimi in der dortigen Erstaufführung von Puccinis »La Bohème« 1902 war sie nochmals in Brüssel zu Gast. Sie gab ihre Karriere früh auf.

    Ihre einzigen Schallplattenaufnahmen erschienen bei Pathé, darunter einige, bei denen sie von ihrem Gatten am Flügel begleitet wird.
    [Lexikon: Thierry, Marie. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 24119 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3463 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Jean Vallier

    Jean Vallier sang als Bass, lebte von 1863 bis 1952 und nahm 1907 eine Handvoll Titel bei der französischen Gramophone sowie mindestens zwei Edison-Zylinder auf.



    Nun folgen noch Fotos von Künstlern, über die ich nichts herausfinden konnte. Informationen sind immer willkommen!


    Madame Doria


    Diese Madame Doria hat nichts mit der bekannten Sängerin Renée Doria zu tun, die erst 1921 geboren wurde und eigentlich Renée Dumazert hiess. Eventuell hat sie sich aber nach dieser Madame Doria benannt. Vielleicht hat sie sie bewundert oder hatte Unterricht bei Ihr?


    Madame Gottrand

    Madame Maubourg



    Mr. Handerson



    Mr. Mondaud

    Meine Suche nach den oben abgebildeten Sängerinnen und Sängern blieb erfolglos. Es ist schade, dass das Monnaie, das auf eine lange Geschichte zurückblickt, nicht ebenso wie z.B. die Met ein Verzeichnis früherer Künstler und Vorstellungen ins Internet gestellt hat.


    Mr. Massart

    Monsieur Massart in einem orientalischen  Rollenkostüm


    Dem letzten hier gezeigten Künstler sind sogar zwei Karten gewidmet, davon die einzige aus der Serie, bei der die gesamte Vorderseite mit dem Bild bedruckt ist. Auch über ihn fand ich keine Informationen. Leider besitze ich sehr wenige Quellen über die französische und belgische Oper und warte immer noch auf ein Buch, das zu diesem Thema einmal auf deutsch erscheint.

    So sehen die Karten im ganzen aus und so ist die Rückseite gestaltet:


    Beispiel aus dem Internet für eine beschriebene Karte. Leider lässt der Text keine Rückschlüsse auf den Künstler zu.














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    ist der Titel eines Büchleins, das der Sänger im Selbstverlag herausgab und das bei seinen Konzerten in Deutschland verkauft wurde. Es erschien etwa 1935 und umfasste 48 Seiten. Es gibt einen Abriss über sein Leben und seinen Werdegang  bis zur Zeit des Erscheinens und beinhaltet viele Fotos aus seinem Leben als Künstler und Privatmann. Diese biographische Skizze aus eigener Sicht, vermutlich durch eine Ghostwriter zu Papier gebracht, gibt einen Einblick darein, welche Lebensereignisse Heinrich Schlusnus wichtig waren und wofür sich sein Publikum damals interessierte.


    Umschlag des Buches

    Heinrich Schlusnus nach einem Gemälde von Paul Ehrenberg



    Seite 5: Bild des elterlichen Hofes in Kulsen (Ostpreussen) und der Eltern









    Der 16-jährige Heinrich Schlusnus









    Heinrich Schlusnus Berlin 1920 - angekommen in der Staatsoper


    Einige Rollenfotos: Figaro im "Barbier", Graf Luna, Wolfram im "Tannhäuser",
    Vater Germont in "Traviata" und Rigoletto

    Die Mittelseite des Büchleins
    Beeindruckend oben das Panorama der Kulisse des Publikums eines Liederabends in der Berliner Philharmonie.


    Seite 24 einzeln

    Seite 25 einzeln


    Heinrich Schlusnus,Berlin 1925





    Der Pianist auf dem Bild oben ist Sebastian Peschko, der ab 1934 der ständige Begleiter von Heinrich Schlusnus war, nachdem sein vorheriger Begleiter Franz Rupp Deutschland verlassen hatte, weil auf ihn Druck ausgeübt wurde und er sich weigerte, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen.


    Was hier natürlich nicht erwähnt wird: Annemarie Schlusnus, eigentlich Annemay geb. Kuhl, war die zweite Frau des Sängers. Er lernte sie 1929 kennen als die Ehefrau seines Gesangslehrers Louis Bachner. Schlusnus selbst war seit 1914 mit Helene geb. Weigl verheiratet, die auch die Mutter seines Sohnes war. Nachdem er mit Annemay zusammenkam, ließen sich beide scheiden und heirateten 1933 in Bayreuth, wo er den Amfortas bei den Bayreuther Festspielen sang.








    Heinrich Schlusnus hatte regelmäßigen Kontakt mit seinem einzigen Sohn aus erster Ehe. Der Sohn fiel 1943 in Russland. Heute sind keine direkten Nachkommen oder Familienmitglieder von Heinrich Schlusnus mehr am Leben.


    In der Sommerfrische - Heinrich Schlusnus in Lederhose


    Zwei Bilder von der Villa von Heinrich Schlusnus in Berlin-Westend, Jasminweg. Seine Nachbarin dort war die Sängerin Emmi Leisner. Das Haus wurde im November 1943 durch Bomben zerstört.



    Im "Hasennest", dem Wochenendhäuschen in Pausin in der Nähe von Spandau im Osthavelland, lebte Schlusnus nach der Zerstörung seines Hauses bis zum Februar 1945, als er Berlin verließ. Seine Nachbarin war Frida Leider.


    Die Mutter von Heinrich Schlusnus

    Heinrich Schlusnus Berlin 1935



    Das Ende des Büchleins gibt an, dass es im Selbstverlag erschien und 50 Pfennige kostete.









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    Lotte Lehmann als Marschallin, Artur Rodzinsky, Grete Stückgold als Oktavian 




    Vor einiger Zeit erwarb ich bei einem amerikanischen Händler über Ebay einige Stücke aus dem Nachlass der Sängerin Grete Stückgold, die ich sehr schätze. Es handelte sich um ein handgeschriebenes Notizbuch, von dessen Inhalt ich gehofft hatte, dass es vielleicht eine Art Tagebuch enthält. Tatsächlich war es aber ein altes Poesiealbum aus ihrere Kindheit mit Eintragungen von Kinderfreundinnen, auf dessen freie Seiten sie später Liedtexte von Liedern aus ihrem Repertoire aufgeschrieben hat - vielleicht als Gedankenstütze. Interessanter waren ein paar Zeitungsausschnitte und Anzeigen, die dem Album beilagen, und die einen Blick auf eine gewisse Tragik der späten Jahre der Karriere von Grete Stückgold eröffnen.

    Grete Stückgold war 1927 nach Amerika gekommen und hatte hier einige Jahre erfolgreich konzertiert. An der Met sang sie zwischen 1927 und 1930 immerhin 47 mal, ohne sich, auch wegen der starken Konkurrenz, wirklich durchsetzen zu können. Zwischen 1931 und 1934 war sei nur noch 7 mal eingesetzt. Nach einer Pause von vier Jahren sang sie noch einmal im März 1938 bei einem Gastspiel der Met in Boston den Oktavian zu Lotte Lehmanns Marschallin im Rosenkavalier. Im Januar 1939 erhielt sie dann noch einmal eine große Chance: der Ehemann von Lotte Lehmann war gestorben, und sie durfte am 25. Januar kurzfristig einspringen, diesmal als Marschallin - eine Rolle, die sie zuletzt 1929 ganze 3 mal auf der Bühne gesungen hatte.

    Im Nachlass von Grete Stückgold befanden sich noch viele Andenken an und Zeitungsausschnitte von diesem Tag. Er muss ihr viel bedeutet haben. Als erstes finden sich die aufmunternden Telegramme, die sie für diesen Tag bekommen hatte.


    Telegramm an Grete Stückgold 25.I.1939 von William
    Matheus Sullivan

    Telegramm an Grete Stückgold 25.I.1939 von Virginia Mauret

    Telegramm an Grete Stückgold 25.I.1939 von "Sunny"
    mit Einladung zum Zusammensein nach der Vorstellung

    Ebenfalls aufgehoben hat Grete Stückgold ein Kärtchen, das wohl an einem Blumenstrauss hing, der ihr an dem Abend von der Metropolitan Opera Association überreicht wurde.



    Die Ankündigung und die Besprechungen der Vorstellung befand sich in Form von Zeitungsausschnitten ebenfalls in der Sammlung. In der Ankündigung wird vom Tod von Dr.Otto Wiener, dem Ehemann von Lotte Lehmann, berichtet, und dass Grete Stückgold mehrere assistant conductors der Met zur Verfügung standen, um innerhalb von zwei Tagen die Rolle zu studieren.


    Ankündigung (24.I.1939), dass Grete Stückgold für Lotte Lehmann
    einspringen wird

    In der ersten Besprechung wird hervorgehoben, dass sie in Anbetracht der schwierigen Umstände erfolgreich war. Dann folgen eine Reihe von Einschränkungen: sie habe nicht die ideale Marschallin-Stimme und habe im dritten Akt Probleme gehabt. Insgesamt ist das Fazit, dass es keine dramatisch elaborierte Interpretation gewesen sei, aber die wichtigen Punkte (für eine erfolgreiche Interpretation) erfüllt gewesen seien. Der Artikel geht noch in der zweiten Spalte weiter mit einer kurzen Besprechung des restlichen Ensembles (Rise Stevens, Julius Huehn, Emanuel List). Diesen Teil hat Grete Stückgold abgeschnitten bzw. nicht mit aufgehoben.

    Besprechung aus unbekannter Zeitung vom 26.I.1939
    In der zweiten Besprechung wird die freundliche Aufnahme durch das Publikum beschrieben (Extra-Applaus etc.) und die Besetzung aufgezählt. Auf die Qualität der Darbietung wird nicht eingegangen.





    Schließlich findet sich noch eine Besprechung aus einer in Amerika erscheinenden deutschsprachigen Zeitung, die ihre Rollengestaltung als Drahtzieherin des Geschehens lobt, aber dabei die Darstellung der Tragödie der alternden Frau vermisst.






    Diese Tragödie der alternden Frau und Sängerin selbst zu erleben, muss Grete Stückgold auch durchgemacht haben. Sie übernahm noch drei Tage später, am 28.I.1939, eine weitere Repertoirevorstellung, die eigentlich Lotte Lehmann singen sollte, nämlich die Elisabeth im Tannhäuser mit Carl Hartmann (Tannhäuser), Herbert Janssen (Wolfram) und Karin Branzell als Venus. Davon sind mir keine Aufzeichnungen oder Andenken überliefert. Dies blieb das letzte Mal, dass sie an der Met aufgetreten ist. Unten finden sich noch ein paar Anzeigen ihres Konzertagenten, wo sie weiterhin als Prima Donna der Met bezeichnet wird.



    Anzeige für die Saison 1938/39 mit Bild als Oktavian und Hinweis auf den
    Auftritt in Boston im März 1938


    Anzeige für Konzertbuchungen als Liedersängerin von 1941/42


    Da an der Met eine große Konkurrenz herrschte, war es schwer, auch als noch relativ junge Sängerin (Anfang 1939 war Grete Stückgold erst 43 Jahre alt) dort weitere Engagements zu bekommen. Vor einigen Jahren erwarb ich einen Brief aus dem Jahre 1943 an einen Manager der Met. Leider habe ich ihn anscheinend verloren. Dort bat eine Sängerin - ich weiss nicht mehr genau, ob es Grete Stückgold oder Elisabeth Rethberg war - dringend darum, doch wieder berücksichtigt zu werden und beklagte sich darüber, dass sie bei der neusten Produktion von Cosi fan Tutte nicht engagiert worden sei.

    Von Grete Stückgold fand ich bei Ebay einen Brief, den Bruno Walter ihr im Jahr 1952 geschrieben hatte. Aus ihm geht hervor, dass sie ihm wohl vorgeschlagen hatte, dass er sie anhören solle, weil sie die Rolle der Isolde einstudiert hätte. Bruno Walter lehnte höflich ab...
    Leider habe ich diesen Brief, der gut zu entziffern war, nicht richtig dokumentiert, und mein Screenshot der Ebay-Anzeige ist sehr unscharf. Trotzdem kann ich den Wortlaut hier wiedergeben. Das im August 2013 angebotene Konvolut bestand aus dem Brief von Bruno Walter plus einem Foto von Bruno Walter, Grete Stückgold und einem unbekannten Mann und wurde für immerhin 127,50 USD bei Ebay verkauft (nicht an mich).


    Screenshot der Ebay-Anzeige


    Das Foto


    Brief von Bruno Walter an Grete Stückgold März 1952

    Der Wortlaut des Briefes lautet:

    23.März 1952

    Sehr verehrte gnädige Frau,
    Ich könnte mir sehr wohl vorstellen, dass Sie im Laufe der Jahre in eine Aufgabe wie die der Isolde hineingewachsen sind. Leider kann ich Ihren Wunsch, Sie anzuhören, nicht erfüllen. Unmittelbar nach der Bewältigung meiner gegenwärtigen Tätigkeit mit der New Yorker Philharmonie+Symphony (?) muss ich nach Europa reisen und kann beim besten Willen keine freie Zeit für irgend etwas anderes als die notwendigen Reisevorbereitungen finden.

    Mit besten Grüssen und Wünschen, auch von Lotte

    Ihr sehr ergebener Bruno Walter



    Wie die Geschichte zeigt, ist es nie zu einer Isolde gekommen. Irgendwann um das Jahr 1952 herum machte Grete Stückgold, die verhinderte Isolde, noch einige Aufnahmen von Hugo Wolf-Liedern, die in meinem anderen Blog gehört werden können http://recordplayer78.blogspot.de/2015/01/grete-stuckgold-spate-aufnahmen.html .

    Kurz danach muss ihre Karriere zuende gewesen sein. Auf einem signierten Bild aus dem Jahre 1955 verwendet sie bereits ein Foto, dass sie 20 Jahre jünger zeigt. Ich fand es im Internet.





    Der nächsten Beleg, den ich dann von ihr habe, stammt aus dem Jahr 1977 und ist ein Nachruf auf Grete Stückgold anlässlich ihres Todes. Er war auch bei den Unterlagen, die ich erworben habe, dabei. Dieser schmale Artikel ist alles, was in der Erinnerung ihrer Zeitgenossen übrig blieb.



    Nachruf auf Grete Stückgold


    Als Grete Stückgold in einem Altersheim in Connecticut starb, war sie 82 Jahre alt und von der Welt vergessen. Makabererweise oder, je nachdem wie man es sehen möchte, ergreifenderweise habe ich auch das Kondolenzbuch bekommen. Es waren ganze zehn Personen, die an ihrer Beerdigung teilnahmen. Eine schrieb: "In Memory of a great soprano".


    Der Umschlag des Kondolenzbuches von Grete Stückgold

    Kondolenzbuch anlässlich der Trauerfeier oder Beerdigung von Grete Stückgold vom 12.IX.1977

    Sich selbst sah Grete Stückgold auch in späteren Jahren wohl am liebsten als "Prima Donna of the Metropolitan Opera", als die sie sich im Januar 1939 noch einmal so richtig fühlen durfte. Ihre Visitenkarte und viele ihrer Erinnerungen an diese Zeit behielt sie bis zuletzt.













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    Bei der Vorbereitung meines Beitrages über die erste Gesamtaufnahme der Oper Faust (1908) in meinem anderen Blog fiel mir eine Mappe in die Hand, in der man im Jahre 1907 16 Bilder im Schwarz-Weiss-Fotodruck im DIN-A 5-Format mit Bildern von Künstlern der Berliner Oper für 1,60 Mark erwerben konnte (eine Schallplatte kostete damals ca. 2 bis 7 Mark). Diese Mappe, die im Leporello-Verlag erschien, der wohl eigens hierzu gegründet wurde, möchte ich nun vorstellen.

    Umschlag

    Sie lässt sich nach 4 Seiten aufklappen und gibt dann die Bilder frei.




    Das erste Blatt ist ein Einleger mit einem Vorwort, das kundtut, dass weitere Publikationen mit Künstlern der Berliner Bühnen geplant sind und dass ein Teil der Einnahmen dem Pensionsfonds der Bühnengenossenschaft zugute kommt.


    Ich habe diese Mappe schon mehrfach angeboten gesehen, und bei zvab.com sind z.Zt. mehrere Exemplare zu haben (ab 10 EUR ist man dabei!), Von anderen Publikationen aus diesem Verlag habe ich aber noch nie etwas gesehen oder gehört. Ich gehe zwar davon aus, dass der angekündigte zweite Teil mit Bildern von Schauspielern ebenfalls erschienen ist, es scheint aber kein kommerzieller Erfolg gewesen zu sein.

    Das Besondere an dieser Mappe ist, dass auf den Rückseiten der Bilder im Faksimile die Handschriften der Sängerinnen und Sänger mit ihrem (Lebens-?) Motto und ihrer Unterschrift abgedruckt sind. So bekommt man direkt eine Handschriftenprobe und ein Autogramm mitgeliefert.

    Die Bilder haben auf den Blättern einen breiten weißen Rand, den ich hier mit wiedergebe, Auf der Rückseite nehmen die Unterschriften bei manchen Künstlern wenig Raum ein, so dass ich sie meistens vergrößert bzw. aus dem ganzen Blatt nur als Ausschnitt kopiert habe.


    Antoinetta dell'Era, Primaballerina
    Antoinetta dell'Era (1861-1945) war die erste Tänzerin des Balletts der Oper.Sie hat 1892 in St.Petersburg bei der Uraufführung des Balletts "Nußknacker" von Tschaikowsky mitgewirkt, war aber bis auf acht Jahre Unterbrechung mit Tätigkeit in Russland (1886-94) von 1879 bis 1909 an der Berliner Oper Primaballerina. Ihr Motto stammt aus einem italienischen Sprichwort, was angeblich auf Dante Alighieri zurückgeht: "Far bene, e lasciar dir (le genti)". Es heißt übersetzt so viel wie: Mach deine Sache gut, und lass die Leute reden (und störe dich nicht daran).







    Die nächste ist Emmy Destinn (1878-1930) , die mit einem Foto aus der Oper Mignon vertreten ist. Sie wirkt auf Fotos oft leicht unintelligent, vielleicht weil ihre Augen recht eng zusammenstanden, muss aber eine leidenschaftliche Darstellerin und Schauspielerin ihrer Rollen gewesen sein. Ihre Portraits wie auch dieses zeigen keine Scheu vor starkem Ausdruck. Ihr Foto ist das einzige in der Mappe, bei dem keine Signatur des Künstlers auf der Rückseite ist.


    Emmy Destinn als Mignon



    Marie Dietrich (1865-1939) war von 1891 bis 1912, dem Jahr ihres Abschieds von der Bühne, bei der Berliner Hofoper tätig, wo sie auf Koloraturollen und das Soubrettenfach abonniert war.


    Marie Dietrich als Marie im Waffenschmied

    Ihr Motto lautet: "Gunst ist unwichtiger denn - Kunst."




    Geraldine Farrar als Julia


    Geraldine Farrar (1882-1967) war ein echter Star. Wenn man Sängerpostkarten sammelt, wird man finden, dass sie vermutlich die zu ihrer Zeit meistfotografierte Frau war - es gibt Unmengen von Ansichtskarten von ihr. Sie wurde in den USA geboren, hatte aber auch Unterricht bei Lilli Lehmann und debütiert mit 19 als Margarete in Faust (1901). Ihre Traviata von 1902 war ebenfalls ein sensationeller Erfolg, und ganz Berlin lag ihr zu Füßen, ebenso wie die Familie des Kronprinzen, mit der sie eien Freundschaft pflegte. 1906 entschwebte sie an die Met, wo sie ebenfalls eine treue und fanatische Fangemeinde, vor allem unter jungen Mädchen, hatte. Heute würde man sagen, dass sie ein Popstar war und ein Teenie-Idol. Nach 1906 gastierte sie nur noch einige wenige Male in Berlin.

    Ihr Motto passt zu einer jungen Frau, der die Welt zu Füßen liegt. Es sind einige Zeilen aus der Gavotte aus der Oper Manon von Massenet (Frz.: Obeissons, quand leur voix appelle):

    Nützet die schönen jungen Tage,
    bald bleibt uns nur Erinnerung.
    Liebt, lacht, verscheuchet jede Klage
    und denkt - wir sind nur einmal jung!




    Geraldine Farrar zitiert aus dem deutschen Libretto der Oper Manon







    Marie Goetze (1865-1922) hatte eine Altstimme und war von 1892 bis 1920 die Hauptvertreterin des Alt- und Mezzosopran-Faches an der Berliner Hofoper. Neben ihrer Tätigkeit in Berlin fand sie noch Zeit für ausgedehnte Gastspielreisen. Ihr Motto lautet "Der Gottheit Wege führen uns im Dunkeln, preist keinen selig vor dem letzten Tage." Ob dies ein Zitat ist und woraus, konnte mir Google nicht sagen. Vielleicht hat sie es selbst so formuliert.






    "Im Tone klar, im Ausdruck wahr!" - das Motto von Emilie Herzog

    Emilie Herzog als Eva in den Meistersingern

    Emilie Herzog (1859-1923) war seit 1889 an der Berliner Hofoper und wirkte dort bis 1910, bevor sie nach Zürich ging und  Pädagogin wurde. Ihr Fach könnte man als jugendlichen Koloratursopran beschreiben. Sie sang die Königin der Nacht, aber auch die Eva in den Meistersingern. Bereits 1883 sang sie in Bayreuth eine der Blumen in Parsifal, genauso wie auch 1884 und 1891, wo ebenfalls noch der Hirte im Tannhäuser dazukam. Solche kleinen Rollen musste man sich in Bayreuth durch eine wagnerianische Gesinnung und Unterordnung unter den pseudoreligiösen Wagnerkult verdienen. Ihr Motto "Im Tone klar, im Ausdruck wahr!" hätte auch von Cosima Wagner stammen können. Marie Dietrich übrigens (weiter oben) hatte ebenfalls die Ehre, 1888 eine der Soloblumen in Bayreuth singen zu dürfen...




    Ida Hiedler als Elsa in Lohengrin


    Ida Hiedler (1867-1932) wurde 1887 direkt vom Berliner Konservatorium an die Oper engagiert und debütierte mit der Margarethe in Faust. 1908 verabschiedete sie sich mit der Sieglinde von der Opernbühne und trat nur noch gelegentlich in Konzerten auf. Ihre Hauptpartien waren die etwas leichteren Wagner-Heroinen wie Elsa, Sieglinde, Venus, Elisabeth, aber auch die Leonore in Fidelio, Rezia on Oberon und Leonore im Troubadour. Sie ist von allen Sängern hier auf Schallplatten am schlechtesten dokumentiert. Sie hat lediglich drei sehr seltene Columbia-Platten von 1904 hinterlassen, die ich bisher nur vom Hörensagen kenne. ("Einsam in trüben Tagen" (40472) und "Euch Lüften" (40474) aus Lohengrin sowie die Hallenarie aus Tannhäuser (40520))

    Als Motto wählt sie ein Schiller-Zitat: "Auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind, soll auch kein Blick zurück mehr fallen!"



    Ida Hiedlers Motto



    Therese Rothhauser als Carmen

    Therese Rothhauser (1865-1943) war ungarische Jüdin und im wilhelminischen Berlin trotzdem sehr erfolgreich. Sie kam 1892 an die Berliner Oper und sang dort mehr als 25 Jahre. Ihre Paraderollen waren Mozartpartien, aber auch die Carmen und die Amneris. 1907 sang sie in der deutschen Erstaufführung von "Madame Butterfly" die Suzuki, 1911 in der Berliner Rosenkavalier-Premiere (mit der entschärften Textfassung für Kaiser Wilhelm) die Annina. Auch von ihr gibt es kaum Aufnahmen. Ein Titel auf Schallplatte Grammophon, nämlich ein Duett mit Paul Knüpfer aus dem Rosenkavalier, ist noch zu finden. Ferner gibt es noch fünf frühe Columbia-Aufnahmen, die so selten sind, dass von ihnen teilweise noch nicht einmal die Bestellnummern bekannt sind.

    Ihr Motto passt zum wilhelminischen Berlin: "Immer vorwärts, nie zurück. Mein Prinzip ist auch mein Glück!" Das Zitat haben auch andere Zeitgenossen als Mottospruch genutzt - von wem es ursprünglich stammt, konnte ich nicht herausfinden.

    Gedankt wurde ihr das Engagement für ihr Publikum nicht: im Alter von 78 Jahren wurde sie in das Ghetto von Theresienstadt verschleppt und dort ermordet.






    Ida von Scheele-Müller als Dalila

    Ida von Scheele-Müller (1862-1933) war ein Alt und wirkte von 1895 bis 1930 in Berlin, wenn auch das Sängerlexikon nahelegt, dass sie von 1898-1905 hauptsächlich in Bremen sang. Ihr Motto ist genauso himmelstürmend-heroisch und von sich selbst überzeugt wie das vorige: "Aufwärts! Vorwärts!"






    Ida von Scheele Müller

    Rudolf Berger (1874-1915) sang von 1898 bis 1908 als Heldenbariton in Berlin und dann, nach einer Umschulung, noch einmal von 1908 bis 1913 als Heldentenor. 1913 heiratete er die ameikanische Sängerin Marie Rappold und ging an die Met nach New York, wo er 41-jährig, ziemlich genau vor 100 Jahren, am 27.II.1915 starb. (siehe hier)  Zur Zeit des Fotos war er noch Bariton, und so findet man ihn hier als Telramund anstatt als Lohengrin.

    Rudolf Berger als Telramund


    Sein Motto ist etwas minimalistisch: "Stets glücklich ist der, welcher nichts erwartet, denn er wird nie getäuscht werden!" Woher dieses Geflügelte Wort stammt, konnte ich nicht herausfinden.





    Rudolf Bergers Motto

    Wilhelm Grüning als Rienzi
    Wilhelm Grüning (1858-1942) hatte die Rolle inne, die Rudolf Berger nach 1908 gerne gehabt hätte: der typische Heldentenor Wagner'scher Prägung. Er kam 1898 uind blieb bis 1911. Die Berliner Oper hatte mit ihm einen erfahrenen und guten Mann gewonnen, der schon Bayreuth-Erfahrung hatte. Bei den Bayreuther Festspielen trat er im einzelnen 1889, 1891, 1892 und 1897 als Parsifal, 1892 und 1894 als Tannhäuser, 1897 als Siegmund sowie 1896 und 1897 als Siegfried auf. Seine Darstellung des Rienzi (der nicht in Bayreuth gegeben wurde) galt zu seiner Zeit als unvergleichlich. Sein Motto "Ars et labor" (Kunst und Arbeit) stellt ihn als einen hart arbeitenden Künstler dar.


    Wilhelm Grüning - Wiedergabe der gesamten Seite


    Baptist Hoffmann als Fliegender Holländer

    Baptist Hoffmann (1864-1937) gehörte von 1897 bis 1915 der Berliner Hofoper an. Der Fliegende Holländer war eine seiner besten Rollen. Als sein Motto wählte er die Stelle kurz vor dem Finale, wo sich der Holländer Senta endgültig offenbart. Das Sängerlexikon bescheinigt ihm eine "groß dimensionierte Baritonstimme, deren dramatische Ausdruckskraft ihre bedeutendsten Aufgaben im Wagner-Repertoire fand."

    Befrag' die Meere aller Zonen, befrag' 
    den Seemann, der den Ozean durchstrich, 
    er kennt dies Schiff, das Schrecken aller Frommen: 
    den fliegenden Holländer nennt man mich.


    Baptist Hoffmann, Zitat aus Wagners Holländer

    Walther Kirchhoff als Faust uin Margarethe
    Walther Kirchhoff (1879 - 1951) hatte 1906 gerade als Faust an der Berliner Hofoper debütiert und noch ein große Karriere, namentlich als Wagnertenor, vor sich. Bereits 1914 sang er in der Erstaufführung des Parsifal (nach dem gesetzlichen Ablauf der von Wagner auferlegten Sperrfrist der Aufführung des Werkes ausserhalb von Bayreuth) die Titelrolle in Berlin, aber auch in Bayreuth. Im 1. Weltkrieg meldete er sich freiwillig und wurde Adjutant des deutschen Kronprinzen. Später kehrte er noch 1923/24 und 1928/29 an die dann so genannte Staatsoper zurück, gastierte aber auch international. Sein Motto: "Kunst ist Religion" ist einem Parsifal würdig.







    Paul Knüpfer (1865-1920) war seit 1898 bis 1919 der unangefochtene erste Bass an der Berliner Hofoper. Er starb mit 55 Jahren an einer "unheilbaren Krankheit". Er ist ein dankbares Objekt für Schallplattensammler, da er sehr viele Aufnahmen hinterlassen hat. Sein Motto lautet: "Erinnerung ist die beste Freundin des Theater(s)" 






    Ernst Kraus (1863-1941) gab 1884 sein erstes Gastspiel an der Berliner Hofoper und gehörte ihr von 1898 bis 1924 als erster Heldentenor an. Er war sozusagen der Vorgänger von Walther Kirchhoff und galt als internationale Autorität in Sachen Wagner-Tenorgesang. In den Jahren 1899-1909 war er in Bayreuth verpflichtet und hatte große Erfolge als Stolzing, Siegmund und Siegfried sowie als Erik im Holländer. Er war ein herausragender Tenor seiner Zeit und hat zum Glück viele Schallplatten hinterlassen. Auf seinem Foto als Tristan sieht er ernst und erschüttert aus. Ganz prosaisch gibt er kein Motto an, sondern beschreibt lediglich sein Bild: "Ernst Kraus als Tristan in Tristan und Isolde"


    Ernst Kraus, Wiedergabe der gesamten Seite

    Als letzter Künstler und gleichzeitig ältester Künstler mit der Nummer 16 in dieser Sammlung taucht hier Robert Philipp (1852-1933) auf. Er war ein eher lyrischer Tenor (auch wenn er einmal Siegmunds Liebeslied aus der Walküre aufnahm), und sein Bild als Don Ottavio aus Don Giovanni passt zu seiner Position als lyrischer Tenor der Berliner Oper. Er war zuerst Schauspieler und Operettentenor und wurde vom damaligen Intendanten der Oper, Graf Hochberg, 1890 als Don Jose in Carmen verpflichtet, mit dessen Rolle er debütierte. Er blieb tatsächlich 40 Jahre bis 1930 (da war er 78) an der Berliner Oper, auch wenn er zuletzt nur noch kleine Rollen sang.

    Sein Motto ist recht prosaisch und volkstümlich: "Ohn' Glück und Gunst ist Kunst umsunst."



    Robert Philipp in Don Giovanni



    Robert Philipp - Motto



    Zuletzt möchte ich noch den 17. Künstler vorstellen, Es ist der Bassisit Carl Nebe (1858-1908), der als Leporello auf dem Titelbild abgebildet ist.



    Carl Nebe als Leporello



    Hier sei das Sängerlexikon einmal ausführlich zitiert:


    Nebe, Carl, Baß-Bariton, * 3.1.1858 Braunschweig, † 7.2.1908 Berlin; Sohn des Schauspielers Eduard Nebe (1820-88), der am Hoftheater von Karlsruhe wirkte. Er war Schüler von Joseph Staudigl, Wilhelm Sedlmayer und Felix Mottl und debütierte 1878 am Hoftheater von Wiesbaden, dem er bis 1881 angehörte. 1881-90 war er am Hoftheater von Dessau engagiert, 1890-1900 am Hoftheater von Karlsruhe. Am 6. und 7.12.1890 wirkte er in Karlsruhe bei der ersten Gesamtaufführung des Opernwerks »Les Troyens« von Berlioz mit, bereits 1897 in der Uraufführung von »Das Unmöglichste von allem« von A. Urspruch. 1900 folgte er einem Ruf an die Berliner Hofoper; man schätzte ihn hier zumal als köstlichen Baß- Buffo, aber auch als Alberich im Ring-Zyklus. Am 13.12.1904 wirkte er an der Berliner Hofoper in der Uraufführung der Oper »Der Roland von Berlin« von Leoncavallo mit, bereits am 28.1.1902 in der von »Heilmar, der Narr« von Wilhelm Kienzl und am 9.4.1902 in »Der Wald« von Mrs Ethel Smyth. Er gab Gastspiele an der Münchner Hofoper (1894-1902), am Opernhaus von Leipzig (1885), am Hoftheater von Stuttgart (dort seit 1889 sehr oft aufgetreten), am Stadttheater von Zürich (1900), an der Berliner Kroll-Oper (1888) und am Opernhaus von Köln (1905). Bei den Bayreuther Festspielen von 1892 sang er den Beckmesser in den »Meistersingern«, seit 1896 mehrmals den Alberich im Nibelungenring: Er gastierte an der Covent Garden Oper in London, in Brüssel und Amsterdam und bei den Festspielen von Wiesbaden. Er starb plötzlich nach einer fieberhaften Grippe-Erkrankung.

    Entgegen früheren Annahmen existieren von dem Bassisten der Berliner Hofoper Carl Nebe vermutlich überhaupt keine Schallplatten. Sämtliche unter dem Namen Carl Nebe besungenen Platten oder Zylinder stammen von dem gleichnamigen Bassisten Carl Nebe (* 1868), der in Colmar, Metz, Düsseldorf und Kassel engagiert war, hauptsächlich aber als Konzertsänger auftrat. Er gründete um 1908 das Nebe-Quartett, das aus August Bockmann (1. Tenor), Max Kuttner (2. Tenor), Reinhold Niemeier (Bariton) und ihm als Bassisten bestand. Von diesem Sänger (und dem Nebe-Quartett) sind zahllose Schallplattenaufnahmen auf folgenden Marken vorhanden: Zonophone (Berlin, 1901, 1904-06), G & T (Berlin, 1903-05), Columbia (Berlin, 1904), Favorit (Berlin, 1905-06), Odeon (Berlin, 1905), Homochord, Kalliope, Janus, Parlophon, Polyphon, Star, Pathé, Arti-Homochord und Edison-Zylinder. Einige Zonophone-Platten sind unter dem Namen Karl Rapp erschienen, einige Edison-Zylinder unter dem Namen Karl Hoffmann.

    [Nachtrag] Nebe, Carl; 1897 nahm er am Hoftheater Karlsruhe an der (posthumen) Uraufführung von Franz Schuberts Oper »Fierrabras« teil.

    [Lexikon: Nebe, Carl. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 17499 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 2494 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Ganz am Ende seien noch die Vorschau auf die zweite Ausgabe mit Mitgliedern des Berliner Schauspielhauses (von der ich nicht weiß, ob sie tatsächlich erschienen ist) und eine interessante Werbung wiedergegeben.


    Vorschau auf die zweite Lieferung mit Bildnissen von Berliner Schauspielern

    Werbung

    Bei der Anzeige in der Mappe handelt es sich um Werbung für Heimtrainer zum Abnehmen. Ähnliche Geräte gibt es heute noch wie vor 108 Jahren. Interessant ist, das das Gedicht zu "Bender auf dem Reitapparat Velotrab" eine Berliner Revue zitiert, die sehr erfolgreich war und im Jahre 1906 uraufgeführte wurde: "Und der Teufel lacht dazu" des Librettisten und Hausdichters des Berliner "Metropol" Julius Freund (1862-1914).


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    Fritz Soot 1926


    In meinem anderen Blog  habe ich Aufnahmen von Fritz Soot veröffentlicht. Hier kommen nun als Ergänzung noch zwei Texte über Soot. Der erste stammt aus dem Berliner Musik-Jahrbuch 1926, herausgegeben von Adolf Ebel. Ernst Schliepe schreibt über Soot von S. 77 bis 80.

    Berliner Musik-Jahrbuch 1926








    Fritz Soot. Wie man Tenor wird. Von Ernst Schliepe.


    Als Felix Mottl in Karlsruhe einmal eine szenische Aufführung der „Heiligen Elisabeth" von Liszt dirigierte, sang die kleine Partie des Knaben Ludwig ein elfjähriger Junge, der durch seine schöne Stimme allgemein auffiel. Der Kleine hieß Fritz Soot. Heute ist er Kammersänger und erster Heldentenor an der Preußischen Staatsoper.

    Man ist geneigt, hier das bekannte Sprichwort zu zitieren: „Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten." Aber es stimmt nicht so ganz. Der Studiengang eines großen Sängers verläuft kei­neswegs immer so gradlinig und zielstrebig, wie manch einer sich das vorstellt, und ebensowenig ist immer von Anfang an das große Stimmmaterial vorhanden, das nur so nach Ausbildung schreit. Der Jüngling, der als Knabe so erfolgreich die weltbedeutenden Bretter betreten hatte, fühlte wohl den Trieb zum Singen in sich, besaß aber nach der (ungewöhnlich spät erfolgten) Mutation nur ein zartes Organ, aus dem nach der landläufigen Ansicht kein Kapital zu schlagen war. So wurde er — da es ihn doch einmal zur Musik hinzog — Musikalienhändler. Allein die frühe Berührung mit der Bühne mußte es ihm doch wohl angetan haben; es drängte ihn, sich irgendwie theatralisch zu betätigen. Wozu gibt es drama­tische Dilettantenvereine? Er findet Aufnahme in einem solchen und ist bald ein beliebtes Mitglied, da es sich herausstellt, daß er unzweifelhaft „Talent" hat. Der Karlsruher Dramaturg und Re­gisseur Kilian nimmt sich seiner an und vermittelt es, daß der junge Mann als „richtiggehender" Schauspieler engagiert wird. Natürlich als „jugendlicher Liebhaber".

    Nun ist er in seinem Element. Sein Auftreten in Halbes „Strom" bringt ihm den ersten bedeutenden Erfolg. Bald treffen von außer­halb Engagementsanträge ein. Bei Reinhard in Berlin kommt ein Gastspiel zustande (im „Strom" mit Hedwig Wangel zusammen), später ein gleiches in Wien, an der Bühne Schlenthers. Allein in­zwischen hatte der junge Mime, der seine nun im Training befind­lichen Stimmmittel wachsen fühlte, angefangen, Gesangstunden zu nehmen; zwar bei keiner sogenannten „Größe", aber bei einer Lehrerin in Karlsruhe, die ihr Fach verstand. Überraschende Fort­schritte ließen ihn ernsthaft an eine Sängerlaufbahn denken und die Schauspielerkarriere daraufhin beenden. Den „letzten Schliff" sollte Scheidemantel in Dresden der Stimme geben.

    Da geschah etwas Unerwartetes. Es zeigte sich wieder einmal, daß ein berühmter Sänger und Gesangstheoretiker durchaus nicht auch ein guter Pädagoge sein muß. Die Scheidemantelsche Methode be­wirkte genau das Gegenteil von dem, was sie sollte: Soots Stimme ging zurück. Je mehr der Gesangsmeister versprach, desto schlim­mer wurde es. Schließlich griff der ratlose Schüler zu einer dra­stischen Selbsthilfe: er fuhr in Abständen heimlich zu seiner frühe­ren Lehrerin nach Karlsruhe und kümmerte sich im übrigen nicht mehr um Scheidemantels Vorschriften. Ein neuer Aufstieg war das Ergebnis — zur Freude des Schülers und seines völlig ahnungs­losen Lehrers, der diesen Erfolg natürlich seiner Methode zu­schrieb. Einige Zeit darauf wagte Soot es, in der Königlichen Oper zu Dresden vorzusingen; er wurde sogleich auf mehrere Jahre als lyrischer Tenor engagiert und debütierte als Tonio in der „Regi­mentstochter".

    Es folgte eine Zeit angestrengtester Arbeit; die Tenornot war groß; durchschnittlich jeden zweiten Abend mußte der junge An­fänger, der sich das Vertrauen des Generalmusikdirektors von Schuch erworben hatte, auf der Bühne stehen. Einen jähen Ab­schluß fand diese 1908 begonnene Laufbahn mit dem Ausbruch des Weltkrieges. Soot — der übrigens bereits nach drei Jahren den Titel „Kammersänger" erhalten hatte — eilte als Kriegsfreiwilliger zu den Fahnen. Ohne reklamiert zu werden, blieb er bis zum Ende des großen Ringens im Felde, nicht etwa als „Sänger" zur Unter­haltung der Kameraden, sondern als Nachrichtenoffizier, dem man den Heldentenor nicht ansah. Erst im letzten Kriegsjahr fand sich für ihn Gelegenheit, eine „Theaterabteilung" zu leiten. Nach Frie­densschluß nahm Soot zunächst beim Landestheater in Stuttgart seinen Beruf wieder auf, bis er 1922 von dort nach Berlin ver­pflichtet wurde. Bemerkenswert ist, daß der Künstler hier noch­mals ernsthafte Gesangstudien begann, und zwar bei der (vor einem Jahr verstorbenen) Pädagogin Anna Meilin. Ihr verdankt er. wie er sagt, das Wertvollste seines Könnens.

    Fürwahr: ein langer, durch Um- und Abwege erschwerter Auf­stieg für einen Künstler, der als Kind und Jüngling die Berufung zum Sänger in sich trug und in dunklem Ahnen spürte, während die Ungunst der äußeren Verhältnisse ihm den klaren Ausblick zum Ziel versperrte. Und doch war es sein größtes Glück, daß er das Anfangskapital seiner Stimme gleich in die richtigen Hände legen konnte — gerade weil es nicht allzu groß war — und recht­zeitig die Gefahr erkannte, die seiner späteren Entwicklung drohte. Wer heute Fritz Soot singen hört, wird es nicht für möglich halten, daß dieses Organ eigentlich kein Naturgeschenk, sondern im wesent­lichen ein Kunstprodukt ist. Und doch gibt gerade diese Tatsache die Erklärung dafür ab, daß er überhaupt imstande war, das alles zu leisten, was ihm in seinen Engagements zugemutet worden ist und was man heute noch als selbstverständlich von ihm verlangt. Er hat in Dresden das gesamte lyrische und jugendliche Helden­tenorfach gesungen; in Stuttgart, wo (nach Kriegsende) der Über­gang ins Fach der „schweren" Helden — Wagner usw. — erfolgte, hatte er in zwei Jahren 20 Partien zu lernen. (Für den Tristan standen ihm z. B. nur zwei Monate zur Verfügung!) An unserer Staatsoper ist er das am meisten beschäftigte Mitglied; er singt im Durchschnitt an jedem zweiten Abend! Das will um so mehr be­deuten, als die „jugendlichen" und „schweren" Heldentenorpartien gesanglich und musikalisch wie darstellerisch die höchsten Anforde­rungen stellen und sehr anstrengend sind. Nebenher geht natürlich das Studium neuer Rollen, da die Staatsoper ja alljährlich Ur- und Erstaufführungen herausbringt. Unter solcher Berufsanspannung, die einer dauernden Höchstleistung gleichkommt, wäre eine weniger gesunde oder technisch falsch behandelte Stimme längst zu Schaden gekommen.

    Allen diesen Belastungsproben jedoch hat das Organ mit erstaun­licher Ausdauer standgehalten. Ohne Zweifel gehört es zu dem For­mat der großen, voluminösen Stimmen, die jeden Raum zu füllen und sich gegenüber dem Tongewoge eines stark besetzten modernen Orchesters siegreich zu behaupten vermögen — doch besitzt es neben dem Heldencharakter auch lyrische Weichheit und die (ge­rade bei Heldentenören so seltene) Fähigkeit, in der Höhe tragende und frei ansprechende Pianotöne herzugeben. Ein Erfordernis, das für Partien wie Lohengrin, Radames, Palestrina von großer Wich­tigkeit ist. Wer hingegen Gelegenheit gehabt hat, Soot etwa als „Othello" zu sehen, wird über die stimmliche Kraftleistung nicht minder erstaunt gewesen sein wie über die fesselnde Darstellungs­kunst, die alle Gefühlsskalen und Temperamentsäußerungen von liebender Zärtlichkeit bis zu tierischer Wildheit mit naturalistischer Treue in packendes Spiel umzusetzen weiß. Den Naturburschen und Rittergestalten Wagners wiederum eignet bei aller Natürlichkeit der Bewegung und Haltung der idealisierende Abglanz vollendeter Romantik, wie sie die musikdramatische Charakterisierung des Bayreuther Meisters erfordert. Demgemäß findet der Künstler in der Darstellung dieser Rollen wie auch aller anderen, in denen neben dem rein Musikalischen es auf das Erleben starker menschlicher Affekte und auf psychologische Entwicklung ankommt, seine will­kommensten Aufgaben.

    Der Vollständigkeit halber muß erwähnt werden, daß Soot sein vielseitiges Können auch im Konzertsaal in eigenpersönlicher Weise zu verwerten weiß Er gehört nicht zu den Tenören, die es sich bequem machen und zeitlebens ihre Konzertprogramme mit einem halben Dutzend Opernarien und ein paar Publikumsreißern be­streiten. Er hat an seinen Liederabenden - die er vor Jahren ver­anstaltete - unter anderem die „Schöne Müllerin" von Schubert und die „Dichterliebe" von Schumann vorgetragen; er war auch einer der ersten, die sich für das Schaffen Schönbergs ein­setzten. Selbst heute noch findet man auf seinen Programmen die Namen moderner Komponisten. Auch das Gebiet des Oratoriums ist ihm nicht fremd; er hat u. a. häufig und mit Erfolg den Evan­gelisten m der „Matthäus-Passion" gesungen

    Obwohl unser Künstler seine Tätigkeit zum größten Teil der Staatsoper widmet und damit eine der stärksten Säulen des Berliner Opernwesens ist, so hat er doch wiederholt, hauptsächlich im Sommer, A u s l a n d s gastspiele absolviert; z. B. in der Schweiz, in Norwegen und England. Sein Auftreten in der Coventgarden-Oper in London war einer der größten Erfolge, die ein deutscher Künstler dort zu verzeichnen hatte. Eine besondere Sensation ge­wann dies Gastspiel übrigens dadurch, daß man ihn, weil Not am Mann war, im - Flugzeug von Köln nach London hinüberholte.

    Es ist das Los aller reinen Künstlernaturen, die nur ihrem hohen Beruf dienen, daß die Umwelt von ihnen nicht viel Aufhebens macht. Sie gewöhnt sich an ihre Gegenwart, nimmt das Bedeutende als etwas Selbstverständliches hin und verliert den Blick für das Außerordentliche. Wer es versteht, für sich raffinierte Reklame zu machen, hat es leichter, auf die Masse zu wirken. Soot verab­scheut die Reklame. Sein Wesen ist auch darin durchaus - deutsch. Daß er trotzdem den Weg zur Höhe in - allerdings schwerem -Aufstieg gefunden hat, ist der beste Beweis für ungewöhnliches Können und echtes Künstlertum.




    Fritz Soot in älteren Jahren



    Als zweites noch einen Artikel von Einhard Luther über Soot vom Cover der Preiser LP LV 143:




    Als sich die ruhmreiche Bühnenkarriere des renommierten Heldentenors Ernst Kraus zu Beginn der zwanziger Jahre ihrem Ende zuneigte, suchte die Berliner Staatsoper lange nach einem geeigneten Nachfolger. Die Wahl fiel 1922 auf den bis dahin in Stuttgart tätigen Fritz Soot.

    Eine der eigenartigsten Sängerpersönlichkeiten jener Zeit wurde damit für Berlin gewonnen. Fritz Soot, am 20. August 1878 in Neunkirchen geboren, wandte sein Interesse zunächst der Sprechbühne zu. 1901 betrat er die Bühne des Hofthea­ters in Karlsruhe; bis 1907 blieb er Mitglied des dortigen Schauspielensembles. Seine Karriere hätte mit der 1907 an­gebotenen Verpflichtung an das Burgtheater in Wien einen frühen Höhepunkt gefunden, denn er sollte als Nachfolger von Kainz engagiert werden. Soot jedoch, der damals bei dem berühmten Bariton der Dresdener und Bayreuther Bühnen, Karl Scheidemantel, Gesang studierte, lehnt den Vertrag nach Wien ab, bricht seine bisher so erfolgreiche Schauspielkar­riere ab und debütiert 1908 an der Dresdener Hofoper als Tonio in der komischen Oper „Die Regimentstochter" von Gaetano Donizetti.

    Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges umfaßt sein Reper­toire zumeist Rollen des lyrischen Tenorfaches; er wirkt am 26. Januar 1911 in der Uraufführung des „Rosenkavalier" von Richard Strauss in der Partie des italienischen Sängers mit. Eine Entwicklung zum schweren Heldenfach deutet sich je­doch schon in den letzten Jahren vor Beginn des Krieges an; Loge, Erik und Stolzing gehören schon vor dem Kriege zu Soots Repertoire.


    Fritz Soot, Foto von 1915, signiert 1919

    Als Offizier nimmt Soot am Weltkrieg teil; erst 1918 kann er seine unterbrochene Sängerlaufbahn wieder aufnehmen. In Stuttgart vollzieht er die Entwicklung zum Heldentenor. Er eignet sich die schweren Wagnerpartien an, ohne die Ge­schmeidigkeit schlanker Tongebung zu verlieren. Soot ist bis etwa Mitte der dreißiger Jahre einer der vielseitigsten und wendigsten Wagnertenöre, die das deutsche Musiktheater kennt. Als einer der intelligentesten Operndarsteller weiß er seine nicht baritonal-schwergewichtige, sondern stets elegant geführte, hell timbrierte Tenorstimme mit äußerster Virtuo­sität einzusetzen. Als Othello, Tannhäuser oder Tristan ist er schon während seines Stuttgarter Wirkens weit über Deutsch­lands Grenzen hinaus bekannt.

    Im Jahre 1921 gastiert Soot an der Wiener Staatsoper; im Sommer 1922 wird er für die in dieser Form neugegründeten Wagnerfestspiele in der Zoppoter Waldoper verpflichtet. Er singt dort alternierend mit Fritz Vogelstrom und Heinrich Knote die Titelrolle in Richard Wagners „Siegfried". Der Er­folg dieser Vorstellungen entscheidet über den künftigen Ruf der Zoppoter Waldfestspiele, die als „Bayreuth des Nordens" in die Theatergeschichte eingegangen sind.

    1922 beginnt Soot seine Tätigkeit an der Staatsoper in Berlin. 1924 wird er für die ersten deutschsprachigen Wagnerauf­führungen nach dem Kriege an der Londoner Covent Garden Opera verpflichtet; in dieser und der folgenden Opernsaison in London tritt er als Siegfried, Siegmund, Stolzing, Tristan, Erik und Ägisth auf. Bis zum Jahre 1931 ist er fast alljähr­lich Gast in Zoppot, wo er auf der stimmungsvollsten Opern­bühne der Welt als Parsifal, Lohengrin, Siegmund und Sieg­fried zum Festspielniveau der Aufführungen beiträgt.

    Seine Gastspieltätigkeit ist sonst im Wesentlichen auf den deutschen Sprachraum begrenzt. Soot hat seine Bindung an die Berliner Staatsoper sehr ernst genommen; sein Reper­toire dürfte unter seinen Fachkollegen ohne Vergleich sein, was die Vielseitigkeit seiner Darstellungsmöglichkeiten be­trifft. Nimmt man die Zeit seiner Schauspielkarriere hinzu, so hat seine Bühnenlaufbahn genau ein halbes Jahrhundert gedauert: noch im Jahre 1951 hat er an der Städtischen Oper in Berlin, im Alter von 73 Jahren, einen überaus akzentuier­ten und stimmlich ausgezeichneten Herodes gesungen. Die Schallplatte gibt seinen weitgespannten Interpretationsradius nur zum Teil wieder; auffallend ist jedoch stets die musi­kalische Gewissenhaftigkeit, die sorgfältige Sprachbehand­lung und eine bis ins kleinste Detail ausgefeilte Rollenauf­fassung. Noch bei seinem 80. Geburtstag hat Soot erstaunliche Liedaufnahmen gemacht. Als er am 9. Juni 1965 starb, ging einer der interessantesten Wagner- und Charakterdarsteller der Jahre zwischen den beiden Kriegen dahin.

    Einhard Luther























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    Ich fahre fort in meiner Präsentation der Materialien, die mir die Familie von Charlotte Viereck zur Verfügung gestellt hat.


    28 - Charlotte Viereck mit Ehemann Bernecker

    Das Bild zeigt ein offensichtlich glückliches (frisch verheiratetes ?) Paar,




    29 Urlaubsfoto

    Urlaubskarte aus Heiligenblut (am Großglockner in Österreich) mit Foto von der Besichtigung des Salzbergwerks in Hallein. Charlotte Viereck und Heinrich Bernecker sind die beiden letzten weiß gekleideten Personen auf dem Waggon.


    29 - Rückseite
    Der Text der Karte an Pauline Viereck, Berlin Schöneberg, Akazienstr. 20, gestempelt am 3.VII.1928:
    Heiligenblut 30.6.
    So sahen wir aus, als wir aus dem Bergwerk fuhren in Hallein. Aussehen tuts, wie (?)..en mal. Euch beiden herzl. Grüsse  Eure Lotte





    30 Foto

    30 Rückseite


    Dieses Foto ist der einzige Hinweis auf die Frühzeit von Charlotte Viereck. Es zeigt offenbar ein gutbürgerliches Wohnzimmer mit Kunstgegenständen (Kaminplatte, Madonnenfigut) mit einem Mann mit langer Porzellanpfeife und einer jungen Frau neben ihm mit einer Stickarbeit auf dem Schoß. Das Bild zeigt oben ein Loch von einer Reißzwecke und war offenbar lange irgendwo angepinnt gewesen.

    Text: Architekt Heinrich Kimpel und Frau Charlotte geb. Viereck ca. 1899.

    Die Schrift ist offenbar die (Altersschrift) von Charlotte Viereck. Von anderer Hand wurde mit Pfeil auf die Jahreszahl hinzugefügt "stimmt nicht, ca. 1920". Dies kann aber selbst nicht stimmen, da CV auf dem Bild noch sehr jung ist und 1920 bereits 43 Jahre alt war. So ist es wahrscheinlich, dass dieses Bild von ca. 1899 stammt und Charlotte Viereck und Heinrich Kimpel als junges Paar zeigt.

    31

    31 Rückseite

    Nr. 31 ist ein undatiertes Bild auf einer Terrasse vor dem Haus mit Handarbeit oder Glastablett und der Aufschrift "Mutter Dresden Kless (?)"

    32 Charlotte Viereck mit ihrem Rehpinscher


    33 - Foto




    33 - Rückseite

    Text:
    Herbst 1930
    Mutter, Fräulein Elisabeth, die rabenschwarzen Kinder u. - Liselotte




    34 - Urlaub im Salzburger Land

    Charlotte Viereck und Heinrich Bernecker mit drei alten Frauen (vor 1932)





    35 - Foto vom Sachsenhof


    Dieses Foto vom Sachsenhof ist bezeichnet "Zur frohen Erinnerung, Gert (?) Schön, 19.8.34"
    Im Fenster rechts Charlotte Viereck, daneben vermutlich ihre Mutter.


    36 - Foto ohne Datum mit Vogelkäfig



    36 - RS: "Omi Sachsenhof"


    37 - Foto 8.X.1940



    37 - Rückseite
     Vor dem Sachsenhof 8.10.1940
    Omi, Mutti, Hanne und Herr Geilsdorf

    (übermittelt mit dem Titel: mit Tochter, Enkelin, Kindermädchen und Soldat Geilsdorf)



    38 - Foto 1950 "mit Wettingers Dina"

    38 Rückseite

    Text in etwa: "Bad Elster Mai 1950. Omi mit Wettingers Dina
    Wettinger ehem(aliger) Kreisleiter in Lpzg. (Leipzig). Schwager von Wölfels dem wegen seiner reinen Weste kein N.(ach)-Kriegsprozess etwas anhaben konnte u(nd) dem sogar die Amis tadellose Zeugnisse ausstellten."


    39 - Foto

    40

    40 Rückseite

    41

    42


    43-  Foto

    Foto signiert von Hermann R.O. Knothe, 29.3.1955, Bad Elster
    Hermann R.O.Knothe (1891-1961) war ein Maler aus Bad Elster (  www.knothe-hermann.de )



    43 Rückseite
    Inschrift: "Charlotte Bernecker Viereck ehem. Mitglied Staatsoper Dresden".



    Sterbeurkunde


    Trauschein

    Veranstaltungszettel 1930, Ausschnitt

    Veranstaltungszettel 1930
    Auf dem Veranstaltungszettel von 1930 hat jemand rot unterstrichen "Klasse Frau Kammersängerin Viereck" und daneben geschrieben "Kimpel".


    Es folgen noch zwei Briefe, die die Enkelin als Antwort an eigene Anfragen von der Staatsoper Dresden erhielt. Der zweite ist wichtig, weil als Anlage ein handgeschriebenes Rollenverzeichnis von Charlotte Viereck mitgeschickt wurde, das wichtige Aufschlüsse über ihre Karriere gibt.

    Brief 1 vom 2.12.1993

    Brief 2 vom 17.8.1993

    Verzeichnis der Rollen Seite 1

    Verzeichnis der Rollen Seite 2
    Das Rollenverzeichnis lautet:

    Komponist     Werk               Rolle                           Jahr

    Beethoven      Fidelio            Leonore                      19 a.G.,, 20 a.G., 20, 24

    Mozart            Don Giovanni Donna Elvira              19

                                                   Donna Anna               24

    Verdi              Maskenball     Amelia                        19 a.G., 19, 23, 27a.G.

    Weber             Oberon            Rezia                          22

    Wagner           Walküre          Helmwige                   27.a.G.

                            Rienzi             Irene                           20, 23, 26a.G., 27 a.G

    .                       Fl.Holländer   Senta                          20, 22, 24, 27 a.G., 28 a.G.

                            Tannhäuser     Venus                         20, 23, 27 a.G., 28 a.G

                            Lohengrin       Elsa                            21

                                                   Ortrud                                    24

    Lortzing          Undine            Berthalda                    19, 21

    Puccini            Tosca              Tosca                          23, 24, 28a.G.

    Strauss             Fr.O.Schatten Färbersfrau                 19

                            Rosenkavalier Marschallin                 21, 25, 26ag, 27ag, 28ag

    Mozart             Zauberflöte     Erste Dame                 21

    Wagner           Götterd.            Norne                         20, 22

    Pfitzner           Palestrina        1. Engelsstimme         22

    Graener           Schirin und Gertraude   Gertraude    20

    Kaun               Der Fremde    Godiva                         20

    Meyerbeer       Hugenotten     Valentine                    21

                            Afrikanerin     Selika                          21

    Kienzl             Evangelimann Martha                       21, 24

    d'Albert          Tiefland          Martha                        23

    Offenbach      Hoffmans Erz.Giulietta                     19,22,24

    Mascagni        Cavalleria        Santuzza                     24, 25

    Marschner      Hans Heiling   Königin                      23 (...?)

    Mraczek          Ikdar                           ?                      23




    (Joseph Gustav Mraczek's (1878-1944) Oper Ikdar wurde 1921 uraufgeführt)


    Zuletzt folgen noch zwei Seiten mit Erinnerungen der Enkelin, die sie nach dem Kontakt, den die Urenkelin zu mir aufgenommen hatte, schrieb.


    Text Gisela Pescheck 15.8.15 Seite 1

    Text Gisela Pescheck 15.8.15 Seite 2

    Der Text wurde mir am 15.8.15 als PDF-Datei übermittelt. Geschrieben wurde er einige Tage oder Wochen früher.


    Damit habe ich nun das komplette Material, das mir zur Verfügung stand, dokumentiert und dargestellt.

    Sieben der neun bekannten Aufnahmen von Charlotte Viereck-Kimpel (für die Firma VOX 1922) kann man hier herunterladen:
    http://recordplayer78.blogspot.de/2016/04/eine-neue-aufnahme-von-charlotte-viereck.html

    Eine Zusammenfassung der obigen Fakten findet sich in einem Artikel in meinem anderen Blog:
    http://recordplayer78.blogspot.de/2016/04/die-sangerin-charlotte-viereck-1877.html





    0 0

    Nachdem ich von den Nachfahren der Sängerin Charlotte Viereck Bilder und Materialen über das Leben der Sängerin erhalten habe, habe ich in meinem anderen Blog einen Artikel über ihr Leben geschrieben. (siehe hier: http://recordplayer78.blogspot.de/2016/04/die-sangerin-charlotte-viereck-1877.html  ) In ihm habe ich nur einen Teil der mir zur Verfügung gestellten Bilder verwenden können, damit der Artikel nicht zu umfangreich wird. Für die Leser, die noch mehr Bilder sehen möchten und noch weiter in das Leben dieser Sängerin eintauchen möchten, werde ich nun hier sämtliches Material, das ich habe, veröffentlichen. Aus ihm ergeben sich auch noch weitere Informationen über die Sängerin. Ausserdem kann man, da auch die Rückseiten der Bilder und die dazugehörigen Beschriftungen gezeigt werden, nachvollziehen, welche Schlußfolgerungen ich aus dem Material gezogen habe und eventuelle Fehler berichtigen. Manche Rätsel bleiben aber bestehen. Falls ein Leser hier weiterhelfen kann, bitte ich um einen Hinweis per mail oder über die Kommentarfunktion unter dem Artikel.

    Ich zeige die Bilder hier in der Reihenfolge und Nummerierung, wie die Urenkelin von Charlotte Viereck, Frau Ute Balzer, und ihre Mutter (und damit Enkelin von Charlotte Viereck) Gisela Pescheck sie mir geschickt haben.




    01 - Todesanzeige



    02 Vorderseite - Schwerbeschädigten-Ausweis





    03 Rückseite - Schwerbeschädigten-Ausweis




    03 - Bild von Heinrich Bernecker, ihres zweiten Ehemannes 



    03 - Widmung auf der Rückseite



    Das Bild zeigt ihren zweiten Ehemann Heinrich Bernecker in einer Rolle und ist auf der Rückseite gewidmet "Meiner Charlotte" ohne Unterschrift.


    04 - Privatfoto

    05 - Charlotte Viereck mit Tochter am Klavier

    Das Bild zeigt den von der Enkelin in ihrem Text erwähnten Bechstein-Flügel. Die Rückseite des Fotos gibt die Beschriftung "ca. 1922". Die Worte unten heißen: "ihre rechte Hand"


    05 - Rückseite

    06 - Karte als Venus

    06 - Karte als Venus - Rückseite
    Auf der Vorderseite vermerkt: "Staatsoper Dresden 1923"
    Der Text der Karte, der wohl an die Enkelin ging, lautet:

    Bad Elster, 26. Okt. 1952
    Meine liebe Gisela!
    Die herzlichsten Glückwünsche zum 16.
    Deine steinalte Omi


    07 - Karte Rosenkavallier

    07 - Karte Rosenkavallier Rückseite. Inschrift: "Rosenkavalier Dresden Staatsoper"

    08 - Foto

    08 - Rückseite

    Inschrift: "Lotte Kimpel","Potsdam 1905". Von späterer Hand: "Frau Viereck-Bernecker"

    09 - Zwei Karten als Amelia (Maskenball)

    09 - Rückseite einer der Karten

    Auf einer der Karten Inschrift von CVs Hand: "Amelia in Maskenball II". In meinem Artikel im anderen Blog habe ich die Karten auseinander geschnitten und einzeln gezeigt.

    10 - Berliner Oratorien-Quartett

    Oben ein halb abgeschnittener Aufdruck: "Berliner Oratorien-Quartett". Es gibt keine näheren Angaben zu den anderen Sängern.


    11 - Bild aus Posen
     Nr. 11 wurde übermittelt unter dem Titel "Bild aus Posen". Es gibt keine näheren Angaben zu der dort abgebildeten männlichen Person.  Fotograf W. Menger, Posen, Jahreszahl unten rechts: 1919




    12 - Foto im Bühnenkostüm

    Vermutlich aus der gleichen Zeit oder früher stammt Foto 12. Außenaufnahme im Bühnenkostüm mit Degen.


    13 - Foto Charlotte Kimpel

    Dieses Foto mit der Inschrift "Charlotte Kimpel" wird von vor 1924 stammen, da sie in diesem Jahr ihre zweite Ehe mit Heinrich Bernecker einging.





    14 - Foto




    14 - Rückseite
     Bildinschrift auf der Rückseite: "Kundry Posen 1919   (aufgen. W. Manger)"


    15 - Fotokarte Donna Anna 1

    Inschrift Rückseite: "Donna Anna" in Don Giovanni - Kostümentwurf von Slevogt. Dresden 1925. Staatsoper [Nach dem Rollenverzeichnis müsste es richtig 1924 heißen wie beim nächsten Bild]



    16 - Fotokarte Donna Anna 2

    Inschrift: Staatsoper Dresden 1924 Kostümentwurf Slevogt. Mit anderem Stift vermutlich von anderer Hand: Donna Anna "Don Juan


    17

    17 Rückseite 1



    17 - Rückseite 2

    Diese Karte wurde mir mit zwei verschiedenen Rückseiten übermittelt, d.h. sie ist wohl bei der Familie doppelt vorhanden. Die erste trägt die Aufschrift "Charlotte Viereck-Bernecker, Kammersängerin Staatsoper Dresden ca. 1920". Die zweite konnte ich zunächst nicht entziffern. Nach dem Studium des Rollenverzeichnisses wurde mir aber klar, dass es "Godiva in 'Der Fremde'" heißen muss. (Oper von Hugo Kaun).

    18 - Inschrift: "Fidelio Beethoven Staatsoper Dresden 1919"




    19a

    19b


    19 Rückseite

    Auf 19 b sind irgendwelche Schriftzeichen unten rechts übermalt. Inschrift auf der Rückseite:
    "Viereck, Posen 1917. Polnische Oper Amor und Psyche. Die sprachen natürlich von der "Nonne!"


    20 - Ansichtskarte vom Inneren der Dresdner Frauenkirche

    20 - Rückseite
    Text der Karte: "B.E. (Bad Elster) Feb. 55. Nun soll der herrliche Bau neu erstehen. Kannst Du Dich noch auf 9. Mahler Sinfonie besinnen? Die Sinfonie der 1000. Drei mal sang ich sie mit Taucher. Ich besinne mich nur nicht, wer sie dirigierte. Omi"
    [Curt Taucher (1885-1954) war Tenor und sang von 1920 bis 1934 an der Dresdner Staatsoper. Die Sinfonie der Tausend von Mahler ist tatsächlich seine 8. Sinfonie.]


    21 - Foto

    21 Rückseite

    Nr. 21 wurde mir zugemailt mit dem Titel "Posen", die Aufschrift besagt jedoch: "Viereck, Venus, Dresden Oper"



    22

    Nr. 22 habe ich auseinandergeschnitten. Der Text bezieht sich auf dei Oper Lohengrin und die Rolle der Ortrud und besagt: Plaschke war immer mein Partner. Lohengrin Staatsoper Dresden. "Erhebe Dich, Genossin meiner Schmach" [Zitat aus der Oper]






    22 - Als Ortrud

    22 Rückseite

    23 - "Marschallin Rosenkavalier von Richard Strauss, Staatsoper Dresden 1924, 1. Akt"

    von anderer Hand: "Rosenkavallier I."


    24

    Nr. 24: Irene aus Rienzi. Der Text der Karte lautet:

    20. Okt. 20   Liebe Eltern! Während einer Aufführung finde ich einen Augenblick Zeit. Ich komme aber nächstens bald zu einem ausführlichen Brief. Das Leben hastet für immer mehr, es wird wohl auch so bleiben. Heute wollte ich euch nur diese beiden Bilder senden. "Irene" in Rienzi. Ich bin in Treue eure Lotte



    24 - Rückseite

    25
    25 - Rückseite
    Nr. 25 Aufschriftr vorne: Isolde Posen 1918. Der Text dieser nicht abgeschickten Karte auf der Rückseite lautet:

    Fräulein Käte Pfitzner, Gnesen  [heute Gniezno, ca. 50 km von Posen, heute Poznan, entfernt]

    Posen 27. Mai 19
    Liebes Fräulein Pfitzner!
    Vielen Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilen. Wenn ich dürfte, es würde sich lohnen, hätte ich im Juni gerne ein Konzert in Gnesen gegeben vielleicht können Sie mir da eine Auskunft zukommen lassen. Höflichste Empfehlungen Ihre Charlotte Viereck-Kimpel

    26  - Privatfoto ohne Datumsangabe


    27 - Eltern der Charlotte Viereck

    27 - Rückseite, Text "unsere Großeltern Viereck"


    (Fortsetzung in Teil 2)

    0 0

    Die Oper "La Boheme" von Giaocomo Puccini wurde am 1. Februar 1896 im Teatro Regio in Turin unter der Leitung von Arturo Toscanini uraufgeführt. Nach den Berichten kam die Oper beim Publikum gut an, der Presse war sie zu karg und veristisch: Sie zeigte kleine Leute an ärmlichen Schauplätzen. Erst im gleichen Monat in Rom und dann im April in Palermo wurde die Oper zum richtig großen Erfolg und ist es seitdem geblieben.

    Es gibt eine Serie von Ansichtskarten des italienischen Verlages Alterocca Terni, die angeblich die Sänger der Uraufführung von La Boheme in Szenenbildern der Oper zeigen, die mit Notenzitaten "verziert" sind und oft auch eine Unterschrift Puccinis aufweisen.Sie stammen von ca. 1900 oder eher und zeigen Szenen der Oper. Dreizehn Karten aus dieser Serie (Nr. 3267-3280) konnte ich nachweisen. Ob sie wirklich die Sänger der Uraufführung zeigen, bleibt teilweise Spekulation, es ist aber sehr wahrscheinlich.

    Die auf den Karten gezeigten Rollen entsprechen Rudolfo, Marcello, Mimi und Musetta. Die entsprechenden Sänger waren:

    Rudolfo: Evan Gorga
    Mimi: Cesira Ferrani
    Marcello: Tieste Wilmant
    Musetta: Camilla Pasini

    Weitere nicht auf den Karten vorkommende Rollen und ihre Sänger in der Uraufführung waren:

    Schaunard: Antonio Pini-Corsi
    Colline: Michele Mazzara
    Benoit und Alcindoro: Alessandro Polonini
    Ferner werden angegeben, vermutlich als Comprimarii, Dante Zucchi und Felice Foglia


    Karte Nr. 3267 - 1. Bild  - Evan Gorga und Cesira Ferrani


    Karte 3268 - 1. Bild - Evan Gorga und Cesira Ferrani





    Eine andere Ausgabe der Karte 3268 mit Sepia-Ton


    Gorga, Evan, Tenor, * 1866 Brocco bei Caserta, † 6.12.1958 Rom; eigentlich Evangelista Gorga; er war ein Schüler von Aristide Franceschetti und debütierte 1895 am Teatro Comunale von Cagliari als Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas. Er sang dort anschließend den des Grieux in Massenets »Manon« und den Amico Fritz in der gleichnamigen Oper von Mascagni und trat noch im gleichen Jahr 1895 am Teatro Costanzi in Rom als Arvino in Verdis »I Lombardi« auf. Der Name dieses Tenors besitzt eine besondere musikhistorische Bedeutung, weil er am 1.2.1896 in der Uraufführung von Puccinis Oper »La Bohème« am Teatro Regio Turin den Rodolfo sang, während die Mimi durch die Sopranistin Cesira Ferrani kreiert wurde. Da seine Stimme in den hohen Lagen nicht sonderlich ausgebildet war, mußte Puccini einige Teile der Partitur für ihn tiefer transponieren. Er sang den Rodolfo in den folgenden Jahren an vielen italienischen Theatern; er gastierte u.a. 1898 am Teatro Costanzi Rom als Faust von Gounod. Er gab jedoch bereits 1899 seine Bühnenkarriere auf. Er widmete sich jetzt der Sammlung von Musikinstrumenten aus allen Zeiten und allen Ländern und wurde der Besitzer einer weltweit bekannten kostbaren Kollektion. 1911 stellte er seine Instrumentensammlung im Rahmen einer großen Exposition in Rom aus. Seinen Lebensabend verbrachte der Sänger in Rom, wo er hochbetagt, mehr als 60 Jahre nach der Uraufführung von »La Bohème« starb.

    Lit: M. Vita: »Evan Gorga e le sue grandi Collezioni« (Rom, 1926).

    Von seiner Stimme sind keine Schallplatten vorhanden.
    [Lexikon: Gorga, Evan. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 9256 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1371 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Karte Nr. 3269 - 1. Bild







    In hoher Auflösung gescannter Ausschnitt aus Nr. 3269

    Ferrani, Cesira, Sopran, * 8.5.1863 Turin, † 4.5.1943 Pollone bei Biella; eigentlicher Name Cesira Zanazzio. Ausbildung am Liceo musicale Turin durch Antonietta Fricci. Sie debütierte 1887 am Teatro Regio Turin als Marguerite im »Faust« von Gounod und sang im gleichen Jahr am Teatro Carignano Turin die Gilda im »Rigoletto«. Sie gastierte dann in Venedig, Catania und Turin und auch an französischen Theatern. 1892 trat sie am Teatro Carlo Felice von Genua als Amelia in Verdis »Simon Boccanegra« und als Loreley in der gleichnamigen Oper von Catalani unter Arturo Toscanini auf. Es folgten weitere Auftritte am Teatro Comunale Bologna (u.a. 1895 in der Uraufführung der Oper »Consuelo« von Orefice in der Titelrolle), in Bari, Brescia und Udine. Am 1.2.1893 wirkte sie am Teatro Regio Turin in der Uraufführung von Puccinis »Manon Lescaut« in der Titelrolle mit; am gleichen Theater kreierte sie am 1.2.1896 in der Uraufführung von Puccinis »La Bohème« die Rolle der Mimi. An der Mailänder Scala nahm sie an der Uraufführung der Oper »Il Fior d'Alpe« von Alberto Franchetti (15.3.1894), am Teatro Lirico Mailand an der von Giacomo Orefices damals sehr erfolgreicher Oper »Chopin« (25.11.1901) teil. Am 17.1.1901 sang sie in einer der sechs gleichzeitigen Uraufführungen von Mascagnis »Le Maschere« am Teatro Carlo Felice Genua. Die Aufführung endete (wie auch die übrigen fünf) mit einem skandalösen Mißerfolg und mußte schließlich abgebrochen wrden. 1893 gastierte sie am Teatro Colón Buenos Aires, 1894 an der Mailänder Scala, wo sie in den folgenden 15 Jahren immer wieder in Erscheinung trat. Große Erfolge hatte sie als Elisabeth im »Tannhäuser« und als Eva in den »Meistersingern«. Tourneen brachten ihr in Spanien und Rußland viel Beifall, 1898 war sie an der Oper von Kairo zu Gast, auch am Teatro San Carlos Lissabon. 1909 nahm sie von der Bühne Abschied, nachdem ihr Auftreten als Mélisande in der italienischen Erstaufführung von Debussys »Pelléas et Mélisande« (unter der Leitung von Toscanini) an der Scala 1908 einen schockierenden Mißerfolg gebracht hatte, der sich am Teatro Costanzi in Rom wiederholte. Sie wirkte dann als Pädagogin in Turin. Ihr Salon in Turin war für viele Jahre ein Zentrum des musikalischen und schöngeistigen Lebens in dieser Stadt.

    Von ihr existieren einige seltene Schallplatten auf G & T (Mailand, 1903), darunter auch Titel aus »Manon Lescaut« und »La Bohème« von Puccini.

    [Nachtrag] Ferrani, Cesira; sie sang auch die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Fanny Legrand in »Sapho« von Massenet, die Charlotte im »Werther«, ebenfalls von Massenet, und die Elsa im »Lohengrin«.

    [Lexikon: Ferrani, Cesira. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 7453 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1116 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]



    Nr. 3270 zeigt die Musetta der Camilla Pasini - eine Rolle, die bei den Zeitgenossen
    der Uraufführung zunächst mehr Interesse erweckte als die der Mimi

    In Frankreich wurden die Karten mit französischem Textaufdruck verkauft.




    Pasini, Camilla, Sopran, * 6.11.1875 Rom, † 29.10.1935 Rom; sie war eine Schwester der großen italienischen dramatischen und Wagner-Sopranistin Lina Pasini-Vitale (1872-1959); eine weitere Schwester, Enrica Pasini, hatte eine kurze Karriere im Mezzosopranfach. Camilla Pasini erhielt ihre Ausbildung an der Accademia di Santa Cecilia in Rom und debütierte dort auch am Teatro Quirino als Inez in Meyerbeers »Africaine«. Sie wurde vor allem dadurch bekannt, daß sie in der Uraufführung von Puccinis Oper »La Bohème« am 1.2.1896 am Teatro Regio von Turin die Partie der Musetta sang, während Arturo Toscanini die Vorstellung dirigierte. 1897 sang sie die gleiche Partie bei der Premiere von »La Bohème« an der Mailänder Scala. Sie trat als Musetta in Brescia, Genua, Triest, in Asti und am Teatro Costanzi in Rom auf. 1904 unternahm sie eine Südamerika-Tournee. Sie sang in Italien u.a. am Teatro Comunale wie am Teatro Rossetti in Triest, am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Comunale Fiume, in Padua, Cremona, Mailand und Rom. Dabei trug sie eine Vielzahl von Partien vor, darunter die Traviata, die Tosca, die Margherita in »Mefistofele« von Boito, die Titelrollen in »Fedora« von Giordano, »La Wally« und »Loreley« von Catalani, die Suzel in »Amico Fritz« von Mascagni, die Elsa im »Lohengrin«, die Desdemona in Verdis »Othello«, die Norina im »Don Paquale« und die Grisélidis in der gleichnamigen Oper von Massenet. Bereits 1905 gab sie ihre Karriere nach einer Heirat mit dem Juristen Muzi auf. In der Saison 1911-12 betrat sie nochmals am Teatro Costanzi Rom (hier in der Uraufführung der Oper »La Vigilia di Notte« von Teofilo De Angelis) und am Teatro Sociale in Mantua die Bühne.

    Leider sind von der Stimme der bedeutenden Sängerin keine Schallplattenaufnahmen vorhanden.
    [Lexikon: Pasini, Camilla. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 18635 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 2661 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Nr. 3271 aus dem 3. Akt - links Tieste Wilmant als Marcello,, Mitte Evan Gorga als Rodolfo,
    rechts Cesira Ferranii als Mimi 

    Unter der Nummer 3271 bis 3276 folgen eine Reihe von Bildern aus dem dritten Akt.


    Nr. 3272


    Nr. 3273 in zwei verschieden dunklen bzw. kontrastreichen Versionen mit dadurch jeweils etwas anderem Charakter


    Nr. 3274, zusätzlich mit Camilla Pasini als Musetta (ganz links)




    Nr. 3275

    Nr. 3276

    Die folgenden Karten der Serie sind Einzelportraits der vier Darsteller gewidmet.

    Nr. 3277 Tieste Wilmant als Marcello




    Nr. 3277, Vergrößerung



    Wilmant, Tieste, Bariton, * 1859 Lodi, † 20.3.1937 Lodi; er debütierte 1878 in Chiari. Seine Karriere ist schwer in ihren Einzelheiten zu verfolgen, scheint sich jedoch hauptsächich an italienischen Bühnen abgespielt zu haben. In der Spielzeit 1893-94 sang er an der Mailänder Scala in Catalanis »Loreley« und in »Manon Lescaut« von Puccini. In der Saison 1899-1900 war er wieder an der Scala anzutreffen, wo er jetzt den Alberich in der italienischen Erstaufführung des »Siegfried« von Richard Wagner sang, dazu den Jago im »Othello« von Verdi. Von musikhistorischer Bedeutung ist seine Teilnahme an der Uraufführung von Puccinis »La Bohème« am 1.2.1896 am Teatro Regio Turin, in der er den Marcello sang.

    Schallplatten: Zwei sehr seltene Zonophone-Aufnahmen (Mailand, 1904).
    [Lexikon: Wilmant, Tieste. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 25965 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3731 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]



    Nr. 3278, Evan Gorga als Rodolfo

    Nr. 3279 Cesira Ferrani als Mimi

    Nr. 3280 Camilla Pasini als Musetta



    Es hätte nahe gelegen, noch weitere zentrale Szenen der Oper, wie die Festszene, in der Musetta ihren Walzer singt, oder die Sterbeszene Mimis abzubilden. Dass dies nicht geschah, liegt vermutlich daran, dass nur die vier Darsteller für die Fotoserie zur Verfügung standen und in den anderen Szenen weitere Darsteller beteiligt gewesen wären. Nach Vergleichen mit anderen Fotos von Cesira Ferrani und Evan Gorga, die ich im Internet fand, gehe ich davon aus, dass hier wirklich die Uraufführungssänger abgebildet sind. Von Camilla Pasini finden sich zwei Fotos in Ashot's Blog Forgotten Operasingers (siehe HIER) . Von ihm stammt auch der Hinweis, dass es zwei seltene Tonaufnahmen von Camilla Pasini gibt, nämlich ein Duett aus I Puritani mit E. Gherlinzoni . Leider ist der Tonausschnitt auf der Seite nicht mehr zu hören. Außerdem steht auf dem Label "A.Pasini", so dass es durchaus eines der anderen Geschwister von Camilla Pasini sein könnte, die hier singt.





    Es wird also allgemein in Sammlerkreisen angenommen, dass die genannten Darsteller auch auf den Ansichtskarten abgebildet sind. Die Fotos entstanden vermutlich wenige Jahre nach der Uraufführung und fanden weite Verbreitung. Das früheste postalisch gelaufene Exemplar sah ich, wenn ich mich richtig erinnere, von 1902. Oben sind u.a. datierte Exemplare von 1904 abgebildet (z.B. Nr. 3275). Die Bilder könnten also insgesamt um 1900 herum entstanden sein.

    Evan Gorga hinterliess keine Tonaufnahmen. Cesira Ferrani hat u.a. zwei Aufnahmen aus La Boheme hinterlasssen (von 1902), die man Youtube hören kann.





    Tieste Wilmant hat zwei Zonophon-Aufnahmen hinterlassen (nicht aus La Boheme), von der sich das Credo aus Otello auch auf Youtube findet. Da es sich nicht einbetten kann, hier der link:
    https://www.youtube.com/watch?v=npo4iUFbwc4






    0 0

    Bei Anbietern von Ansichtskarten im Internet stößt man immer wieder einmal auf eine Karte, die eine Gruppe festlich gekleideter Menschen zeigt und den Untertitel "Mesothorium-Konzert" trägt. Ich habe einmal recherchiert, was es mit diesem Konzert auf sich hat.





    Mesothorium ist die heute nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für ein radioaktives Nuklid (bzw. sogar für zwei, nämlich für Radium 228 oder Actinium 228). Es wurde in der Anfangszeit der medizinischen Entwicklung von Bestrahlungen gegen Krebs vorwiegend für Gebärmutterkrebs eingesetzt. 1913 wollte der Direktor der Universitäts-Frauenklinik in München, Albert Döderlein, diese Methode einführen.


    Da das Material in damaligen Zeiten sehr teuer war, versicherte er sich der Unterstützung des Prinzregenten und organisierte ein Benefizkonzert. Da die oben gezeigt Karte öfter auftaucht, vermute ich, dass die Karten ebenfalls für den wohltätigen Zweck der Anschaffung medizinischen Materials verkauft wurden.



    Jedenfalls wurde am 29.VIII.1913 ein Opernkonzert mit vielen bekannten Sängern veranstaltet, die zu diesem Zweck zusammenkamen. Es fand im "Königlichen Odeon" in München statt und begann um 20 Uhr. Das Gruppenfoto ist wohl in diesem Rahmen auf einem Empfang vorher oder nachher entstanden. Die Namen der abgebildeten Personen sind auf dem Bild nicht angegeben. Zum Glück fand ich im Internet die abgebildete Rückseite einer solchen Ansichtskarte vom Konzert, auf der jemand minutiös (fast) alle Namen der Fotografierten aufgeführte hatte. Ich habe die Angaben mit Fotos der Bezeichneten verglichen und kann nun die meisten Personen auf dem Foto benennen.



    Fangen wir also an...




    Auf der linken Seite sehen wir ganz aussen Ernst von Possart (1841-1921), Er war damals ein sehr bekannter Schauspieler und von 1873 bis 1887 und dann noch einmal von 1893 bis 1905 Direktor des Münchener Thaters, was ihm schließlich den Adelstitel einbrachte.

    Bei der zweiten Person von links handelt es sich wahrscheinlich um Hermann Zilcher (1881-1948), der als Dirigent und Komponist zeitweise in München lebte. Ich vermute, dass er der Dirigent des Abends war. Andererseits sieht er für einen 32jährigen etwas alt aus.

    Die dritte Person von links wird auf der Liste als "Max Krauß, Aachen" bezeichnet. Ich habe noch nie von diesem Sänger gehört, aber wurde im Sängerlexikon fündig:
    "Krauß, Max, Baß-Bariton, * 1.10.1886 Sodingen bei Herne (Westfalen), † 29.10.1968 Coburg; er begann ein Jurastudium, verlegte sich dann aber auf die Ausbildung seiner Stimme, die in München stattfand. Er debütierte 1911 am Stadttheater von St. Gallen, kam von dort 1913 an das Stadttheater Aachen, war dann aber nach 1916, abgesehen von einem kurzen Engagement am Hoftheater Hannover 1916-17, nur gastierend tätig. Hierbei trat er vor allem in Wagner-Partien auf: als Fliegender Holländer, als Telramund im »Lohengrin«, als Hans Sachs in den »Meistersingern«, als Kurwenal im »Tristan«, als Wotan im Nibelungenring und als Amfortas im »Parsifal«. Gastspiele führten ihn u.a. an die Hofoper Dresden (1914), an das Théâtre de la Monnaie Brüssel (1914 in Aufführungen des Ring-Zyklus), an das Stadttheater von Zürich (1915), an das Opernhaus von Leipzig (1915-16 und 1919), nach Den Haag (1922) und Madrid, nach Basel und Bukarest und nach dem Ersten Weltkrieg an die Staatsopern von München, Berlin und Wien. Daneben entfaltete er eine ausgedehnte Tätigkeit als Konzert- und Liedersänger, wobei er namentlich mit Loewe-Balladen erfolgreich war; er kreierte aber auch verschiedene Lieder von Othmar Schoeck. Diese Tätigkeit setzte er bis zum Beginn der dreißiger Jahre fort. Dann wurde er 1932-33 Oberregisseur am Stadttheater von Lübeck; 1933-36 war er Operndirektor und stellvertretender Intendant am Staatstheater von Kassel, 1936-38 Intendant am Theater von Saarbrücken. 1940-43 bekleidete er die gleiche Position am Theater von Reichenberg in Böhmen (Liberec) und, nach einer Unterbrechung dieser Karriere in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, 1949-52 nochmals am Landestheater Coburg. Zuletzt lebte er im Ruhestand am Tegernsee.
    [Lexikon: Krauß, Max. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 13186 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 1908 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]"

    Man fragt sich, warum dieser Sänger bei der "All Stars-Besetzung" dabei sein durfte, zumal ja das Fach des Basses schon reichlich vertreten war.

    Die vierte, ebenfalls wie Krauß halb verdeckte Person ist der erste bekannte Sänger in der Reihe. Es handelt sich um Fritz Feinhals (1869-1940), der von 1898 bis 1927 an der Hof- und später Staatsoper in München sang. Seine markante Gestalt ist gut zu erkennen.




    Vor ihm, als fünfter von links, steht der Bass Max Gillmann (1874-1926), der seit 1906 an der Münchner Hofoper sang. Seine untersetzte Gestalt mit dem runden Gesicht ist auch unter der Maske des Landgrafen im Tannhäuser noch zu erkennen.



    Hinter Max Gillmann sieht man den Kopf des Basses Carl Braun (1886-1960), der zum Zeitpunkt des Konzertes an der Städtischen Oper in Berlin engagiert war, aber durch seine Auftritte in Bayreuth (zwischen 1909 und 1931) bekannt war.

     

    (Ausschnitt rechte Seite)

    Carl Braun mit Hund in Bayreuth

    Nun folgt mit Maude Fay (1878-1964) die erste Sängerin. Die geborene Amerikanerin war von 1906 bis 1914 in München verpflichtet und wechselte dann an die Met nach New York, wo sie noch ein paar Jahre sang. Nach ihrer Verheiratung 1917 zog sie sich weitgehend aus dem Musikleben zurück. Auf einer anderen Ansichtskarte kann man sie trotz Schleier gut wiedererkennen.

    Maude Fay (1878-1964)

    Der Mann zwischen den beiden Damen ist Paul Bender (1875-1947), der ab 1903 30 Jahre lang erster Bass am Opernhaus München war. Er ist ebenfalls eindeutig zu erkennen.


    Die zweite Dame von rechts ist Hermine Bosetti (1875-1936), die von 1901 bis 1924 in München sang. In meinem anderen Blog kann man sich Schallplattenaufnahmen von ihr herunterladen.


    Hermine Bosetti (1875-1936)

    Hinter Bosetti steht im Hintergrund ein älterer Herr, der anscheinend eine Art Orden um die Brust trägt.
    Er wird vom Chronisten der Auflistung als "von Enderlein" bezeichnet. Ich vermute, dass es sich um irgend einen Münchner Honoratioren handelt, Es gibt zwar den Tenor Emil Enderlein (1887-?), der von 1912 bis 1916 in Dresden sang und 1925 bei den Bayreuther Festspielen immerhin den Walther von Stolzing verkörperte. Nach dem Auftritt dort änderte er seinen Namen in Erik Enderlein um. Dieser sah aber anders aus und war 1913 viel jünger als die abgebildetre Person.

    Erik Enderlein, damals noch Emil. Die Zahl 1940 auf der Karte kann eigentlich nicht stimmen...

    Die dritte Dame auf der linken Seite ist Madame Charles Cahier (1870-1951). Sie ist in Nashville (Tennessee) geboren und hieß eigentlich Sarah Jane Walker. Seitdem sie 1904 den "schwedischen Rittergutsbesitzer" (so das Sängerlexikon) Charles Cahier geheiratet hatte, trat sie nur noch unter seinem Namen auf. Sie wurde 1906 von Gustav Mahler nach Wien geholt und sang 1911 in München in der Erstaufführung von Mahlers "Lied von der Erde" das Alt-Solo. Auch von ihr gibt es hier noch ein andrees Bild zum Vergleich.


    Madame Charles Cahier in Titus von Mozart





    Hinter der rechten Schulter des Prinzregenten sehen wir schließlich noch die altbekannte hünenhafte Gestalt des unverwüstlichen Leo Slezak (1873-1946). Kommen wir nun zur rechten Seite des Bildes.


    Auschnitt der rechten Bildseite

    Hier hat der Chronist leider seine peinlich genaue Auflistung der einzelnen Personen genau nach Stellung in der Reihe nicht beibehalten. Lediglich zwei Namen werden uns noch angegeben, nämlich Berta Morena (1878-1952) und Louise Perard-Petzl (1884-1936). Mit im Spiel sind noch Olive Fremstad und Edyth Walker, die ebenfalls auf dem Konzertplakat stehen.

    Wenn man die vier Damen rechts neben dem Prinzregenten, die unverdeckt zu sehen sind, von 1 bis 4 durchnummeriert, wäre meine Zuordnung: 1 - Olive Fremstad, 2 - Edyth Walker, 3 - Berta Morena, 4 - Louise Perard-Petzl.

    Damit sich jeder ein eigenes Urteil bilden kann, hier ein paar Bilder, nach denen ich meine Einschätzung vorgenommen habe:


    (sieht nach m.E. dem Mesothorium-Foto sehr ähnlich)

    Olive Fremstad 2

    Olive Fremstad 3, etwas jünger als auf dem Foto (?)

    Edyth Walker:

    Edyth Walker privat


    Ausschnitt, sieht aus wie Person 2










    Jetzt zu Morena und Perard-Petzl:

    sieht aus wie auf dem Mesothorium-Foto


     Hier lacht sie aber eher wie Person 4, hat aber nicht so ein schmales Gesicht. Oder irre ich mich?



    Nun zur letzten, die auch wie auf dem Foto lacht, wenn sie denn Person 4 ist!

    Louise Petzl in Schmuck der Madonna






    Ich nehme gerne Kommentare von Mitratern entgegen. Und das nächste Rätsel wartet auch schon: eine Ansichtskarte mit Münchner Bühnenkünstlern, die 1912 gelaufen ist. Es könnten aber auch Schauspieler sein, denn ich erkenne niemanden von unserem Mesothorium-Konzert wieder!




    PS. Die Abbildungen der Ärzte und des Konzert-Plakates stammen aus diesem Buch (das ich nicht gelesen habe, sondern über Google durchsuchen konnte):



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  • 02/08/17--07:29: In Wien am Bühnentürl (2)
  • Bereits 2013 habe ich ein paar Ansichtskarten, die Szenen "am Bühnentürl" der Wiener Hofoper zeigen (HIER), veröffentlicht. Mittlerweile sind einige Karten aus der Serie in meiner Sammlung dazugekommen, so dass ich hier eine Fortsetzung präsentieren kann.

    Als erstes gibt es zwei Karten  mit dem Bass Benedikt Felix. Die erste ist wohl im Sommer aufgenommen, die zweite eher im Frühling oder Herbst.




    Am Bühnentürl: Benedikt Felix 1

    Am Bühnentürl: Benedikt Felix 2


    Das Sängerlexikon schreibt über ihn:


    Felix, Benedikt, Baß, * 28.9.1860 Budapest, † 2.3.1912 Wien; sein eigentlicher Name war Felix Groß, er war der Sohn des Redakteurs der Kaiserlichen Wiener Zeitung Dr. Carl Groß, absolvierte die Handelsakademie Wien, ging dann aber zum Theater. 1880 betrat er am Theater von Mödling erstmals die Bühne, ging dann nach Iglau und trat einer Operettentruppe bei, mit der er eine Italien-Tournee unternahm. Er begann dann jedoch ein seriöses Gesangstudium bei den Pädagogen Hermann Grün und Johannes Ress in Wien. 1882 kam er an das Wiener Carl-Theater, 1883 an die Hofoper der österreichischen Metropole. Er debütierte an diesem Haus in einer kleinen Rolle in den »Hugenotten« von Meyerbeer. Seinen ersten großen Erfolg hatte er in Wien als Dulcamara in Donizettis »Elisir d'amore«; er blieb nun bis zu seinem Tod als erster Baß-Buffo dort im Engagement. Am 16.2.1892 sang er an der Wiener Hofoper in der Uraufführung von Massenets »Werther« die kleine Partie des Johann. Von den sonstigen Partien, die er dort gesungen hat, sind zu nennen: der Beckmesser in den »Meistersingern«, der Heerrufer im »Lohengrin«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Laërtes in »Mignon« von Thomas, der Hans in Lortzings »Undine«, der Falke wie der Frosch in der »Fledermaus«, der Giacomo wie der Lord in »Fra Diavolo« von Auber, dazu viele kleinere und mittlere Rollen. Seine Tätigkeit an der Wiener Hofoper wurde durch Differenzen des Sängers mit dem Direktor Gustav Mahler, der 1898-1907 das Haus leitete, schwer belastet, doch blieb der Sänger in seinem Engagement.

    Schallplatten: Sieben Titel auf G & T (Wien, 1902), ein Pathé-Zylinder (Wien, 1903).
    [Lexikon: Felix, Benedikt. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 7390 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1107 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Ich kenne seine Stimme nicht und habe noch keine seiner wenigen Schallplatten gehört. Bekannter und vertrauter ist mir der Tenor Fritz Schrödter, der ebenfalls mit zwei Karten vertreten ist.


    Fritz Schrödter am Bühnentürl 1

    Fritz Schrödter am Bühnentürl 2



    Schrödter, Fritz, Tenor, * 15.3.1855 Leipzig, † 16.1.1924 Wien; besuchte zuerst die Kunstakademie in Düsseldorf, in der Absicht Maler zu werden, ließ dann aber seine Stimme ausbilden. Er begann seine Karriere als Operettensänger bei kleineren Operetten-Gesellschaften in Köln, Hamburg und Bremen. Als er am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater in Berlin gastierte, hörte ihn Johann Strauß, der ihm 1876 ein Engagement am Nationaltheater von Budapest vermittelte. 1877 kam er als Operettentenor an das Ring-Theater in Wien, studierte dann aber Operngesang bei dem Kapellmeister Stoltz in Prag. Sein Debüt als Opernsänger fand 1879 am Deutschen Theater in Prag statt. Hier blieb der Künstler bis 1886 und trat u.a. als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Herzog im »Rigoletto«, als Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli und als David in den »Meistersingern« auf. 1884 gastierte er an der Covent Garden Oper London unter Hans Richter. 1886 wurde er an die Hofoper von Wien berufen; man schätzte ihn in Wien vor allem als Buffo-Tenor, aber auch im lyrischen Fach. Hier sang er in drei Uraufführungen von Opern von Karl Goldmark: am 19.11.1886 in »Merlin«, am 21.3.1896 in »Das Heimchen am Herd«, am 2.1.1900 in »Ein Wintermärchen«, am 6.2.1912 in »Die verschenkte Frau« von Eugen d'Albert, auch 1889 in der Premiere von Webers »Die drei Pintos« in der Neu-Bearbeitung von Gustav Mahler. Von den Partien, die er in Wien übernahm, seien der Tonio in der »Regimentstochter« von Donizetti, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, die Titelrollen in »Fra Diavolo« von Auber und »Alessandro Stradella« von Flotow, der Canio im »Bajazzo«, der Assad in Goldmarks »Königin von Saba« und der Peter Iwanow in »Zar und Zimmermann« von Lortzing genannt. Bis 1915 blieb er Mitglied der Wiener Oper. Er gastierte 1884 am Deutschen Theater Prag, 1890 am Theater von Brünn, 1901 an der Hofoper von München (als David in den »Meistersingern«), 1911 am Opernhaus von Köln (als Eisenstein in der »Fledermaus«). 1898-1900 wirkte er bei den Festspielen von Wiesbaden mit. Am 15.1.1916 sang er am Wiener Raimund- Theater in der Uraufführung der Operette »Das Dreimäderlhaus« von H. Berté den Schubert. Er war gleichzeitig ein hoch angesehener Konzertsänger; so wirkte er in Wien in der Uraufführung von »Das klagende Lied« von Gustav Mahler (17.2.1901) mit. Er lebte nach seinem Abschied von der Bühne als Pädagoge in Wien; er war der Schwiegervater des Bassisten Wilhelm Hesch (1860-1908). Er besaß eine Tenorstimme von besonderer musikalischer Schönheit.

    Schallplatten der Firmen G & T (Wien, 1902) und HMV.
    [Lexikon: Schrödter, Fritz. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 22025 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3153 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Als nächstes folgt eine Gruppenaufnahme. Sie zeigt die Sängerin Berta Kiurina mit zwei weiteren, mir unbekannten Personen. An der Wiener Oper gab es eine Sängerin Karoline Skositz, die 1888 bis 1893 in 30 Vorstellungen von "Am Wörthersee" und in 2 Vorstellungen von "Die Pupenfee" auftrat. Vielleicht ist der Herr neben Berta Kiurina ihr Ehemann oder ein Verwandter. Über einen Herrn Abel, rechts halb abgeschnitten mit Hut im Bild, konnte ich nichts herausfinden


    Berta Kiurina mit Skositz und Abel








    Kiurina, Berta, Sopran, * 18.2.1882 Linz/Donau, † 3.5.1933 Wien; sie studierte anfänglich Klavierspiel am Konservatorium der Stadt Wien bei Fischhof, dann Gesang bei Geiringer. Ihr Debüt erfolgte 1904 am Theater ihrer Vaterstadt Linz. Bereits 1905 wurde sie an die Wiener Hofoper (seit 1918 Staatsoper Wien) berufen (Antrittsrolle: Hirtenknabe im »Tannhäuser«), deren Mitglied sie bis 1922 geblieben ist. Hier sang sie u.a. 1910 die Arsena in der ersten Aufführung der Johann Strauß-Operette »Der Zigeunerbaron« an der Wiener Hofoper, 1912 in der Uraufführung der Oper »Die verschenkte Frau« von Eugen d'Albert, 1919 den Ighino in der Erstaufführung von Hans Pfitzners »Palestrina«. 1906 gastierte sie beim Salzburger Mozart-Fest in der Partie des Cherubino in »Figaros Hochzeit«, 1927 sang sie nochmals die gleiche Partie bei den Salzburger Festspielen. Im gleichen Jahr übernahm sie bei diesen Festspielen das Sopransolo in der Missa solemnis von Beethoven. Bis 1927 trat sie noch regelmäßig als Gast an der Wiener Staatsoper auf, u.a. 1926 in der Premiere der Oper »Turandot« von Puccini. Sie gastierte an den Opernhäusern von Brünn (Brno), Zagreb (Agram), Belgrad, Budapest, Triest, Breslau und an der Städtischen Oper Berlin. 1928 hatte sie bei einem längeren Gastspiel am Teatro Colón von Buenos Aires große Erfolge. Auch als Konzertsolistin kam sie zu einer bedeutenden Karriere, wobei sie auch in zeitgenössischen Werken auftrat; so galt sie als hervorragende Interpretin der »Gurrelieder« von A. Schönberg. In erster Ehe war sie mit dem Tenor Hubert Leuer (* 1880 Köln, † 8.3.1969 Wien) verheiratet, der ebenfalls an der Wiener Hofoper engagiert war. - Koloratursopran von besonderer Schönheit; man bewunderte vor allem die mühelose Beweglichkeit der Stimme in den hohen und höchsten Lagen. Sie sang ein Repertoire von ungewöhnlichem Umfang, das neben eigentlichen Koloraturpartien auch die Desdemona in Verdis »Othello«, die Nedda im »Bajazzo« und die Eva in den »Meistersingern« enthielt.

    Schallplatten: Aufnahmen unter den Etiketten von Odeon, Zonophone, Polydor, Polyphon, Parlophon und Ultraphon. Auf Pathé singt sie zwei Duette zusammen mit ihrem Gatten Hubert Leuer (Wien, 1914; die einzigen Aufnahmen seiner Stimme).

    [Nachtrag] Kiurina, Berta; 1922 trat sie in Berlin als Solistin in der Uraufführung der Kantate »Von deutscher Seele« von Hans Pfitzner auf.

    [Lexikon: Kiurina, Berta. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 12596 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 1829 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Der Ehemann von Berta Kiurina war der Tenor Hubert Leuer, hier fälschlich als Hubert LEIER bezeichnet.

    Beim Bühnentürl: Hubert Leuer



    Leuer, Hubert, Tenor, * 12.10.1880 Köln, † 8.3.1969 Wien; er erhielt seine Ausbildung zum Sänger am Konservatorium seiner Heimatstadt Köln. Seine Stimme wurde durch den berühmten Direktor der Wiener Hofoper Gustav Mahler entdeckt, der ihn 1904 an dieses Haus verpflichtete. Nach seinem dortigen Debüt als David in den »Meistersingern« blieb er bis 1920 Mitglied der Hof- und späteren Staatsoper Wien, an der er noch bis 1932 immer wieder als Gast in Erscheinung trat. 1926-27 war er an der Wiener Volksoper, 1927-30 am Opernhaus von Leipzig engagiert. Häufige Gastspiele am Opernhaus von Brünn (Brno, 1908-32), 1915 auch am Deutschen Theater Prag. Nachdem er zuerst in lyrischen Partien aufgetreten war, ging er in das heldische Stimmfach über und wurde als Titelheld in Verdis »Othello« als Herodes in »Salome« wie als Menelas in der »Ägyptischen Helena« von R. Strauss, als Cavaradossi in »Tosca«, vor allem aber als Wagner-Interpret (Titelfiguren in »Tristan«, »Rienzi«, »Parsifal«, Siegfried im Nibelungenring) bekannt. Ausgedehnte Gastspiele brachten dem Künstler an der Nationaloper Budapest, in Berlin, Barcelona und Graz wie an vielen anderen Bühnen Erfolge. Seine Gattin war die bekannte Koloratursopranistin Berta Kiurina (1882-1933), die ebenfalls zu den führenden Sängerpersönlichkeiten der Wiener Oper zählte. Ein Sohn aus dieser Ehe, Hubert Leuber-Kiurina, war als Schauspieler in Deutschland und Österreich tätig.

    Die Stimme von Hubert Leuer ist durch zwei Pathé Schallplattenaufnahmen überliefert (Duette mit Berta Kiurina).
    [Lexikon: Leuer, Hubert. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 14261 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 2055 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Marie Gutheil-Schoder ist die nächste Sängerpersönlichkeit, die am Bühnentürchen abgebildet ist.



    Am Bühnentürl: Marie Gutheil-Schoder


    Gutheil-Schoder, Marie, Sopran, * 16.2.1874 Weimar, † 4.10.1935 Ilmenau (Thüringen); sie wár die Tochter eines Gastwirts in Weimar; mit zwölf Jahren sang sie bereits ein Solo in einem Konzert in Weimar. Sie besuchte die Großherzogliche Musikschule in Weimar und war dort auch Schülerin von Virgina Naumann-Gungl. Weitere Ausbildung durch Fedor von Milde; einige Opernpartien studierte sie mit Richard Strauss ein. Sie debütierte 1891 am Hoftheater von Weimar als 1. Dame in der »Zauberflöte«, wurde aber dort in den ersten Jahren nur in kleinen Rollen eingesetzt und sang 1891 im Bayreuther Festspiel- Chor. Dann hatte sie aber 1895 in Weimar einen entscheidenden Erfolg als Carmen. 1899 gastierte sie in Leipzig (als Nedda im »Bajazzo«, als Santuzza in »Cavalleria rusticana« und als Frau Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor«), Berlin und Wien. 1900 wurde sie durch Gustav Mahler (der sie als »musikalisches Genie« bezeichnete) an die Wiener Hofoper berufen und wurde nun eine der beliebtesten Sängerinnen dieses traditionsreichen Opernhauses. Sie sang hier in mehreren wichtigen Premieren: 1908 die Martha in »Tiefland« von d'Albert, 1909 die Titelrolle in »Elektra« von R. Strauss, 1911 den Octavian im »Rosenkavalier«. 1904 übernahm sie in Wien die Titelrolle in Glucks »Iphigenie in Aulis«, 1910 wirkte sie dort in der Uraufführung der Oper »Der Musikant« von Julius Bittner mit, 1912 in der von Eugen d'Alberts »Die verschenkte Frau«, 1914 in der von »Notre Dame« von Franz Schmidt. Beim Salzburger Mozart-Fest von 1906 trat sie als Susanna in »Figaros Hochzeit« auf. 1902-10 gastierte sie oft am Opernhaus von Frankfurt a.M. Sie setzte sich unermüdlich für die zeitgenössische Musik ein und sang bereits 1908 Werke von Arnold Schönberg in dessen »Verein für musikalische Privataufführungen«. 1908 sang sie in Wien das Sopransolo in Schönbergs zweitem Streichquartett. Am 6.6.1924 gestaltete sie dessen Monodrama »Erwartung« in der Uraufführung am Deutschen Theater Prag. 1924 führte sie Schönbergs »Pierrot lunaire« bei einer Aufführung des Werks in Berlin zum entscheidenden Erfolg. Bis zum Jahre 1926 ist die gefeierte Künstlerin in Wien bewundert worden, wo sie sich in der Partie der Elektra von Richard Strauss von ihrem Publikum verabschiedete. Sie betätigte sich an der Wiener Oper wie auch bei den Festspielen von Salzburg als verdiente Opern-Regisseurin (1926 »Don Giovanni«, 1930 »Iphigenie in Aulis« von Gluck). 1913 Gastspiel an der Covent Garden Oper London als Octavian. - In erster Ehe war sie mit dem Dirigenten Gustav Gutheil (1868-1914), in zweiter mit dem Fotografen Franz Setzer verheiratet. - Musikalisch vortrefflich gebildete, ausdrucksstarke Sopranstimme, die Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur zu meistern wußte; bedeutend auch als Konzertsopranistin. Auf der Bühne zumal als Carmen, als Pamina, als Elektra, als Cherubino in »Figaros Hochzeit«, als Donna Elvira, als Octavian im »Rosenkavalier« wie als Komponist in »Ariadne auf Naxos« bewundert worden. Eine der großen Darstellerinnen unter den Sängerinnen ihrer Generation.

    Ihre Stimme ist durch sieben sehr seltene Schallplatten der Marke G & T (Wien, 1902) überliefert.

    [Nachtrag] Gutheil-Schoder, Marie, * 16.2.1874 Weimar; Gastspiele der Sängerin fanden an der Berliner Hofoper (1900, 1923 an der Staatsoper Berlin als Elektra), an den Hofopern von München (1909-19) und Dresden (1916), am Deutschen Theater Prag (1900-1906) sowie am Stadttheater von Basel (1917) statt. Sie wurde zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. 1921 trat sie in Kopenhagen in Schönbergs »Pierrot lunaire« auf. Aus ihrem Repertoire für die Opernbühne sind die Despina in »Così fan tutte«, die Frau Fluth in Nicolais »Lustigen Weibern von Windsor«, die Venus im »Tannhäuser«, die Elsa im »Lohengrin«, die Katharina in »Der Widerspenstigen Zähmung« von H. Goetz, die Baronin im »Wildschütz« von Lortzing, die Maliella im »Schmuck der Madonna« von E. Wolf-Ferrari, die Manon in der gleichnamigen Oper von Massenet, die vier Frauenrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, die Louise von Charpentier und der Page Urbain in den »Hugenotten« von Meyerbeer zu nennen.


    [Lexikon: Gutheil-Schoder, Marie. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 9863 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1455 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Nicht nur am Operntheater, sondern auch an anderen Wiener Theatern standen die frühen Paparazzi bereit, um die Stars in einem privaten Moment abzulichten. Hier ist die Operettensängerin Gerda Walde zu sehen, die am Wieder Orpheum auftrat.








    Auch am Schauspiel wurden die Stars fotografiert, wenn sie aus dem Theater kamen - hier der Schauspieler Otto Tressler. (Dieses Bild habe ich im Internet gefunden. Die Qualität der Reproduktion ist nicht so gut wie bei den anderen.)






    Burgtheater Bühnentürl: Schauspieler Otto Tressler

    Auch die letzte Karte stammt aus dem Internet und zeigt eine Operetten-Diva. Mizzi Günther sitzt in ihrem Automobil am Ausgang des Theater an der Wien und wartet auf ihren Fahrer - eine sehr schöne Karte und sogar handsigniert. Ich hätte sie gerne erworben, aber sie war mir letztendlich dann doch zu teuer...




    Beim Theater an der Wien: Mizzi Günther


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  • 04/07/17--12:38: In Wien am Bühnentürl (3)

  • Hier kommen noch einmal drei Bilder aus der Serie "Am Bühnentürl", die ich in den letzten Wochen gefunden habe. Das erste zeigt den Tenor und Regisseur August Stoll (vermutlich der Mann mit der Zigarre).


    Am Bühnentürl: Prof. August Stoll







    Stoll, August, Tenor, * 3.1.1853 Hermannstadt (Sibiu in Siebenbürgen), † 12.7.1918 Wien; er war der Sohn des Tenors Peter Stoll, (1813-88) der 33 Jahre lang als erster Tenor in Budapest wirkte und auch in Wien gastiert hatte. Ursprünglich sollte August Stoll Theologie studieren, doch wandte er sich dem Theater zu, wobei er durch seinen Vater ausgebildet wurde. Er debütierte 1869 als Chorsänger am Theater von Laibach (Ljubljana) und war dann als Schauspieler und Operettensänger in Bozen, Preßburg (Bratislava), Olmütz (Olomouc), schließlich am Wiener Carl-Theater tätig. Er ging darauf wieder nach Laibach zurück, jetzt aber als Opernsänger, und wirkte 1873-75 in Graz auf den Gebieten des Opern- wie des Operettengesangs. 1875 kam er an das Deutsche Theater Prag und hatte bereits in seiner Antrittsrolle, dem Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, einen sensationellen Erfolg. Er sang in den folgenden Jahren dort eine Vielzahl von Partien, darunter auch Aufgaben aus dem heldischen Fach wie den Assad in der »Königin von Saba« von Goldmark und den Titelhelden in Wagners »Rienzi«. Wegen Überanstrengung seiner Stimme mußte er seine Karriere unterbrechen, trat aber 1884 in Prag wieder in Millöckers »Bettelstudent« auf. Noch im gleichen Sommer 1884 folgte er einem Ruf an das Theater an der Wien in Wien. Seine Erfolge an dieser Bühne waren so überzeugend, daß er im Winter 1888 an die Wiener Hofoper verpflichtet wurde, an der sein José in »Carmen« großes Aufsehen erregte. 1885 übertrug man ihm an der Hofoper die Inszenierung von Maillarts »Glöckchen des Eremiten« (»Les dragons de Villars«); seitdem war er an der Wiener Hofoper als Regisseur beschäftigt, sang aber auch noch kleinere Partien. 1890-1901 war er Professor am Wiener Konservatorium, zugleich auch Solist der Kaiserlichen Hofkapelle. Er komponierte mehrere kleinere Vokalwerke und eine Operette »Die Georginen«. - In erster Ehe war der Künstler mit der Sopranistin Josefine Stoll-Siegmund († 15.2.1896 Wien) verheiratet, die vor allem am Opernhaus von Brünn (Brno) in Soubrettenpartien auftrat. Seine Schwester Gisela Stoll (* 1867) brachte es als dramatische Sopranistin zu einer erfolgreichen Karriere.
    [Lexikon: Stoll, August. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 23396 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3356 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Das zweite Bild zeigt den Tenor Arthur Preuss, der ebenso wie Fritz Schrödter als Tenor an der Wiener Oper wirkte.

    Beim Operntheater Bühnentürl: Arthur Preuss



    Preuss, Arthur, Tenor, * 23.2.1878 Königsberg (Ostpr.), † 20.8.1944 Wien; ausgebildet in Berlin durch Benno Stolzenberg und durch Franz Krolop. Er wurde durch Gustav Mahler an die Wiener Hofoper berufen, an der er 1899 debütierte. Er spezialisierte sich dort auf das Buffo-Fach. Beim Wiener Opernpublikum wurde er ungewöhnlich beliebt. 1906 sang er beim Salzburger Mozart-Fest, am 2.1.1908 an der Wiener Hofoper in der Uraufführung von Goldmarks »Ein Wintermärchen«, am 14.4.1910 in der von Julius Bittners »Der Musikant«, am 6.2.1912 in der Uraufführung von »Die verschenkte Frau« von Eugen d'Albert. Bis 1915 blieb er an der Wiener Hofoper und gastierte während dieser Zeit an der Oper von Köln. 1915 wechselte er an die Volksoper in Wien. Hier feierte man ihn 1916 in der Uraufführung der Operette »Dreimäderlhaus« von Berté in der Partie des Schubert. Zu seinen großen Opernpartien gehörten der David in den »Meistersingern«, der Jacquino im »Fidelio«, der Wenzel in der »Verkauften Braut« von Smetana, der Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, der Benjamin in »La Poupée de Nuremberg« von A. Adam und der Dickson in »La Dame blanche« von Boieldieu. Große Erfolge auch als Konzert-Tenor und als Interpret zeitgenössischer Vokalmusik; so sang er 1919 die »Gurrelieder« von Schönberg in Wien. Bis 1930 gastierte er noch an der Wiener Volksoper und trat im Österreichischen Rundfunk sowie bei Konzerten auf. Er betätigte sich auch selbst als Komponist und schrieb u.a. Filmmusik, Lieder und andere vokale Werke. Er wirkte in Wien auch als Pädagoge. Das Ende des Künstlers gestaltete sich tragisch. Er brach während eines Gestapo-Verhörs in Wien (bei dem es sich um seinen Sohn handelte, der als Widerstandskämpfer im Untergrund wirkte) tot zusammen. Wenige Wochen später wurde sein Haus in Wien bei einem Bombenangriff zerstört, wobei seine Gattin den Tod fand.

    Seine klangschöne, ausdrucksgewandte Stimme ist durch Schallplatten der Marken G & T (Wien, 1905-07) und HMV (Wien, 1905-13) erhalten.
    [Lexikon: Preuss, Arthur. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 19612 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 2803 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Zuletzt noch ein weiteres, drittes  Foto des im letzten Beitrag vorgestellten Bassisten Benedikt Felix (1860-1912). Auch hier raucht er wieder...


    Beim Operntheater Bühnentürl:Benedikt Felix (3)










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  • 07/20/17--07:32: In Wien am Bühnentürl (4)
  • Mein Bruder hat früher immer gesagt: "Wenn Du zwei Sachen von etwas hast, dann fängst du an, es zu sammeln!" Ganz recht hat er damit nicht, aber ich gebe zu, dass ich ein typischer Sammler bin und das "immer mehr Dazufinden" mir großes Vergnügen bereitet. So ging es mir auch mit den Bühnentürl-Bildern: zuerst einzelne durch Zufall mal mitgenommen, dann gezielt gesucht und nun: Welten tun sich auf. Es gibt doch mehr Bilder von dieser Art, als ich zuerst gedacht habe. Weiterhin schätze ich den Charme dieses Bilder-Genres: die ungestellten Portraits, die spontan eingefangenen Situationen - auch wenn manche Bilder technisch und kompositorisch eher schlecht sind und man nicht viel darauf erkennen kann. Auf jeden Fall strahlen sie die Freude aus, den bewunderten Star mal auf der Strasse gesehen und ein bisschen belauscht zu haben.

    Hier kommen weitere Beispiel, die ich in der letzten Zeit gefunden habe. Sie führen zurück in die Zeit in Wien, als Gustav Mahler Operndirektor war (1897-1907). Ich weiss nicht, ob es auch Bühnentürl-Ansichtskarten von Gustav Mahler gab. Unter der überschaubaren Anzahl von verschiedenen Mahler-Fotografien in der der Literatur und in Biografien gibt es mindestens ein Bild, das Gustav Mahler auf der Strasse zeigt. Es könnte aus der Serie stammen - die Suche geht für mich als Sammler also weiter...
    Die Abbildung stammt aus dem Buch von Jens Malte FISCHER: Gustav Mahler, Der fremde Vertraute (2003). Lizenzausgabe Zweitausendeins, S. 541.

    Gustav Mahler ca. 1904 auf der Straße (Opernplatz?)


    Doch nun zu den neuen Karten. Die erste zeigt Anton Schittenhelm, der hauptsächlich kleinere Rollen an der Wiener Oper sang, dafür in Fülle und über viele Jahre (1875 - 1903) . Einen Wilhelm Schittenhelm gab es nicht an der Wiener Oper, und so wird wohl Anton abgebildet und falsch bezeichnet sein - was bei den Bühnentürl Karten noch an anderer Stelle ebenfalls vorkam (Leier statt Leuer).

    Vermutlich Anton (statt Wilhelm) Schittenhelm am Bühnentürl


    Schittenhelm, Anton, Tenor, * 14.2.1849 Olbersdorf (Österreichisch-Schlesien), † 14.3.1923 Wien; er trat als Lehrling in ein Bankhaus ein und arbeitete dort als Effektenkassierer. In einem Wiener Männergesangverein wurde seine Stimme entdeckt und durch die Pädagogen Ruff und Friedrich Schmitt ausgebildet. Im Januar 1875 trat er in Wien als Solist bei einer Aufführung der Faust-Sinfonie von Liszt erstmals öffentlich auf. Im Juni des gleichen Jahres debütierte er an der Wiener Hofoper als Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«. 27 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1903 blieb er ununterbrochen als Mitglied diesem großen Opernhaus verbunden. Sang er im Anfang seiner Karriere dort zumeist kleinere Partien, so wurden ihm später auch Rollen wie der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Lorenzo in »Fra Diavolo« von Auber, der Max im »Freischütz«, der Konrad in »Hans Heiling« von Marschner, der Alfonso in »La Muette de Portici« und der Don Alvaro in »L'Africaine« von Meyerbeer übertragen. Er wirkte auch an der Wiener Hofoper in der Uraufführung einer Oper von Johann Strauß, »Ritter Pazmán«, mit (1.1.1892). Der auch als Konzertsänger bekannte Künstler galt als eins jener vielseitigen Ensemblemitglieder wie sie für den Opernbetrieb unentbehrlich sind. Er starb nach langer schwerer Krankheit 1923 in Wien.
    [Lexikon: Schittenhelm, Anton. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 21706 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3105 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Nicht besonders gut zu erkennen ist auf dem nächsten Bild der Tenor Georg Maikl, der seit 1904 an der Hofoper in Wien sang und mit zu den Weltrekordhaltern im Punkt Karrierelänge gehört. Ich habe unten bei den Zitaten aus dem Sängerlexikon einige Passagen hervorgehoben, die sich darauf beziehen. Dann folgt noch ein anderes Bild von ihm, damit man auch mal sein Gesicht erkennen kann.



    Georg Maikl am Bühnentürl


    Maikl, Georg, Tenor, * 4.4.1872 Zell an der Ziller, † 22.8.1951 Wien; sein Vater war ein bekannter Tiroler Jodler, und auch er trat zuerst in einer Jodler- Gruppe auf. Seine Stimme wurde durch den berühmten Impresario Bernhard Pollini in Prag entdeckt und durch Anton Hromada in Stuttgart ausgebildet. Pollini hatte ihn bereits für das von ihm geleitete Hamburger Stadttheater verpflichtet, starb aber vor Beginn des Engagements, so daß Georg Maikl 1899 in Mannheim als Tamino in der »Zauberflöte« debütierte. Nachdem er in Mannheim große Erfolge gehabt hatte, wurde er 1904 an die Wiener Hofoper (seit 1918 Staatsoper Wien) berufen, an der er 40 Jahre lang in insgesamt hundert Partien und in 2160 Vorstellungen aufgetreten ist. Bei den Salzbuger Mozart- Festen von 1906 und 1910 sang er den Don Ottavio im »Don Giovanni«. Auch bei den späteren Salzburger Festspielen trat er immer wieder hervor. Hier wirkte er 1922 als Don Ottavio im »Don Giovanni« und als Belmonte in der »Zauberflöte«, 1926 als Tanzmeister und als Brighella in »Ariadne auf Naxos«, 1936-38 als Kunz Vogelsang in den »Meistersingern«, 1937 als Ägisth in »Elektra« und mehrfach in Konzerten (u.a. 1936 in dem Oratorium »Christus« von F. Liszt) mit. Seine Karriere gehört zu den längsten, die ein Sänger überhaupt gehabt hat. Bis 1944 sang er an der Wiener Staatsoper, wirkte dort aber noch 1950 in einer kleinen Partie in Hans Pfitzners »Palestrina« mit. Er sang an der Wiener Oper auch in der Uraufführung der neu bearbeiteten Richard Strauss Oper »Ariadne auf Naxos« (4.10.1916), 1930 in der Premiere des »Wozzeck« von A. Berg, bereits 1907 den Pinkerton in der Wiener Premiere von Puccinis »Madame Butterfly«, am 1.4.1914 in der Uraufführung von »Notre Dame« von Franz Schmidt, am 20.1.1934 in der Uraufführung der Lehár-Operette »Giuditta«, am 8.12.1934 in der der Oper »Das Veilchen« von Julius Bittner. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Wiener Zentralfriedhof. Seine Tochter Lieselotte Maikl (* 1925) wirkte als Sopranistin an der Staatsoper Wien. - Schöne, ausdrucksvolle Tenorstimme, auf dem Höhepunkt seiner Karriere vor allem im lyrischen Stimmfach bedeutend.

    Aufnahmen auf Favorite (Wien, 1905-06, 1908), Lyrophon (Wien, 1905-06), Columbia (Wien, 1905-06), HMV (Wien 1910; 1915 u.a. in einem Quartett zusammen mit Hans Breuer, Carl Rittmann und Lorenz Corvinus), Odeon (Wien, 1906) und Pathé. Elektrische Aufnahmen auf Columbia (9. Sinfonie von Beethoven unter Weingartner), auf Toscanini Edition (»Meistersinger« aus Salzburg, 1937). Auf KochSchwann (Archivaufnahmen der Wiener Staatsoper) erschien die Narraboth-Szene aus »Salome« von R. Strauss mit Maria Jeritza von 1933, außerdem eine »Meistersinger«-Aufnahme mit ihm als Kunz Vogelsang.

    [Nachtrag] Maikl, Georg; er gastierte an den größeren Theatern in Österreich und Deutschland, u.a. in Stuttgart, Wiesbaden, Brünn, Prag und an der Komischen Oper Berlin. Er sang an der Wiener Oper in weiteren Premieren, so 1911 den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, 1918 den Narraboth in »Salome« von R. Strauss, 1921 den Victorin in »Die tote Stadt« von Korngold. In seinem Repertoire für die Bühne fanden sich auch der Lyonel in Flotows »Martha«, der Châteauneuf in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, der Manrico im »Troubadour«, der Alfredo in »La Traviata«, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, der Fra Diavolo von Auber und der Thibaut im »Glöckchen des Eremiten« (»Les dragons de Villars«) von Maillart. Die Stadt Wien ließ den beliebten Sänger, der seit 1941 Ehrenmitglied der Staatsoper war, in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof bestatten.

    [Lexikon: Maikl, Georg. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 15094 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 2167 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    So sieht Georg Maikl in seiner Rolle als Tamino aus:

    Georg Maikl als Tamino


    Die nächste Karte trägt keine Bezeichnung, vielleicht weil damals jeder wusste, wer abgebildet war. Mir kam der Mann auf dem Bild auch irgendwie bekannt vor, und ich habe immer wieder überlegt woher, bis mich eines Tages der Gedanke durchzuckte: (im Wiener Dialekt zu sprechen) "Geh her! das ist doch der - SLEZAK!"




    Das ist doch der Slezak...



    Nach weiteren Vergleichen, unter anderem mit einem Privatfoto von ihm, das ich gerade bekommen habe, bin ich mir nun (ziemlich) sicher, dass das Bild oben Leo Slezak zeigt. Ich wusste zwar nicht, dass er manchmal eine Brille trug, aber sonst stimmt alles: die großgewachsene massige Gestalt, das ausgestrahlte Selbstbewusstsein, der Blick und die Art, leicht ironisch in die Welt zu schauen. Ich schätze, das dieses Bild aus der Zeit nach 1910 stammt und damit das späteste der hier diesmal gezeigten Bilder ist. Das Privatfoto aus München aus ungefähr der gleichen Zeit zeigt nach einer alten Aufschrift auf der Rückseite von links nach rechts: Max Gillmann, Berta Morena und Leo Slezak


    Gillmann, Morena und Slezak in München 



    Die nächste Karte ist wieder ein Schnappschuss, auf dem man nicht viel erkennen kann. Laut Betitelung zeigt er die Sängerin Marie Gutheil-Schoder (im Gespräch mit zwei Herren). Sie ist mit einem besseren Portrait bereits in der zweiten Folge der Bühnentürl-Bilder hier in diesem Blog vertreten gewesen und dort auch beschrieben worden.



    Beim Bühnentürl: Marie Gutheil-Schoder (2)

    Auch Berta Förster-Lauterer war in der ersten Folge der Bühnentürl-Bilder schon mit einem Bild mit weißem Kleid in sommerlicher Kleidung vertreten. Hier folgt noch ein Bild aus dem Winter (mit umgehängtem Muff, einem Kleidungsstück, das heute nicht mehr in Mode ist).
    Franz Spetrino (ist es der Herr neben ihr oder der kleinere Mann mit dem Stock?) war in der Zeit von Januar 1904 bis August 1908 Dirigent an der Wiener Oper und leitete eine Reihe von Vorstellungen. Damit kann man das Bild zeitlich eingrenzen. Genauer bekommt man es nicht hin. Über das Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper ( https://archiv.wiener-staatsoper.at/ ) habe ich herausbekommen, dass die einzige Oper, die sowohl Berta Förster-Lauterer gesungen als auch Franz Spetrino dirigiert haben, die Oper "Die verkaufte Braut" war. Allerdings sang Berta Förster-Lauterer diese Rolle am einzigen Termin, an dem Spetrino diese Oper dirigierte, nämlich dem 6.März 1906, nicht, sondern erst im Mai 1906 wieder.







    Foerster-Lauterer, Berta, Sopran, * 11.1.1869 Prag, † 9.4.1936 Prag; sie war die Tochter eines Prager Kaufmanns. Sie war Schülerin von Antonia Plodková und von Tauwitz in Prag. Sie debütierte 1888 unter dem Namen Berta Lautererová (nach ihrer Heirat Foerstrová-Lautererová) am Nationaltheater von Prag als Agathe im »Freischütz«. Dort hatte sie auch als Sulamith in Goldmarks »Königin von Saba« und als Pamina in der »Zauberflöte« große Erfolge. 1890 heiratete sie den Komponisten Joseph Bohuslav Foerster (1859-1951). 1892 gastierte sie mit dem Ensemble der Prager Oper anläßlich der Weltausstellung in Wien. Hier bewunderte man sie als Xenia in »Dimitrij« von Dvorák. Am 12.2.1889 sang sie an der Oper von Prag in der Uraufführung von Dvoráks »Jakobiner« die Partie der Julia. Sie sang auch in den Prager Premieren von Verdis »Othello« (1888) und Tschaikowskys »Eugen Onegin« (1888), letztere in Anwesenheit des Komponisten. Bis 1893 blieb sie in Prag und wirkte dann 1893-1901 sehr erfolgreich am Stadttheater (Opernhaus) Hamburg, wo sie zuvor als Mignon von A. Thomas und als Marguerite im »Faust« von Gounod gastiert hatte. 1901 folgte sie einem Ruf an die Hofoper von Wien. Sie gehörte zu den großen Sängerpersönlichkeiten der Gustav Mahler-Epoche der Wiener Hofoper und brillierte hier als Adalgisa in »Norma«, als Euryanthe, als Lisa in »Pique Dame«, als Nedda, als Sulamith in der »Königin von Saba«, als Mignon, als Sieglinde in der »Walküre« und als Frasquita im »Corregidor« von Hugo Wolf. Cosima Wagner lud die Sängerin nach Bayreuth ein, doch konnte sie der Einladung nicht Folge leisten. Weitere Gastspiele in Berlin und München. 1914 gab sie ihre Bühnenlaufbahn auf. Sie lebte seitdem in Prag. Aus ihrem umfangreichen Bühnenrepertoire sind die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Carmen, die Elsa im »Lohengrin«, die Eva in den »Meistersingern«, die Frau Dot in Goldmarks »Heimchen am Herd«, die Marie im »Waffenschmied« von Lortzing, die Frau Fluth in Nicolais »Lustigen Weibern von Windsor« und die Marie in der »Verkauten Braut« von Smetana nachzutragen. - Man bewunderte die Klangschönheit ihrer Stimme ebenso wie die Wärme und die künstlerische Reife ihres Vortrages.

    Von ihr existieren acht seltene Aufnahmen auf G & T (Wien, 1903); einige Titel auf Odeon und Jumbo, darunter auch tschechische Lieder.
    [Lexikon: Foerster-Lauterer, Berta. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 7807 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1169 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Liste der von Franz Spetrino dirigierten Vorstellungen aus dem Spielplanarchiv der Wiener Oper


    Damit wäre ich mit den neuen Karten über die Wiener Hofoper am Ende. Zwei weitere Karten aus Wien möchte ich hier noch präsentieren. Sie zeigen die Operettensängerin Mizzi Zwerenz vor oder besser hinter dem Carltheater in Wien. Dort war sie seit 1901 engagiert. Beide Fotos stammen wohl von Ende 1906. In diesem Jahr wurde die Operette "Künstlerblut" von Edmund Eysler mit Mizzi Zwerenz und Alexander Girardi am 20.Oktober im Carltheater uraufgeführt. Die abgebildeten Plakate weisen auf diese Vorstellungen hin.



    Mizzi Zwerenz am Bühnentürl Carltheater ca. 1906 (1)

    Mizzi Zwerenz am Bühnentürl Carltheater ca. 1906 (2)



    Zwerenz, Mizzi, Sopran, * 13.7.1876 Pöstyn (Pistyan, Ungarn), † 14.6.1947 Wien; ihr Vater, Carl Ludwig Zwerenz, war Schauspieler und später Theaterdirektor an verschiedenen Theatern in der österreichisch-ungarischen Monarchie, u.a. in Bozen, Meran, Iglau, Teplitz, Hall in Oberösterreich (wo 1880 Gustav Mahler seine Dirigentenlaufbahn unter ihm begann) und Preßburg (Bratislava); ihre Mutter war Operettensängerin. Sie war eine Urenkelin des Burgschauspielers Karl Ludwig Costenoble (1769-1837). Ihre Ausbildung erfolgte durch die berühmte Pädagogin Rosa Papier-Paumgartner in Wien. Sie betrat erstmals die Bühne 1897 in Baden bei Wien und kam schnell zu einer großen Karriere als Operettensoubrette. Nachdem sie am Friedrich Wilhelmstädtischen Theater in Berlin 1900-1901 sehr erfolgreich aufgetreten war, berief man sie 1901 an das Wiener Carl- Theater. Hier erreichte ihre Karriere in einer fast zwanzigjährigen Dauer (bis 1923 mit Unterbrechungen) ihren Höhepunkt; sie gehörte zu den beliebtesten Operettensängerinnen der Donaumetropole. Nachdem sie 1915-18 am Wiener Apollo-Künstlertheater und 1919-21 am Wiener Komödienhaus aufgetreten war, kam sie wieder an das Carl-Theater zurück und setzte dort 1921-23 ihre glänzende Karriere fort. 1923 wechselte sie an das Theater an der Wien, wo ihre Künstlerlaufbahn, zuletzt im Rahmen von Gastspielen, 1936 zum Ausklang kam. Zwischendurch hatte 1926-27 ein kurzes Engagement am Wiener Stadttheater bestanden. 1908 gastierte sie in Graz, 1906 am Stadttheater von Brünn (Brno), seit 1906 oftmals am Deutschen Theater Prag, 1928 am Gärtnerplatztheater München. Zu den Glanzrollen der Sängerin, die auch als hervorragende Schauspielerin galt, gehörten die Adele in der »Fledermaus«, die Titelrolle in »Sissy« von F. Kreisler, vor allem aber die Franzi Steingruber in »Ein Walzertraum« von Oscar Straus; letztere Partie hatte sie auch am 2.3.1907 in der Uraufführung der Operette am Carl-Theater gesungen. Sie wirkte in vielen weiteren Operetten-Uraufführungen mit, u.a. in »Das süße Mädel« von H. Reinhardt (Carl-Theater 1901), »Fesche Geister« von C.M. Ziehrer (1905 Sommertheater »Venedig« in Wien), »Die Schützenliesl« von E. Eysler (1905), »Künstlerblut« ebenfalls von E. Eysler (1906), »Die geschiedene Frau« von Leo Fall (1908), »Zigeunerliebe« von Franz Lehár (8.1.1910), »Polenblut« von O. Nedbal (1913) - die letztgenannten fünf alle im Carl Theater. Am Theater an der Wien hörte man sie in den Uraufführungen der »Zirkusprinzessin« von E. Kálmán (26.3.1926) und in E. Eyslers »Die gold'ne Meisterin« (13.9.1927). - Sie war verheiratet mit dem Gesangs- und Charakterkomiker Arthur Guttmann (* 1.7.1877 Wien, † 3.6.1956 Wien), der einer Schauspielerfamilie angehörte, 1896 seine Karriere in Budweis (Ceské Budejovice) begann und schließlich an den großen Wiener Operettentheatern, teilweise Auftritte zusammen mit seiner Gattin (u.a. auch in der Uraufführung des »Walzertraums«), bekannt wurde. Ihr Sohn, Fritz Zwerenz (1895-1970), wirkte als Dirigent an verschiedenen Operettentheatern.

    Die Stimme von Mizzi Zwerenz, die neben Louise Kartousch die große Diva des »silbernen Zeitalters« der Wiener Operette war, erscheint auf G & T (Wien, 1902-07), später auf HMV-Schallplatten (seit 1908), elektrische Aufnahmen auf Kalliope; auch von Arthur Guttmann existieren Aufnahmen auf G & T und HMV.
    [Lexikon: Zwerenz, Mizzi. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 26619 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3826 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Carltheater, aus: Wiener Theateralmanach 1902



    Zuletzt noch ein schönes Foto, das nicht aus Wien stammt, sondern aus Graz. Es zeigt die ehemalige Operetten- und damals angehende Opernsängerin Anny Münchow am Hintereingang des Theaters, wo sie engagiert war. Sie schaut, wie auf vielen Fotos von ihr, mit hellen, offenen, strahlenden Augen in die Kamera. Ihre Präsenz und Kommunikationsfähigkeit mit dem Publikum drückt sich in diesem Foto aus. Neben ihr steht melancholisch der alte Portier und raucht sich eine Zigarette, während im Hintergrund Menschen aus dem Publikum schauen, was denn da wohl fotografiert wird. Ein gelungener Schnappschuss!



    Anny Münchow live (1)


    Münchow, Anny, Sopran, * 6.11.1888 Berlin, † 6.5.1968 Berlin; ihr eigentlicher Name war Anny Münchmeier. Sie begann ihre Bühnenkarriere am Theater von Teschen (Cieszyn), wo sie 1910-11 auftrat. 1911 war sie in Breslau, 1912-13 in Meran, 1913-14 in Nürnberg engagiert. Zu Beginn ihrer Karriere sang sie vornehmlich Operettenpartien und kleinere Soubrettenrollen. 1914-20 trat sie am Theater von Graz in großen Opernpartien auf. 1920 gastierte sie am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg als Myrtocle in der dortigen Premiere der Oper »Die toten Augen« von d'Albert. Der Erfolg war so überzeugend, daß sie sogleich an die Hamburger Oper engagiert wurde. Hier sang sie dann am 4.12.1920 in der Uraufführung von Korngolds »Die tote Stadt« die Partie der Marietta (am gleichen Abend fand noch eine zweite Uraufführung der Oper in Köln statt). Bis 1933 gehörte sie als führendes Mitglied dem Hamburger Ensemble an und vertrat hier vor allem das dramatische wie das Wagner-Fach. Ihre großen Rollen waren die Senta im »Fliegenden Holländer« (die sie 1933 als letzte Partie in Hamburg sang), die Aida, die Elektra in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper, die Salome, ebenfalls von Richard Strauss, die Martha in »Tiefland« von d'Albert, die Venus im »Tannhäuser« und die Brünnhilde im Ring-Zyklus. Sie gastierte mit großem Erfolg an den Staatsopern von Berlin und Wien.

    Leider sind von ihrer Stimme keine Schallplattenaufnahmen vorhanden.
    [Lexikon: Münchow, Anny. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 17256 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 2461 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]




    Und weil es so schön ist, hier noch ein weiteres lebendiges Foto von Anny mit einem unbekannten Herrn. Und damit soll es für heute genug sein!

    Anny Münchow live (2)






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    Als ich in den letzten Jahren begann, verstärkt Fotos von Opernsängern auf Ansichtskarten zu sammeln, stieß ich immer wieder auf Karten, die mir von der Ästhetik und Klarheit her besonders gefielen und sehr oft aus dem Verlag Hermann Leiser kamen. Zudem sind sie durch eine vierstellige Nummerierung leicht zu identifizieren und einzuordnen. Beim Versuch, etwas näheres über diesen Verlag herauszufinden, war ich jedoch wenig erfolgreich. Deshalb schreibe ich nun diesen Artikel, um vielleicht Leser anzuregen, weitere Informationen auszutauschen. Vielleicht gibt es ja eine Sammlerszene für Ansichtskarten, in der schon mehr Informationen bekannt sind, als man im Internet bei normaler Recherche finden kann. Als relativer Neuling auf diesem Gebiet möchte ich hier meine spärlichen Erkenntnisse einmal referieren und in der Folge in einer Artikelserie einige schöne Karten aus dem Verlag Hermann Leiser aus meiner gegenständlichen (Karten, die ich selbst besitze) und virtuellen (kopierte Bilder aus dem Internet) Sammlung vorstellen. Insbesondere interessiere ich mich für die zeitliche Einordnung der Karten.

    2662 Blumenthal - Der Komponist und Pianist Xaver Scharwenka,
    rückseitig signiert 1904


    Der ursprüngliche Verlag, aus dem der Verlag Hermann Leiser hervorging, war der von Louis Blumenthal. Er hatte seinen Sitz in der Leipzigerstr. 38. Das ist in Berlin-Mitte in der Nähe vom Potsdamer Platz und ca. 2 km vom Reichstag entfernt. Wann er gegründet wurde, weiß ich nicht. Die Beispiele, die ich kenne, sind frühestens von 1904 wie oben. und alle von der Nummerierung her im 1000er bis zum 5000er Bereich. Die niedrigste mir bekannte Nummer ist 1199. Diese Karte wurde "erst" 1910 signiert. Ich vermute, dass sie eher erschienen ist. Oder sind die Nummern nicht fortlaufend, sondern zufällig verteilt worden? Das würde in unser Computer-Zeitalter passen, kommt mir für damalige Zeiten aber unwahrscheinlich vor. Allerdings gibt es später beim Verlag Hermann Leiser auch manche Ungereimtheiten in der Nummernabfolge.


    1199 Blumenthal, Margarethe (Arndt-)Ober, signiert 1910

    Die höchste Nummer auf einer Louis Blumenthal-Karte, die ich gefunden habe, ist die 6003. Zeigen kann ich hier nur die Nummer 5000. Sie zeigt den Bass Hans Bachmann als Falstaff. Er sang von 1897 bis 1918 an der Berliner Hofoper.


    5000 Blumenthal: Hans Bachmann als Falstaff

    Die 6003 befindet sich auf einer Karte des Operettensängers und Schauspielers Heinrich Peer in einer Rolle aus der Operette "Der fidele Bauer" von Heinrich Fall. Sie wurde 1907 uraufgeführt. Zu diesem Zeitpunkt muss es den Verlag Louis Blumenthal also noch gegeben haben. Die Karte ist kopiergeschützt und kann hier besichtigt werden:  FLICKR


    Hier ein schönes signiertes Foto von Frieda Hempel:

    3012 Blumenthal - Frieda Hempel als Susanne in Figaros Hochzeit

    Mit der Nummer 3124 erschien ein Portrait der Sängerin Sigrid Arnoldson. Sie sang von 1907 - 1909 regelmäßig an der Dredner Hofoper und trat bis 1911 in Deutschland und Österreich in Gastspielen auf.


    3124 Blumenthal - Sigrid Arnoldson


    Auch aus dem Bereich der Operette wurden Künstlerportraits veröffentlicht. Hier ein Bild mit Arnold Rieck und Emmy Wehlen aus einer unbekannten Operette im Thalia-Theater in Berlin.


    2986 Blumenthal: Arnold Rieck und Emmy Wehlen

    Ich vermute, dass die ganzen hier gezeigten Blumenthal-Karten aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts stammen.

    Eine Spezialität von Blumenthal/Leiser waren Fotos von Bühnenaufführungen. Dafür wurden ambitionierte und qualitätvolle Fotografen wie Zander & Labisch oder Becker & Maass beauftragt.

    3133 Blumenthal: Aus dem zeitgenössischen Theaterstück "Panne"


    Hier ein Bild aus dem Theaterstück "Die Rabensteinerin" von Ernst von Wildenbruch (1845-1909). Es hatte 1907 oder 1908 Premiere. Der Schauspieler und (ab 1912) Opernsänger Waldemar Staegemann ist auf vielen Karten der ersten Jahre des Jahrhunderts abgebildet. Nuscha Butze (1860-1913) war ab ca. 1903 am Königlichen Hoftheater in Berlin engagiert, nachdem sie selbst ein paar Jahre ein Theater geleitet hatte. Ich schätze, dass es sich bei dem Foto um die Uraufführungsbesetzung handelt.


    2894 Blumenthal: Waldemar Staegemann und Nuscha Butze in "Die Rabensteinerin"


    Zuletzt noch zwei Bilder des Baritons Baptist Hoffmann, der von 1897 bis 1919 an der Berliner Hofoper sang.

    2620 Blumenthal: Baptist Hoffmann (1864-1937)

    3079 Blumenthal: Baptist Hoffmann als Telramund in "Lohengrin"

    Und hier ist die gleiche Karte noch einmal signiert: leider nicht mit Datumsangabe, so dass die zeitliche Einordnung weiterhin vage bleibt.

    3079 Blumenthal: Baptist Hoffmann signiert

    (wird fortgesetzt)









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    Eine kurze Zeitlang, als Hermann Leiser den Verlag Louis Blumenthal übernahm, erschienen die Karten mit der Aufschrift "Verlag von Hermann Leiser, vormals Louis Blumenthal". Von diesen Karten habe ich nur einige wenige gefunden, und vermutlich gab es nur eine kurze Übergangszeit und es wurde bald nur noch der Name des neuen Inhabers verwendet.

    Das erste Beispiel zeigt den Pianisten Severin Eisenberger (1879-1945). Es trägt keine Nummer



    Severin Eisenberger, Photo von Becker & Maass,
    Verlag Hermann Leiser, vorm. Louis Blumenthal, ohne Nummer


    Das zweite Bild zeigt die Sängerin Elena Gerhardt (1883-1961) und trägt die Nummer 1249 (blass zu lesen unter dem Wort "vorm.." unten links.



    Elena Gerhardt, Verlag Hermann Leiser vormals Louis Blumenthal Nr. 1249

    Hier noch eine dritte Karte. Sie zeigt den Tenor Wilhelm Grüning. Er sang von 1898 bis 1911 an der Berliner Hofoper. Er posiert hier hoch zu Pferd als Rienzi. Es war zwar durchaus in Opernhäusern üblich (auch in der Anfangszeit bei den Bayreuther Festspielen), dass Pferde auf die Bühne geholt wurden. Ob diese Karte aus einer Opernproduktion stammt oder "einfach so" ohne Anlass als "Starfoto" gemacht wurde, ist mir nicht bekannt.


    Wilhelm Grüning als Rienzi, Verlag Hermann Leiser vorm. Blumenthal Nr. 3377

    Zuletzt noch eine Karte mit dem Tenor Ernst Kraus in der Oper "Josef in Ägypten" von Mehul.


    Ernst Kraus, Nr. 3372 Verlag Hermann Leiser vormals Louis Blumenthal


    Nicht immer liegen die Dinge so einfach, dass man eine Verlagsangabe und eine Kartennummer findet. Es gibt Karten aus dem Verlag Hermann Leiser, wo die gleiche Karte ohne Nummer oder mit Nummer veröffentlicht wurde. Manche Nummern sind nicht lesbar, und es gibt auch Karten, die von der Aufmachung her sehr an Karten aus dem Verlag Leiser/Blumenthal erinnern, aber nur eine Nummer und keine Verlagsangabe tragen.


    Hier sind zwei Bilder ohne Verlagsangabe mit dem Schauspieler Rudolf Christians (1869-1921). Er war ab 1898 am Berliner Hofschauspiel engagiert. Wie lang das Engagement dauerte, ist mir nicht bekannt. Er drehte auch einige Stummfilme und ging einige Jahre darauf bis zum 1. Weltkrieg nach Amerika.

    Rudolf Christians, Der Schwur der Treue, Karte ohne Verlagsangabe Nr. 1029

    Rudolf Christians, Weh dem, der lügt (Theaterstück von Grillparzer),
    Karte ohne Verlagsangabe Nr. 2095

    Hier noch eine Karte ohne Verlagsangabe mit einer 3000er Nummer. Sie zeigt den Schauspieler und späteren Lustspielautor Franz Arnold (1878-1960) als jungen Mann. Er wurde 1907 ans Friedrich-Wilhelmstädtische Theater nach Berlin engagiert.


    Franz Arnold, Karte ohne Verlag, Nr. 3209


    Ein weiterer Berliner Ansichtskartenverlag, der auch im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts aktiv war, ist der Verlag Gustav Mandel.In ihm erschienen hauptsächlich Ansichtskarten von Orten, es gab jedoch auch eine nummerierte Serie mit Schauspielern und Opernsängern. Hier ein Beispiel mit Juluius Lieban als David und Marie Götze als Magdalene aus den Meistersingern. Beide Sänger sangen in Berlin an der Hofoper, und ich würde das Bild zeitlich zwischen 1906 und 1912 einordnen.


    Julius Lieban und Marie Götze in Meistersinger, Verlag Gustav Mandel Nr. 1028

    Mit der gleichen Darstellerin und in etwa aus der gleichen Zeit hier noch ein Bild aus dem Verlag Louis Blumenthal aus der Oper "Pique Dame".



    Wilhelm Grüning und Marie Götze in Pique Dame (von Tschaikowsky)
    Blumenthal Nr. 2832

    Damit beende ich erst einmal das Kapitel des Verlages Louis Blumenthal und werde mich im folgenden dem Verlag Hermann Leiser zuwenden.


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    Ab dem 24.5. 18 werde ich diesen Blog auf "privat" umstellen, da ich Angst habe, mit den neuen Datenschutzbestimmungen nicht zurecht zu kommen. Ab dann können nur noch von mir eingeladene Leser auf diesen Blog und seine alten und neuen Artikel zugreifen. Ich nehme gerne Anfragen dafür unter recordplayer78@gmail.com entgegen. ABER:

    Dieser Blog wird sowieso nur von sehr wenigen gelesen. Es kann sein, dass ich ihn wegen mangelnder Resonanz  ohnehin nicht weiter führe. Als Ersatz habe ich mir überlegt, dass ich meine Sängerbilder und anderes und evtl. auch alle alten Inhalte dieses Blogs auf FLICKR hochlade und dort präsentiere. Ich habe das in den letzten Tagen einmal ausprobiert und finde es ganz vielversprechend. Es wird zwar noch eine Weile dauern, bis mein "Schaufenster" richtig schön eingerichtet ist, aber es könnte sich lohnen, den folgenden Link zu speichern und ab und zu einmal vorbei zu schauen:

    https://www.flickr.com/people/140061259@N06/


    Ich werde versuchen, irgendwo Werbung für diese Bilder zu machen, damit ich auch weiterhin gefunden werde. Und für die Artikel über Grete Stückgold und Charlotte Viereck suche ich noch irgendwo ein Plätzchen im öffentlichen Raum. Vielleicht kann man über Wikipedia Commons Texte hochladen, ohne seinen echten Namen angeben zu müssen, ich weiß es noch nicht. Für Tipps bin ich dankbar!


    Noch was zum Anschauen:

    Im Jahr 1916 gab es an der Berliner Hofoper eine Neuinszenierung der "Verkauften Braut" von Smetana. Ein Zeitungsartikel gibt die Besetzung an:


     Bei "Herrn Bischoff" handelt es sich eventuell um den Tenor Fritz Bischoff, der 1882 geboren wurde (Todesdatum unbekannt), aber eigentlich mehr als Wagnertenor bekannt wurde. Zur Auswahl steht auch noch der Wagner-Bariton Johannes Bischoff (1874-1936). Da die Oper aber eigentlich keine heldischen Partien erfordert, könnte es sich auch noch um einen dritten Sänger mit Namen Bischoff handeln, der nicht im Sängerlexikon von Kutsch/Riemens steht. Alle anderen Teilnehmer sind bekannt.




    Das gleiche Foto erschien bei Leiser unter der Nummer 9585 als Karte.

    Ein anderes Bild aus der Inszenierung:


    Verkaufte Braut, NPG Nr. 1162-3

    Vermutlich wurde die tenorale Hauptrolle des Hans von Gustav Bergmann verkörpert - ein Tenor, über den ich keine Informationen finden konnte (aber noch einige andere Bilder, die ihn zeigen).



    Verkaufte Braut Leiser Nr. 9562


    Zuletzt noch zwei weiter Bilder vom Verlag NPG. Mindestens ein weiteres Bild (1162-1) wird es noch gegeben haben.


    NPG Nr. 1162-2, vermutlich Gustav Bergmann und Lola Artot de Padilla

    NPG Nr. 1162-4